Das Gastmahl

Die Assistenz der Geschäftsführung des Gleisdorfer Büro für Kultur und Marketing ist seit einiger Zeit Sache von Katharina Scheidl. Sie kommt aus der Privatwirtschaft. Das Kulturvölkchen ist für sie ein neuer Bezugsrahmen, der offenbar ihre Neugier gefunden hat.

Gerwald Hierzi und Katharina Scheidl

In einem unserer Arbeitsgespräche kamen wir vom Motiv des „Runden Tisches“ auf das gemeinsame Tafeln, was sich ja auch als regionales Ereignis inszenieren ließe, demnach als Gastmahl.

Ich erzählte ihr von Platons wunderbarem Text über ein bedeutendes Gastmahl unserer Kulturgeschichte, das altgriechisch… Genau! Das Wort für Gastmahl lautet „Symposion“. Es meint im gegebenen Fall, daß man mit befreundeten Menschen tafelt und sich einigen interessanten Themen widmet, Debatten führt, plaudert.

Scheidl griff dieses Motiv auf, klärte mit dem Boss, ob er der Sache zustimmen würde, nun ist es kurioses Faktum. Der kommende „TIP Kirta“ in Gleisdorf ist das traditionelle Sommerfest der lokalen Wirtschaft in den Straßen des Zentrums.

Ein Experiment: Erstmals rücken Kultur und Gegenwartskunst auf die Karte des TIP Kirta. Punkt 6: Kulturlounge

Dort hat das TIP Citymanagement für die Kulturschaffenden einen ruhigen Winkel reserviert. Auf diesem Feld gibt es einerseits die Möglichkeit, sich mit eigenen Arbeiten oder der eigenen Kulturinitiative präsent zu machen.

Es wird andrerseits am Abend ein „Symposion“ geben, ein Gastmahl, zu dem Kunst- und Kulturschaffende der Region geladen sind. Tafeln, reden, einander kennenlernen.

Wer es zwischendurch gerne lauter und lebhafter haben möchte, kann leicht in den Kirta-Trubel eintauchen. Wer den ruhigeren Winkeln bevorzugt, ist dort für Neugierige, für Gleichgesinnte und für Publikum leicht zu erreichen.

Damit haben der Kulturbeauftragte Gerwald Hierzi und seine Assistentin einen sehr interessanten Schritt gesetzt. Sie führen uns Kulturschaffende auch an solche publikumswirksamen Ereignisse heran, ohne uns leichtsinnig mit Agenda zu befrachten, die nicht Sache der Kultur sein können.

Es ist eine Laborsituation, um Möglichkeiten auszuloten, wie Kulturschaffende sich im kommunalen Geschehen exponieren können, ohne unter falschen Flaggen zu segeln oder sich irgendwelchen Schenkelklopf-Belustigungen anzunähern.

Das Gastmahl/Symposion wird in einer "beruhigten Zone" realisiert.

Dennoch soll erkundet werden, was wir auch an Geselligkeit haben möchten und wie sich das auf passende Art mit solchen Ereignissen verknüpfen läßt.

Dieser Schritt im Rahmen des „Kulturpakt Gleisdorf“ ist selbstverständlich nicht bloß als Einladung an die Community von „kunst ost“ angelegt, sondern will als ein Willkommen an alle Kulturschaffenden der Region verstanden werden.

Das Tafeln wird sich an einem großen Tisch ereignen. Wer einfach Gast sein möchte, muß seine Zeche natürlich selbst begleichen. Doch wer sich auf dem Set auch mit Aktivitäten einbringt, wird vom Kulturbüro bewirtet.

Siehe dazu: „Die Stadtgemeinde Gleisdorf möchte Sie recht herzlich zur Gestaltung der ‚Kultur Lounge‘ am TIP Kirta einladen.“ [link]

— [Kulturpakt Gleisdorf] —

Über der krusche

jahrgang 56, freischaffender künstler, repräsentant einer "art under net conditions"
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Eine Antwort auf Das Gastmahl

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