Archiv für den Monat: Oktober 2011

und dann 2050? #4

wir haben bei „kunst ost“ die aufgabe gewählt, im zentrum unserer arbeit der GEGENWARTSKUNST zu mehr augenmerk, wertschätzung und spielraum zu verhelfen. um das zu bewirken, sind wir allerdings gut beraten, den größeren zusammenhang dieses kulturellen themas zu beachten, zu betrachten und zu bearbeiten.

wir konzentrieren uns also über weite strecken auf SOZIOKUKTURELLE themenstellungen. der themenrahmen ist so definiert: „zwischen landwirtschaft und high tech“. dabei beziehen wir uns vor allem auf aspekte der sozialgeschichte und mentalitätsgeschichte, um von daher auf die gegenwärtige alltagspraxis verschiedener lebensbereiche einzugehen.

rund um das vorhaben „vision 2050“ ergeben sich nun anlässe, erneut zu klären, welche rollen KULTURSCHAFFENDE im gemeinwesen finden und einnehmen können. gemeinwesen, das ist im grunde auch ein überbegriff für die summe jener kräftespiele, in denen sich menschen zwischen eigennutz und gemeinwohl entscheiden. dieses thema habe ich gerade in einer begegnung gestreift.

wolfgang leitner, gemeinderat, von beruf statiker

gemeinderat wolfgang leitner ist techniker. in einer kleinen plauderei hat er jene zwei interessanten pole betont, die zu beachten vermutlich sehr wichtig ist. einerseits spricht er gegen die inzwischen immer häufiger beklagte überregulierung und meint berispielsweise: „wenn du dir ein haus baust, willst du ja auch nicht, daß dir jedes detail vorgeschrieben wird.“ auf der anderen seite, wenn wir über belange der ökonomie und ökologie sprechen, sagt er: „manches kannst du nur über den preis und über vorschriften regeln“, weil die meisten menschen in der orientierung auf eigennutz keine ausreichende motivation aufbrächten, diesen eigennutz zugunsten des gemeinwohls angemessen zurückzunehmen.

ich denke, genau hier stecken auch manche vorhaben der regionalpolitik fest. ich schließe daraus, daß gemeinwohl passend dargestellt werden muß, um in diesen punkten etwas voranzubringen. und das geht sicher nicht über flotte werbesprüche. für kunst- und kulturschaffende kann das bedeutet: begegnen und erzählen. („erzählen“ meint hier freilich ganz verschiedene künstlerische techniken und verfahrensweisen.)

das meint nicht, der kulturbetrieb sei als „werkzeugkiste“ für sozialarbeit und regionalpolitische reparaturarbeiten gedacht. der kulturbetrieb schafft einen ereignis- und erfahrungsraum für einige ganz grundlegende kompetenzen der menschen. das hat auch seine trivialen ausläufer.

emil gruber, sammler, reisender, besitzer einer „wunderkammer“
emil gruber, sammler, reisender, besitzer einer „wunderkammer“

ich sehe mich selbst als ein kind der pop-kultur. diese proleten-situation in grazer hochhäusern hatte zwar einzelne momente mit beethoven und mozart, aber ohne goethe, zweig und handke. das war also keine kindheit nach der art des bildungsbürgertums, sondern eine welt, in der „readers digest“ und popmusik dominiert haben, in der comic-hefte als „schundhefte“ ausgewiesen, aber sehr populär waren.

diese meine welt, in der harte schläge als normal galten, aber intellektualität verdacht erregte, ließ mich an trivialen stoffen großen geschmack finden. das ist ein stück hintergund jenes tätigkeitsbereiches, den wir heute in der region einem „kuratorium für triviale mythen“ übertragen haben: [link] von sammler emil gruber, der unser manifest des „avantourismus“ verfaßt hat, habe ich eine vorstellung von „wunderkammern“ bezogen, die sehr emotionales, genau nicht theoretisch fundiertes sammeln ausdrücken.

in grubers avantouristischen traktat heißt es an einer stelle: „2. Unsere vertragliche Pflicht ist nicht die ordnungsgemäße Vermittlung von Pauschalavantourismuserkenntnissen sondern individuelle avantouristische Erkenntnisleistungen.“ ein ironischer hinweis darauf, daß wir erfahrung und erkenntnis nur über eigeninitiative und die wahrnehmung eigener verantwortung für erreichbar halten.

