Symposion: In Rust we trust!

Die knapp gehaltene Email an den Soziologen Rainer Rosegger und mich besagt: „lieber martin, wunderbar! dann ziehen wir das so durch :-) muss mich leider kurz halten, bin gerade in der pause einer jurysitzung … schöne grüße, günther“

Was daran so angenehm ist? Wir brauchen keinen Arbeitstag an irgendeiner Theke zu hängen, um zu einen Konsens zu kommen. Gut, so ein schlüssiges Zusammenkommen handelt natürlich auch von Vorgeschichten.

Aber genau das ist ja mein Ding. Prozesse. Work in Progress. Mich interessiert selten bis nie ein Event für sich. Mich interessieren Rough Consensus und Runnig Codes. Ich will auch nicht immer jeden Streit vermeiden. Vor allem aber möchte ich auf sinnvolle Arten unterwegs sein.

Rainer Rosegger (links) und Günther Freisinger bei unserem 2013er-April-Festival

Ich schweife ab! Günther Friesinger ist als Philosoph und als Künstler zugange. Da hatten wir erst kürzlich im Parlament zu tun. Siehe: „Zentral. Lokal. 2014“ [link]

Erstmals erlebte ich ihn, als wir einen fahrenden Zug von Graz, quer durch die Oststeiermark, nach Wien mit einem Symposion bespielten: [link]

Nun geht es auch wieder um ein Symposion, genauer, um zwei. Eines davon demnächst in Eisenerz („Rostfest“), eines in Gleisdorf, kommenden Herbst. Wir haben dabei etwas zu verknüpfen. Eine Reihe von Fragen, ein paar Antworten, ein paar Annahmen. Reichlich Arbeit, Vergnügen auf jeden Fall auch.

So mag ich das, mich mit erfahrenen Leuten umzutreiben. In Eisenerz war ich lange nicht mehr. Manchmal bin ich seinerzeit mit dem Motorrad durchgekommen. Zu einem recht speziellen Anlaß war ich Anfang der 1980er-Jahre mit einer 350er Enduro dort.

Das Ergebnis dieser Reise ist auf kuriose Art erhalten. Herwig G. Höller notierte im Falter #13 von 2010: „’Schließt man den Erzberg, stirbt Eisenerz’ nennt sich die Reportage des jungen Autors Martin Krusche, der reich bebildert auf zwölf Seiten über den Erzberg schreibt.“ [Quelle]

Ds 19884er Steiermark-Merian mit der Eisenerz-Reportage

Nur war ich 2010 schon alles andere als ein junger Autor. Diese Notiz bezieht sich also auf meine Erzberg-Reportage aus dem Jahr 1984, welche offenbar rund 25 Jahre später in eine neue Merian-Ausgabe übernommen wurde.

Ich hatte damals eine Familie zum Gespräch gesucht, von der drei Generation am Berg gearbeitet haben. Davor war ich auf Recherche für den Regisseur Willi Hengstler gewesen, um ein Doku-Drehbuch mit Fakten zu unterfüttern.

Seit damals hat mich dieser Themenkomplex der Sozial- und Industriegeschichte nie mehr losgelassen. So ist es für mich eine ziemlich romantische Angelegenheit, daß mich nun eine kulturelle Aufgabenstellung an diesen Ort zurückbringt.

– [Rostfest] [Generaldokumentation] [Kunstsymposion] –

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Kulturpakt: Historie II

2012 und 2013 waren der Erprobung verschiedener Verwahrensweisen und Organisationsformen gewidmet, um aktuelle Inhalte zu bearbeiten. Mit dem 7. Jänner 2014 hieß es dann, es sei „Weggabelung markiert“ und der Kulturpakt Gleisdorf ging in die Phase II.

Typisch Kunst Ost: Landeskulturkonferenz in einer oststeirischen Autowerkstatt. (Von links: Martin Krusche, Michaela Zingerle, Altbürgermeister Helmut Kienreich, die vormalige Landeskulturreferentin Bettina Vollath, Bürgermeister Christoph Stark und Sandra Kocuvan von der Kulturabteilung des Landes.)

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Kulturpakt: Historie I

Der Kulturpakt Gleisdorf wurzelt in einer Phase grundlegender Veränderungen der Oststeiermark. Einige Bezirksgrenzen wurden neu gezeichnet und die steirischen Großregionen definiert. Eine Verwaltungsreform zog Gemeindefusionen nach sich und LEADER-Regionen wurden durch Zusammenlegungen neu geordnet.

Ein wesentliches Element des Kulturpakt Gleisdorf ist die konkrete Auseinandersetzung mit Fragen der Kunst.

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Kulturpakt: Wildwasserfahrten

Dissens ist immer knifflig. Aber erst ab da wird es in menschlicher Gemeinschaft wirklich interessant, denn der Modus „Wonne und Griesschmarren“ wirft ja gewöhnlich keine bedeutenden Fragen auf.

Zugegeben, wir schrammen an philosophische Kategorien entlang, wenn eine Position für zwischendurch lauten sollte: „Wir sind uns vollkommen einig, daß wir uns nicht einig sind.“

Citymanagr Gerwald Hierzi und Bürgermeister Christoph Stark

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Die Zuneigung des Layouters

Glauben Sie mir, Sie wollen nicht, daß der Layouter eines Programmheftes Sie haßt. Er würde in der Folge vermutlich alles unterlassen, was einer vorteilhaften Kommunikation Ihrer Inhalte nützt. Es liefe auf Dienst nach Vorschrift hinaus.

Unternehmer Ewald Ulrich, der grade begonnen hat, sich im oststeirischen Kulturgeschehen zu engagieren, verständigt sich derzeit mit mir über seine nächsten Schritte. Umsetzungsfragen.

Ewald Ulrich (Schloß Freiberg) orientiert sich gerade, wie die Dinge laufen können

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