Zwischenstand 2022

Es ist Zeit, den Tisch abzuräumen, damit neue Dinge Platz haben. Gestern, Freitag, 19:00 Uhr, Musik in der Gasse, eine Stimme im Lautsprecher, ich dachte: Da sind sie wieder! Die Erregten der Gleisdorfer Unruhe mit ihren merkwürdigen Verbündeten, mit den Identitären, den Hitler-Nostalgikern, Neofaschisten inklusive. Sie waren es aber nicht, sondern die Gleisdorfer Faschingsgilde, von der zum Datum 11. November der Fasching begrüßt und eröffnet wurde.

Von den demokratiepolitischen Goldgräbern bleib in Gleisdorf nicht viel übrig.

Die Vaterländischen und jene, denen jede anderslautende Meinung als die eigene einfach verachtenswerter „Mainstream“ und schändliche „Verschwörung“ ist, haben offenbar die Straße geräumt, wirken wieder in geschlossenen Räumen. Die Anfeindungen der Republik sind verklungen, hallen mutmaßlich in anderen Stuben weiter.

Hatten wir nun parallel zu all dem einen demokratiepolitischen Diskurs, der in die Öffentlichkeit drängte und in eben jenem öffentlichen Raum den Republiksverächtern adäquat antwortete? Nein, hatten wir nicht. Auch mein offener Brief an die Fraktionen im Rathaus erhielt keinerlei substanzielle Antwort, sondern lieferte mir bloß Auskunft, daß man eh alles von Relevanz getan habe, um auf diese Anfechtung von rechts zu reagieren.

Nun fand ich aber nichts von Substanz und Nachhaltigkeit, auch nicht im informellen Bereich; übrigens nicht einmal von jener Seite, auf der seit Jahren die „Erinnerungskultur“ hochgehalten wird. Nichts. Läuft eh alles. Oder wie? Ich denke, meinen „Diskurs: Demokratie“ kann ich eigentlich einstellen, ins Archiv schieben, er wird nicht erkennbar geführt.
+) Diskurs: Demokratie
+) Der Brief (…an die Fraktionen)

Die Weizer Drexler-Konferenz war von einer Projekt-Lobby gekapert worden.

Und die kulturpolitische Lage der Steiermark nach den „Drexler-Konferenzen“? Hatte nicht eine der Dienstleisterinnen des Stabes etliche Mühe darauf verwendet, mir einige meiner Ansichten auszureden? Daß nämlich diese Konferenzen in der Vorbereitung auf allerhand „Geheimdiplomatie“ beruht hätten und daß maßgebliche Personen nach hierarchischen Prinzipien ausgewählt und eingesetzt worden waren. Waren sie nicht? Waren sie freilich, was ich hier noch ausführen und belegen werde.

Übrigens Was wurde aus dem vollmundigen Aviso, die Steiermark habe einen speziellen Akzent zum Thema „Fair pay“ gesetzt? Ist diese Verlautbarung schon bald ein Jahr alt? Ich finde keine Belege. Dieses Thema kann ich wohl auch abräumen. (Aber die Dokumentation werde ich noch vervollständigen.)
+) Das Weizer Panel
+) Kulturpolitische Momente

Ich muß daher akzeptieren, daß ich von kulturpolitischen Verhältnissen einer etwas ermüdeten steirischen „Szene“ umgeben bin. Da sind keine Einwände möglich und der Diskurs hängt aus meiner Sicht völlig in den Seilen. Aber es ist mit der Steiermark wohl wie mit der Welt: selbstverständlich kann man auf das Ganze nicht verändernd zugreifen. Das ist auch gut so. Defizite anzuprangern bleibt Karaoke. Doch in einer Nische lassen sich andere Modi erproben und etablieren.

Ich bevorzuge nach wie vor die Kooperation zwischen den drei Sektoren: Staat, Markt und Zivilgesellschaft. deshalb hab ich die Idee einer Kulturspange neu formuliert und ein paar Dinge in Gang gebracht; in Kooperation mit Menschen, die nicht bloß reden…

— [Die Kulturspange] —

Über der krusche

jahrgang 56, freischaffender künstler, repräsentant einer "art under net conditions"
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