techniker m. (links) im selbstgebauten cockpit einer formel 1-simulation und dj m. an den turntables (zur wahrung der privatsphäre anonymisiert)

inzwischen sind freilich noch ganz andere felder von jugendkulturen aufgegangen, die von anderen musiken und anderen codes bestimmt sind, anders als alles, mit dem ich aufgewachsen bin. kurios genug, daß wir darin berühungspunkte und überlappungen finden, denn wenn diese youngsters party machen, repräsentiere ich eigentlich dabei die generation, die von ihnen schon zu großeltern gemacht wurde. das ergibt interessante begegnungen und kuriose interferenzen: [link]

noch einmal zurück zu gemeinderat wolfgang leitner, der dem kulturausschuß von gleisdorf angehört. in unserer erörterung kam ein nebensatz vor, den ich für sehr wichtig halte: „wir können im kulturausschuß nur bearbeiten, was uns vorgelegt wird.“ der ausschuß ist also kein gremium, das von sich aus in kulturpolitischen fragen aktiv wird. er ist ein fachausschuß, der dem gemeinderat zuarbeitet.

daraus folgt, wir müssen vor allem einmal von uns aus klären, welche rollensituation und welches verhältnis wir als kunst- und kulturschaffende gegenüber a) dem gemeinderat und b) dem kulturausschuß einnehmen wollen. von da ab kann sicherlich wachsende verständigung greifen, kann sich auch ein zeitgemäßer entwurf der kooperation zwischen a) der kommune und b) bürgerinnen und bürgern entwickeln.

was das an kulturpolitischen optionen für nicht bloß einen ort, sondern eine region ergeben soll, will erst geklärt sein.

[2050: übersicht]

und dann 2050? #3

was für ganz europa gilt, finde ich schon in der region. das leichthin ausgeprochene „WIR“ ist ein phantasma, eine kühne übereinkunft. so lange alles glatt läuft, bleibt dieses „wir“ stark und fraglos aufgestellt. sobald es konflikte oder krisen gibt, zeigt sich die brüchigkeit solcher übereinkünfte.

schlecht? aber nein! so ist nun einmal unsere spezies offenbar gemacht, nehme ich an, und wir haben unsere KULTUR, um erfahrungen zu sammeln, wie man bei all dem trennenden, das uns ausmacht, GEMEINSCHAFT erfahren kann.

aus der befassung mit gegenwartskunst kennen wir etwas, das sich auch in fragen der alltagsbewältigung oft bestätigt: es können keine „wahrheiten“ generiert werden, indem man einfach möglichst alle widersprüche eliminert.

darin liegt zugleich ein hinweis, daß hierarchische konzepte der deutung unserer welt (definitionsmacht als „monopol“) in dieser gegenwart nicht gerade vielversprechend sind. im sinne von: einer darf sagen, was die dinge sind, alle anderen folgen dann. das haben unsere leute auf viele erdenkliche arten durchgespielt. (es hat übrigens, quer durch das 20. jahrhundert, stets zu massakern geführt.)

ab da wird es nun komplex und anspruchsvoll:
+) wie pflegen wir eine „praxis des kontrastes“ in einer massengesellschaft, wo die menschen höchst unterschiedliche positionen einnehmen, was wissensdurst, sachkenntnis und überblick zum stand der dinge angeht?
+) wie verhandelt man gesamtgesellschaftliche anliegen, wenn deshalb auch kompetenzen sehr unterschiedlich verteilt sind?

wir haben bei „kunst ost“ zu einem ganz pragmatischen arbeitsansatz gefunden. selbst sehr unterschiedlich besetzte felder mit themenstellungen, die allgemein sehr unterschiedlich bewertet werden, können über zwei simple fragen höchstwahrscheinlich zu einem ansatz für
a) nähere verständigung und
b) kooperation kommen.

+) frage #1: haben wir gemeinsame FRAGESTELLUNGEN, die uns gleichermaßen interessieren?
+) frage #2: können wir daraus gemeinsame AUFGABENSTELLUNGEN ableiten, die uns gleichermaßen reizvoll erscheinen und bei denen sich die summe unserer kompetenzen ergänzt?

unsere praxis zeigt: über diese zwei punkte läßt sich auch triviales mit sehr anspruchsvollem verbinden. simples und komplexes haben plötzlich das zeug, geradezu komplementär ineinander zu gehen. das schafft gemeinsamen platz, einen „möglichkeitsraum“ für menschen mit sehr unterschiedlichen neigungen.

zwei augenblicke in unserer kulturellen praxis waren während der letzten wochen anregend für das, worum es nun auch in diesem regionalen projekt zu den „visionen 2050“ gehen mag. den einen moment habe ich in beitrag #2 skizziert. sabine hänsgen („kollektive aktionen“, moskau) zitierte: „wir müssen verfremden, um unsere wahrnehmung zu erneuern.“ und meinte damit eine kulturell gefaßte verfahrensweise unserer kognitiven möglichkeiten, daß wir nämlich „das eigene immer wieder auch über das fremde zu reflektieren“ haben.

dazu paßt eine andere anregung, die sich bei der ersten veranstaltung in der „werkstatt gleisdorf: zeitgeschichte + kultur“ von wolfgang seereiter ergab. nachdem die vernissage verklungen und die musikgruppe nach wien weitergezogen war, fand eine runde zusammen, im sinn des wortes, denn wir saßen im kreis des hellen raumes, um gerade erlebtes zu reflektieren.

