Blick auf 2016

Im Umbruch von 2012 auf 2013 übernahm Künstler Winfried Lehmann die Verantwortung für das Aprilfestival. Er fand in Unternehmer Ewald Ulrich und Medienfachmann Helmut Oberbichler Verbündete. Fokus Freiberg entwickelte sich in der Folge zu einer neuen und vitalen Kulturinitiative der Region.

Von links: Ewald Ulrich,

Von links: Winfried Lehmann, Ewald Ulrich und Helmut Oberbichler

Die Verbindungen zu Kunst Ost riß freilich nie ab, eine laufende Kooperation blieb bestehen. Dort war das Aprilfestival ursprünglich entwickelt worden. Darin liegt unter anderem ein anregendes Beispiel, wie sich Projekte verselbstständigen, um in neuer Eigenständigkeit die Stabilität des regionalen Kulturbetriebes zu stärken.

Nun traf sich das Aprilfestival-Trio mit Kunst Ost-Gründer Martin Krusche, um aktuelle Optionen zu erörtern. Das Aprilfestival wird heuer wieder zu mehreren Orten der Region verzweigt. Der kultur.at: verein für medienkultur realisiert mit Unterstützung des Landes Steiermark die Reihe „Handfertigkeit und Poesie“.

Dabei wird in kontrastreichen Beiträgen untersucht, aus welchen gemeinsamen Quellen ganz verschiedene Genres schöpfen, wie dabei die beiden Instanzen Körper und Geist kooperieren, welches geistige Klima wir heute pflegen sollten, um auf dem Weg Richtung Vierte Industrielle Revolution zu bestehen.

So werden derzeit Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft in ein Wechselspiel gebracht und stellenweise in Veranstaltungen umgesetzt.

Von links: Kerstin Feirer, Sonja Herbitschek und Ewald Ulrich

Von links: Kerstin Feirer, Sonja Herbitschek und Ewald Ulrich

Dazu kommen noch andere Positionen im Raum Gleisdorf, die zunehmend Wirkung entfalten. Das Quartett war nach der eigenen Konferenz noch im „Schätzchen“, einer Drehscheibe zum Thema Vintage Mode. Die beiden Betreiberinnen Sonja Herbitschek und Kerstin Feirer setzen ebenfalls auf kulturelle Optionen.

Bei Feirer entwickelt sich das gerade stark Richtung Jazz, Kleinkunst und Gegenwartsliteratur. In den laufenden Gesprächen forciert diese wachsende Community aktiver Leute Verständigung. Die dabei wirksamen Prinzipien sind simpel. Je mehr eigenständige Formationen erfolgreich agieren, desto stabiler wird die Basis des hiesigen Kulturgeschehens.

Ein Kulturgeschehen, das nicht top down daherkommt, sondern bottom up entwickelt wird und dabei anspruchsvolle Themenstellungen verfolgt. Durch das offene Kommunikationsverhalten kommt es bei den teilweise kniffligen Teilthemen zu günstigen Synergien, während Umsetzungsschritte nicht zentralisiert werden.

Das heißt, die Kooperationen sind nur ein Teil des Geschehens, Eigenständigkeit und Handlungsfreiheit bleiben wichtige Qualitäten. Einige dieser Aktivitäten weisen übrigens auch schon auf das 2016er Kunstsymposion hin. Die Gegenwartskunst ist Angelpunkt. Der Auftakt wird heuer im Kosovo realisiert, in der historischen Stadt Prizren.

Weiter internationals Bezugspunkte sind längst in Arbeit, wie etwa beim mehrjährigen Projekt „From Diaspora To Diversity“. All das wird im KulturGeviert überschaubar gmacht, das im Kern die kulturelle Verbindung zwischen Albersdorf-Prebuch, Hofstätten an der Raab, Gleisdorf und Ludersdorf-Wilfersdorf herstellt.

+) Aprilfestival [link]
+) Handfertigkeit und Poesie (Übersicht) [link]
+) 2016er Kunstsymposion [link]
+) Das KulturGeviert [link]

Über der krusche

jahrgang 56, freischaffender künstler, repräsentant einer "art under net conditions"
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