Pop: Die Schwelle

Die von Ereignissen sehr dichten letzten Tage habe nun den Abschnitt The Track: Pop herauskristallisiert, der auf The Track: Axiom folgt. Das ist ein weiteres Kapitel in meinem Langzeitprojekt The Long Distance Howl, welches 2013 ein erstes Jahrzehnt Laufzeit abgerundet hatte.

The Track: Pop hat eine unmittelbare Vorgeschichte und eine tiefer liegende Vorgeschichte, hat überdies eine „Schwelle“. An dieser Schwelle stehen im Augenblick mit mir die Handwerkerin Ida Kreutzer und der Singer-Songwriter Sir Oliver Mally.

Diese Schwelle liegt auf einem Fundament, welches die Kunsthistorikerin Mirjana Peitler-Selakov mitgestaltet hat. In diesem „fundamentalen Bereich“ von The Long Distance Howl wirken außerdem schon geraume Zeit drei Kunstschaffende aus dem Süden mit.

Da ist einerseits Selman Trtovac, welcher in der unmittelbaren Vorgeschichte eine mehrfach wesentliche Rolle spielt. Andrerseits sind da Milica Milicevic und Milan Bosnic als das Duo diSTRUKTURA.

Selman Trtovac

Damit ist ein Kern handelnder Personen auf der Schwelle zu The Track: Pop skizziert. In die Tiefe gehende Zusammenhänge lasse ich hier im Augenblick noch unberücksichtigt.

Die jüngeren Wurzeln dieses Abschnittes liegen in meinen Erörterungen zu Fragen der Kunst mit Selman Trtovac. Das führte an einer Stelle zu der populären Pose „Ich kann das auch“, mit der sich Herablassung und Ignoranz gegenüber der Gegenwartskunst gerne ausrücken.

Ich bat Trtovac, mit das in einen Schriftzug von Hand umzusetzen, was unter anderem zu einer Drucksorte führte, die dann im „Amt für allgemeines Können“ zu stempeln war; und zwar mit Stempeln, die aus einem graphischen Diptychon von Trtovac abgeleitet waren. (Die Originale gingen zu geteilten Händen an Peitler-Selakov und mich.)

diSTRUKTURA: Milan Bosnic & Milica Milicevic

Später waren wir in einer Situation des „Kollektiven Träumens“ mit der Gruppe Treci Beograd. Der „Veliki San“ („Großer Traum“) [link] hatte erhebliche Konsequenzen. Die waren von einem Punkt ausgegangen, der sich zwischen Trtovac und mir in einem kleinen Satz manifestierte.

„Ich wähle meine Aufgabe selbst“
“Ja svoj zadatak biram sam.”

Zum Trtovac-Buch „Umetnicka Strategija/Kunststrategie“ [link] kam schließlich die Arbeit mit diSTRUKTURA an der „Balkan Art Strategija“: [link] Dabei bildete Peitler-Selakov einen wesentlichen Angelpunkt

Radenko Milak, der in diesen Abschnitt verwoben ist, malte Tag für Tag weiter an seiner atemberaubenden Aquarellserie, die uns ebenfalls begleiten wird.

Ich muß Mally meinen Leuten nicht erst vorstellen. Er ist einer der maßgeblichen Blues-Interpreten Österreichs. Handwerkerin Kreutzer begleitet unser Kuratorium für triviale Mythen vom Anfang an.

Mirjana Peitler-Selakov und Matthias Marschik

Als wir das Gleisdorfer Kunstsymposion 2013 (The Track: Axiom*Südost) abhielten, war das die erste Station einer Geschäftsstelle unseres Amtes für allgemeines Können, wo die oben erwähnten Stempel zum Einsatz kamen. Dieses Kunstsymposion eröffnete im Kern der Kulturwissenschafter Matthias Marschik mit einem Vortrag zu „Der Mythos vom Ganzen und Einen“ (Identitätskonstruktionen in der Spätmoderne).

Daraus mag ersichtlich werden, daß wir unser Tun zwischen Handwerkspraxis, Kunstpraxis und Diskurs entfalten. Dazu gehört auch, was etwa Umberto Eco in seiner Faschismustheorie klar macht: Kritischer Dissens ist ein Mittel zum Erkenntnisgewinn.

Ich erwähne das in solchem Zusammenhang, weil wir uns nebenher auch mit dem Thema Faschismus zu befassen haben, der in unserem Land einige Grundlagen für die spätere Pop-Kultur hervorgebracht hat: [link]

— [The Track: Pop] [Generaldokumentation] —

Über der krusche

jahrgang 56, freischaffender künstler, repräsentant einer "art under net conditions"
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