die sprachwissenschafterin ursula glaeser, der spache romanes kundig, mit kultur und lebensrealität der roma vertraut (roma service), hatte in der debatte eine exponierte position. es ist ja knifflig, uns quasi in gesamteuropäischer nachbarschaft einer ethnie und kultur anzunähern, die von uns mit so weit in die geschichte zurückreichenden ressentiments, repressionen und klischees getrennt ist.

ursula glaeser und wolfgang seereiter

ich bin bei dieser debatte erneut meine „balkan-erfahrung“ gestoßen. damit meine ich: seit jahrzehnten lese ich viel über den balkan und begleite debatten darüber. seit vielen jahren bin ich mit leuten vom balkan in laufendem kontakt und austausch. wir kooperieren beispielsweise im kulturbereich sehr konkret. ich nehme daher gerne an, die südslawischen ethnien, ihre mentalitäten und eigenheiten seien mir einiugermaßen vertraut.

doch immer wieder erlebe ich dann: ich sehe nicht was ich sehe. ich deute manche momente und situationen völlig falsch. ich sehe gelegentlich nicht, was eigentlich HINTER diesem oder jenem moment steckt.

vielleicht ist es ja so, das diese ethnische vielfalt europas unüberbrückbar bleibt; im sinne dieses trennenden. daß eben vieles, in dem die einen aufgewachsen sind, den anderen verschlossen bleiben muß.

aber eventuell ist genau das die gute nachricht und eine ungaubliche chance, aus solchen kontrasten, aus der beeindruckenden vielfalt der ethnien europas, große vorteile zu ziehen; indem man nämlich das trennende nicht als etwas uns trennendes deutet, sondern als einen kulturellen „schatz“ der verbindet.

und genau das dürfte ebenso auf regionaler ebene zum tragen kommen, denn so viel ist klar: so manche bäuerin der region, so mancher fabriksarbeiter, diese ärztin und jener bürgermeister sind mit in mentalität und vorlieben wesentlich fremder, als nikola dzafo aus petrovaradin oder selman trtovac aus beograd.

ich denke, eine zukunftsweisende arbeit an neuen aufgabenstellungen der regionalentwicklung hat zur voraussetzung, daß es uns gelingt, hierarchische anordnungen kultureller positionen aufzugeben und selbst das lokale wie regionale „WIR“ als eine konvention zu verstehen, als eine kulturelle und politische leistung, welche antwortvielfalt und widerspruch als das verbindende werten.

das klingt vielleicht auf anhieb etwas gewöhnungsbedürftig. ich hab da natürlich leicht reden, weil die befassung mit kunst ohne solche scheinbar widersprüchlichen denkweisen überhaupt keine zugänge aufgehen ließe. mir kommt das also aus den letzten jahrzehnten heraus naheliegend und vertraut vor.

beim ausgangspunkt für eine arbeit an möglichen „visionen 2050“ sehe ich also zwei wichtige „markierungen“, deren kenntnis mutmaßlich eine kulturelle voraussetzung ist, damit solche arbeit gelingen kann:
+) „das eigene immer wieder auch über das fremde zu reflektieren“
+) „ich sehe nicht was ich sehe“

[2050: übersicht]

TIP: Roma in Bewegung

Filmnacht:
Freitag, 4. November
19:30 Uhr
Safe European Home?
werkstatt gleisdorf: zeitgeschichte + kultur

Die „werkstatt gleisdorf“ übernimmt in großen Teilen das Filmprogramm der Wiener Festwochen / Filmnacht 1. Juni 2011, kuratiert von Ursula Glaeser (Verein Roma Service), Astrid Kury (Akademie Graz), Margarethe Makovec ( graz), Delaine & Damian LeBas (Künstler) und Suzana Milevska (Kuratorin der Ausstellung „Roma Protokoll“).

+) Minderheit in Mehrheit, Musikvideoclip, Tschech. Rep. 2011, 4:30 Min., Regie: Bankleer
+) Faces of Change, Dokfilm, Ung. 2010, 27 Min., Regie: Katalin Bársony
+) Uglyville — A Contention of Anti-Romaism in Europe, Video, Österr. / Serbien, 57 Min, Regie: E. Freudmann, I. Marjanovi?
+) George-Settlement, Animation, Ung. 2011, 8 Min., Regie: Csaba Nernes
+) Romanes, Kurzfilm, Österr. / Italien, 2009/10, 16 Min., Regie: Anja Krautgasser
+) Settled Travellers, Mobile Settlers, Kurzfilm, Irland 2009-2011, 22 Min., Regie: Katrin Hornek
+) Pretty Dyana – A Gypsy recycling saga, Dokfilm, Serbien/Montenegro 2003, 45 Min., Regie: Boris Mitic

werkstatt gleisdorf: zeitgeschichte + kultur
franz josef-straße 18

und dann 2050? #2

ich hab in einer ersten notiz [link] zu „ienergie weiz-gleisdorf“ angemerkt: KOMMUNIKATION scheint mir dabei übehaupt DAS „schlüsselereignis“ zu sein. und daß fragen der idetität immer auch ein umgang mit DIFFERENZ seien. das hat auch sehr grundsätzliche bedeutung für die möglichkeiten unserer wahrnehmung. das sind teile unserer kulturellen fundamente.

von links: mirjana peitler-selakov, vlado macura und sabine hänsgen

in unserem kleinen gespräch auf der donau-terasse von kunstsammler vlado macura zitierte sabine hänsgen („kollektive aktionen“) wiktor schklowski: „wir müssen verfremden, um unsere wahrnehmung zu erneuern.“ wir haben dann kurz erörtert, was das für die gesellschaftliche praxis bedeuten würde. hänsgen: „das eigene nicht als eigenes ständig zu reproduzieren“, woraus sich etwa „bei der herausbildung neuer nationalismen“ probleme ergeben würden, „sondern das eigene immer wieder auch über das fremde zu reflektieren“. [quelle]

verfremden um zu erkennen, sich öffnen, um das eigene zu sichern, an solchen möglichkeiten haben wir zu arbeiten. das ist freilich eine kühne intention gegenüber beispielsweise leuten aus der kommunalpolitik, die ganz offen sagen, ihre primäre pflicht sei es, den vorteil ihrer eigenen gemeinde im auge zu behalten. wir kennen ja auch keine KULTURPOLITIK, die über gemeindegrenzen hinaus eine umfassendere kulturelle situation in einer region meinen oder beschreiben würde.

im august 2010 war mehr als klar, daß ein großteil funktionstragender in den gemeinden, und zwar österreichweit, überhaupt nicht verstanden hat, was an kulturellen agenda zu bearbeiten wäre, welche rollen kunst- und kulturschaffende dabei spielen würden. bei den umfragen des gemeindebundes, in welchen bereichen KÜRZUNGEN akzeptabel erscheinen würden, waren kunst und kultur die absoluten spitzenreiter.

das heißt, 91 prozent der befragten bürgermeisterinnen und bürgermeister, mehr noch, 95 prozent der bevölkerung, fanden, man solle in diesen bereichen kürzen. siehe dazu den eintrag im projekt-logbuch: [link]

diese unstände sind freilich nicht bloß den funktionstragenden vorzuhalten. es fehlt auf der anderen seiten seit jahren an kulturpolitischen maßnahmen und klärenden schritten, mit denen kunst- und kulturschaffende deutlich machen wüden, welche rollen und aufgaben ihnen im gemeinwesen behagen könnten, außer einem selbstbezogenen produzieren von ästhtetik.

das ist natürlich kein statement gegen die autonomie der kunst, sondern für eine klar kommunizierbare KULTURPOLITISCHE haltung. das ist etwas, wo wir im eigenen milieu deutlich mehr trennschärfe brauchen: was sind kategorien der kunst und ihrer freiheit und was sind kompetenzen, die wir aus der befassung muit kunst beziehen, um sie AUCH Im gemeinwesen zur wirkung zu bringen… (siehe dazu auch: wovon handelt kulturpolitik?)

[2050: übersicht]

zeitgeschichte und kultur

ich hab hier von wolfgang seereiter früher schon einmal erzählt. anlaß dazu war ein film von elisabeth scharang, der im rahmen des projektes „zukunft braucht erinnerung“ gezeigt wurde: [link] das thema erinnerung habe ich kürzlich in einem anderen zusammenhang angeschnitten. nobelpreisträger eric kandel hat in seiner forschung klar gemacht, daß erinnern nicht nur eine fähigkeit von menschen ist, sondern auch ein vorgang, der auf uns sogar physisch veränderns einwirkt: [link]

dazu kommt, daß einige von uns gerade erst bedingungen der regionalentwicklung debattiert haben. dabei wies michael narodoslawsky von der tu graz darauf hin, wie zentral die fragen der identität in diesen zusammenhängen seien. wo wir uns fragen, wer wir sind, ist das thema erinnern unausweichlich, ist „erinnerungskultur“ eine zentrale angelegenheit: [link]

zurück zu wolfgang seereiter. der hat eben eine „werkstatt gleisdorf: zeitgeschichte + kultur“ eröffnet. damit bündelt er zwei große themenkomplexe, von denen manche funktionstragende der region nach wie vor glauben, daß sie gegenüber den anforderungen der alltagsbewältigung nachrangig seien. dabei ist es genau umgekehrt, unser alltag, wenn er auf eine fruchtbare zukunft ausgerichtet sein soll, ist nicht bewältigbar, ohne aus den zwei genannten bereichen zu schöpfen.

es wird noch einige zeit in anspruch nehmen, diese zusammenhänge genauer herauszuarbeiten und im regionalgeschehen deutlich zu machen. aktueller anlaß der eröffnung dieser werkstatt war die ausstellung „roma in bewegung“, welche in kooperation mit der „akademie graz“ nach gleisdorf gebracht wurde. es ist ja immerhin ein millionen-volk europas, bloß nicht in einem nationalstaat angesiedelt, sondern kulturell konstituiert.

ursula glaeser und wolfgang seereiter

damit hat ganz europa offenbar seine probleme, weil vorherrschende ideologie anscheinend nahelegt, ethnien mit konkreten staaten zu assoziieren. diese soziokulturelle problemlage hat historisch eine lange und brutale vorgeschichte, deren teil in der nazi-ära einen höhepunkt an menschenverachtung gebildet hat.

journalist norbert mappes-niediek hat in einem seiner bücher sinngemäß geschrieben, europa sei zu arrogant, um zu begreifen, wie jugoslawisch seine probleme sind. dabei geht es um das zusammenleben verschiedener ethnien, die in summe europa ausmachen.

ethnische „begradigungen“ kennen wir nicht nur von srebrenica als extremem beispiel. das kann man auch mit mitteln der sozial- und arbeitsmarktpolitik machen. wir eu-europäer haben noch allerhand schwierigkeiten, multi-ethnische zustände als staatstragende normalität zu verstehen und zu leben.

in vermutlich solchem sinn hat ursula glaeser (akademie graz) beim eröffnungsabend den fokus ihres beitrages eher auf die gegenwart der roma gelenkt, auf deren derzeitige lebensrealitäten, die ja höchst unterschiedlich sind. während sie auf dem boulevard vor allem mit bettelnden paria assoziiert werden, repräsentieren sie gesamteuropäisch alle sozialen schichten, bis hin zu gut situierten geschäftsleuten und funktionstragenden der politik.

mobilitätsgeschichte

die „avantouristische zentralbibliothek“ hat zuwachs erhalten. diese kleine bibliothek hat sozialhistoriker matthias marschik vor einer weile mit seinem opulenten band „flieger, grüß‘ mir die sonne …. eine kleine kulturgeschichte der luftfahrt“ initiiert. sammler emil gruber setzte mit dem film „two lane blacktop“ von monte hellman einen wichtigen cineastischen akzent in dieser jungen sammlung.

nun kam per post gerade marschiks aktuelle publikation: „automobil in wien 1955-1975“. der band erschien im „sutton verlag“ wo zur zeit unsere gemeinsame publikation über den steyr-puch 500 in arbeit ist. das „kuratorium für triviale mythen“ [link] ist also wieder aktiver und der „avantourismus“ wird neue blüten treiben.

unser nächstes projekt ist eine publikation mit den ausschneidebögen von michael toson, wobei das artwork von graphic novelist jörg vogeltanz kommen wird. apropos toson. der fährt inzwischen, wenn das wetter nicht zu unfreundlich ist, einen ferrari mondial, was am steuer einige unerschrockenheit verlangt und in der garage die fertigkeiten eines versierten mechanikers.

marschik und ich sind bescheidener motorisiert, dafür mit unseren überlegungen gerade in den optionen jener legendären hochenergie-zone, die sich überm teich als ära der „muscle cars“ manifestiert hat, während europas automobilismus ideologisch und technisch andere wege ging. aber dem thema widmen wir uns wohl erst kommendes jahr näher. (siehe zu marschik auch: individuelle mobilität!)

und dann 2050?

wenn sich zur frage der gestaltung unserer zukunft nicht nur leute aus der welt funktionstragender angesprochen fühlen sollen, wird es knifflig. „bottom up“, „bürgebeteiligung“, fein, aber wie gelingt kommunikation zwischen milieus, die kaum praktische erfahrung haben, einen austausch in augenhöhe zu pflegen? und wie gelingt dann erst konkrete kooperation?

solche fragen dürften im hintergund lauern, wenn es etwa um projekte wie „ienergie weiz-gleisdorf“ geht; siehe: [link] KOMMUNIKATION scheint mir dabei übehaupt DAS „schlüsselereignis“ zu sein. nun hat ein erster öffentlich zugänglicher abend zu dieser themenstellung stattgefunden: wie soll sich die region entwickeln? wie wollen wir in 40 jahren leben?

michael narodoslawsky von der tu graz

dazu hat ein projektteam fünf szenarien entworfen. das sind keine prognosen, sondern bloß denkmodelle von möglichen situationen in der zukunft. es stand dem publikum frei, eines der szenarien als das plausibelste hervorzuheben. ich hab zuerst eine eher pessimistische einschätzung bevorzugt. mit einer kleinen runde von „kunst ost“-leuten fanden wir uns dann aber bei der optimistischsten version wieder.

das hatte sehr wesentlich mit einer kurzen erörterung mit michael narodoslawsky von der tu graz zu tun, der bei jenem modell als diskussionspartner zur verfügung stand. er empfahl: „trennen wir einmal projekt und regionale realität“, was vermutlich meint, man solle sich den kopf frei machen, denn: „irgendwo muß man einmal anfangen zu klären, wo die region eigentlich hin will.“ dabei sollte man sich vermutlich nicht von überlegungen bezüglich des status quo einengen lassen.

rechts: malerin michaela knittelfelder-lang

narodoslawsky betonte: „regionalentwicklung spielt sich in den köpfen und in der kultur ab. wenn es da nicht hineingeht, ist es keine regionalentwicklung, sondern ein technologieprojekt.“ auf die frage, wovon wohl günstige veränderungsprozesse in einer ganzen region ausgelöst würden, falls für die menschen klar sei, WAS die region sei und was das alles mit ihnen zu tun habe, meinte narodoslawsky: „es braucht einen zündenden funken.“ und der habe mit IDENTITÄT zu tun.

aber welche IMPULSE könnten so einen funken auslösen? was muß geschehen, damit etwas „überspringt“? dazu meinte narodoslawsky, es gehe nicht nur um die impulse, sondern daß sie auch RESONANZ fänden. das skizziert ja klar eine KOMMUNIKATIONSSITUATION, vorzugsweise nicht im alten „broadcasting-modus“: ein sender, viele empfänger.

genau damit haben wir aber, trotz mehrerer jahre neuer mediensituation, noch erhebliche probleme: wie kommunizieren viele sender mit vielen empfängern, so daß mehr als bloß geschwätzigkeit und hintergrundrauschen herauskommen? müssen wir da auch mit inhalten anders umzugehen lernen? was bedeutet so eine kommunikationssituation für die welten „alter funktionärsherrlichkeit“? was heißt das für bürgerinnen und bürger, die den staat eher als service-eirichtung betrachten?

von links: wissenschafterin ulli vilsmaier, projektleiter matthias schaffer, bürgermeister christoph stark und wissenschafter michael narodoslawsky

wenn als IDENTITÄT bei solchen vorhaben ein zentraler faktor ist, dann haben wir unter anderem von kulturellen agenda zu reden. wenn es um identität gehen soll, müssen wir ja eine vorstellung entwickeln, wer wir sind. das ist immer auch ein umgang mit DIFFERENZ.

wo im scheinbar widersprüchlichen ein größeres ganzes erkennbar werden mag, muß zur „erzählung“ dieses größeren ganzen eine vielfalt an stimmen zugelassen sein. auf dem boulevard suggeriert uns gängige medienpraxis, das sei nur über komplexitätsreduktion und knappe slogans/headlines möglich. ich bezweifle das…

[2050: übersicht]

arbeit an perspektiven

bei den “talking communities” [link] war eben eine kleine und lebhafte runde zugange. die anstehenden debatten drehten sich sehr schnell um die nahe zukunft der kunst- und kulturschaffenden in unserer region. die budgets sind radikal gekürzt. die offiziellen kräfte aus politik und verwaltung sind überwiegend mit sich und den „hauseigenen“ problemen befaßt. ich hab den status quo hier exemplarisch skizziert: [link]

ich halte es für fatal, daß so viele kommunikationslinien abgebrochen sind. doch das liegt nicht bloß im rückzug der leute aus politik und verwaltung begründet. das haben wir, kunst- und kulturschaffende, selbst mitproduziert. hier ist defintiv kein kollektiv, das den kommunen gegenüber wenigstens in einem kleinen kern geschlossen auftreten könnte, um ansprüche und vorhaben plausibel darzulegen und zu begründen.

welche (arbeits-) bedingungen von kunst- und kulturschaffenden sind unverzichtbar? was sollte und was muß davon die öffentliche hand übernehmen? warum muß sie das? wofür können und wollen wir selbst aufkommen? welche praktikablen konzepte haben wir in unseren taschen und welche handlungspläne würden deren umsetzung sichern?

die arbeit, die vorhaben und die dazu nötigen mittel darlegen, begründen. das haben wir erörtert. konsequenzen solcher arbeitsgespräche zeigen sich langsam in einem deutlichen konzentrationsprozeß bei „kunst ost“. es geht darum, erfahrungen, engagement und andere ressourcen zu bündeln. das ist OHNE derlei arbeitsgespräche und deren kontinuität durchs jahr nicht zu schaffen. also werden wir solche arbeitsschritte intensivieren.

das hat einen weiteren nutzen. dadurch wird innerhalb der community viel klarer, wer mit welchen intentionen welche ziele verfolgt und daher mit wem zusammengreifen mag. solche verständigungsprozesse haben momentan hohe priorität.

das alles würde nicht fruchten, wäre uns eine konsequente kommunikation nach außen egal. wenn etwa dieser tage in der region öffentlich die frage nach der „gestaltung der zukunft“ [link] gestellt wird, noch dazu mit dem zeithorizont 2050, dann gehe ich davon aus, daß höchstwahrscheinlich kein regionaler kulturbeauftragter erscheinen wird, um offiziell für die zukunft des kulturellen klimas in der region zu sprechen. das werden wir schon selbst erledigen müssen.

wir sollten auch gelegentlich kulturelle visionen äußern können; inklusive einiger ideen, wie sie sich realisieren ließen. es muß ja nicht bloß in die richtung fixer einrichtungen einer dimension gehen, wie sie uns gerade im kontext „kompetenzzentrum für steirische gegenwartskunst“ [link] beschäftigt.

wer auch immer glaubt, daß ein vitaler kulturbetrieb wichtig, ja unverzichtbar sei, es gibt dazu keinen breiten gesellschaftlichen konsens. der ball liegt bei uns, nirgends sonst.

erinnerung als kulturtechnik der menschwerdung

vorweg: mit diesem titel meine ich selbstverständlich nicht, es bedürfe einer kulturellen technik, um mensch zu werden. das ist man, indem man hier ist. aber das laufende werden auf diese oder jene art ist offenbar so angelegt, daß wir durch erinnern uns verändern, also kontinuierlich werden.

ich hab vor jahren das bemerkenswerte buch „auf der suche nach dem gedächtnis“ des nobelpreisträgers eric kandel geschenkt bekommen. der mann hat neurowissenschaft und psychoanalyse zusammengeführt, dabei zu bemerkenswerten erkenntnissen darüber gefunden, wie unser erinnerungsvermögen funktioniert.

diese lektüre stand für mich in einer reihe von themenbezogenen lese-erlebnissen, die mit „descartes‘ irrtum“ von antonio damasio zwar nicht begann, aber von da her wichtige impulse bezog. als junger kerl habe ich „denken, lernen, vergessen“ von frederic vester verblüffend und anregend gefunden. karl popper und karl c. eccels wiesen mir mit „das ich und sein gehirn“ wichtige denkwege, wobei mich vor allem eccels (übrigens auch ein nobelpristräger) mit seinen ausflügen in die quantenphysik definitiv überfordert hat.

aber die idee, daß ein ICH sich ein adäquates organ (gehirn) bauen würde, so meine verkürzte deutung von popper und eccels, hat mich elektrisiert; was das treffende wort ist, denn neben der chemie spielen elektrische impulse offenbar eine starke rolle in unserem leib. dann war da noch „geschichte und gedächtnis“ von jacques legoff für mich eine wichtige station. (legoff ist ein historiker mit einem erzählstil ganz nach meinem geschmack.)  all diese lektüre war bei mir durchwoben vom „radikalen konstruktivismus“ und den ideen von leuten wie heinz von foerster. (kybernetik zweiter ordnung, autopoiese etc.)

sie ahnen den zusammenhang? mich beschäftigen da unsere kulturellen möglichkeiten im rahmen der „conditio humana“ in ihren physiologischen und psychologischen grundlagen der wahrnehmung, jeweils auch im unterschiedlichen historischen kontext betrachtet. das ist ein SEHR aufregender themenkomplex. (vielleicht hätte ich den vorvorigen satz in zwei bis drei teile zerlegen sollen. ;-)) das hat auch sehr viel mit den fragen nach möglichkeiten und bedeutungen der KUNST zu tun.

wer sich diesen themen widmet, staunt schnell über die groteske vorstellung mancher menschen, eine befassung mit kunst sei eher müßiges freizeitvergnügen, sei ein umgang mit dekorationsgeschäften, buntes anhängsel eines lebens, wenn nicht gar „abgehobener“ sonderspaß von minoritäten. wenn man begreift, welche konsquenzen sich aus wahrnehmung und kommunikation der menschen praktisch tagtäglich ergeben, welche grundlagen das BEGREIFEN hat, ändert sich die auffassung von gesellschaftlichen BEDEUTUNGEN der kunst fast zwangsläufig.

seit rund zwei jahren gibt es auch einen sehr amüsanten dokumentarfilm, der den gleichen titel trägt wie kandels buch. daraus ist allerhand über die ergebnisse seiner arbeit zu erfahren: „auf der suche nach dem gedächtnis“ [link] von petra seeger. auf einer eigenen website zum film ist im bereich „presse“ ein interessantes pdf-dokument von 18 seiten umfang downloadbar: [link]

kandel ist das, was wir in österreich eine „lachwurzen“ nennen würden, also jemand, der gerne und oft lacht. mit viel humor erzählt er episoden seines lebens und gibt einblicke in seine arbeit.

eine stelle im film, die es mir besonders angetan hat, ist die passage mit kandels aussagen darüber, daß menschliche kommunikation bedeutet, auf einander VERÄNDERND einzuwirken, was sogar zu ANATOMISCHEN veränderungen in unserem gehirn führe. wahrnehmungsprozesse, kommunikation, unser ganzes kognitives spektrum zuzüglich der vielfältigen kommunikationsformen hat in menschlicher gemeinschaft also radikale auswirkungen.

legen wir das auf die befassung mit kunst um, auch auf unsere auseinandersetzung mit einander, wenn KUNST der ANLASS dazu ist. wenn wir uns also ÜBER kunst auszutauschen – ganz egal, ob als kunstschaffende oder rezipierende — erfassen wir dieses ganze spektrum, das genau NICHT der alltagsbewältigung und dem abarbeiten von routinen gewidmet ist.

das ist ja eine der besonderheit der „sache kunst“. sie ist von solchen „banalen zwecken“ weitgehend befreit, gilt nur sich selbst. das heißt, da haben wir ein sehr puristisch angelegtes feld für grundlegende menshcliche (selbst-) erfahrungen), bei dem es primär um unsere potenziale geht und darum, sie zu verfeinern. das wiederuzm ist dann in den möglichen ergebnissen und erfahrungen nicht bloß dem bereich der kunst gewidmet, sondern läßt mich auf andere art in der welt sein.

da müßte dann doch auch dem letzten dorfdeppen dämmern, welche kraft in der befassung mit kunst liegt und was das für uns bedeutet. dann dämmert einem freilich auch, warum sich eliten angeregt darum bemühen, solche zugänge sich selbst vorzubehalten und den „pöbel“ mit derlei gar nicht erst zu belasten. das klappt ganz gut, soweit ich alle wochen einmal höre, wie „abgehoben“, „elitär“, „unverständlich“ und daher auch „unerheblich“ die „moderne“ kunst sei.

warum sollten sich gar zu viele menschen mit der eigenen wahrnehmung, ihrer kommunikation und der verfeinerung von beidem befassen? anders ausgedrückt… wie sagte joseph beuys? herrschaftssysteme haben es am liebsten mit schafen zu tun. (siehe dazu: was ist kunst? #20)

gleisdorf-session: virtuosen der täuschung

unser abend am 20. oktober 2011 in der gleisdorfer galerie „einraum“ wird sehr verschiedenen aspekten gewidmet sein: [link] dazu eine kleine vorgeschichte.

als in „treci beograd“ die session mit den „kollektiven aktionen“ aus moskau eröffnet wurde (eine weitere station der „virtuosen der täuschung“), sage ein künstler zu mir: „konzeptkunst interessiert mich überhaupt nicht. ich bin maler.“

er ist ein maler, der zum beispiel monate an einem ölbild arbeitet, schicht um schicht, der also ausdauernd in zeit und in material verwoben ist, bis so ein werk entstanden ist.

die vernissage auf dem areal von "treci beograd"

das ist selbstverständlich eine radikal andere verfahrensweise, als eine kunstform, die primär über denken und über text entsteht, um sich dann in aktionen einzulösen und über dokumentar-material evidenz zu erlangen. (siehe dazu auch: „beuys verstand das denken als „quellpunkt aller kreativität“. [link]) es wäre freilich töricht, eines dieser genres gegen das andere auszuspielen.

wenn wir nun im rahmen der „talking communities“ einen schritt der reflexion über solche abläufe setzen, führt das unausweichlich auf mehrere ebenen. für die einen ist künstlerische praxis im herkömmlichen sinn vorrangig, sie fühlen sich dabei nicht auf diskurse angewiesen. für andere ist die debatte über kunst und deren bedingungen ein zentrales feld ihres künstlerischen tuns.

sergej letov ("kollektive aktionen") bei der vernissage: "ich bin kein künstler, ich bin musiker."

zusätzlich fallen noch kulturpolitische fragestellungen an, wo wir allenfalls der auffassung sind, daß kunstgeschehen nicht nur am markt orientiert sein dürfe, daß es deshalb wünschswert erschiene, die öffentliche hand möchte den kunstbetrieb unterstützten, mitfinanzieren.

so oder so, im kern geht es freilich um unsere wahrnehmung und unsere möglichkeiten, aus eingespielten konventionen des sehens und denkens immer wieder auszusteigen, sich quasi selbt zu „entfremden“, um so für neue erfahrungen empfänglich zu werden.

dem sind die abende der „talking communities“ gewidmet; stark gesprächsbezogen, auf die debatte offener fragen gerichtet.

+) eine anregung zu diesem abend von sabine hänsgen: [link]
+) einige offene fragen: [link]
+) the track: archive [link]