Meinungsbildung & PR-Budgets

Diese Balkengrafik hat mich erstaunt und verärgert. Ich wollte aber noch andere Quellen finden, also ließ ich mir etwas Zeit, das Thema aufzugreifen. Eine einzelne Gruppierung, die so ein Thema ins Web hängt, genügt mir nicht. Aber ich hätte ja gleich beim Ursprung nachschlagen können.

Quelle: Neue Zeit

Erst noch etwas Grundsätzliches. Sind wir eine „Mediengesellschaft“? Und falls ja, was bedeutet das? Klar ist: gesellschaftlich Realität wird nicht ausschließlich, doch sehr wesentlich durch Medienanwendung hergestellt. Es geht um Meinungsbildung. Entsprechend breit investieren unterschiedliche Interessengruppen in Public Relations und bemühen sich, auf die Berichterstattung in den Medien Einfluß zu nehmen.

Das ist legitim, obwohl wir dadurch leider oft mit verdeckten Intentionen konfrontiert werden. Mehr noch, das ist mindestens dann sehr heikel, wenn es die Gewaltenteilung als Grundlage der Demokratie betrifft.

Dieses System soll unter anderem der Machtkontrolle dienen. Diese Bereiche zu verknüpfen ist nicht wünschenswert. Brückenschläge sollten tabu sein. Damit sind vorerst drei Gewalten gemeint:
a) Legislative (gesetzgebende Gewalt)
b) Exekutive (ausführende Gewalt) und
c) Judikative (rechtsprechende Gewalt)
Wir beachten aber auch eine „Vierte Gewalt“, nämlich
d) die publikative Gewalt, also das Medienwesen.

Wenn Regierungskräfte dafür sorgen, daß einzelne Bereiche auffallend hohe Summen öffentlicher Gelder in die Medien investieren, ist das a) diskussionswürdig, weil b) suspekt. Ich kann leider nicht erheben, nach welchen Kriterien da in welche Häuser/Unternehmen investiert wird.

Die relevante Quelle bezüglich solcher Ausgaben ist die „Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH“, denn da gibt es eine Meldepflicht.

Quelle: Neue Zeit

Sie können da eine Liste „Bekanntgegebene Medientransparenz-Daten im 1. Quartal 2021“ als PDF-Dokument (2,41 MB) herunterladen und da zum Beispiel „Bundeskanzleramt. Bekanntgabe §2 (Werbeaufträge und Medienkooperationen)“ nachschlagen: [Download]

Mein etwas polemische Mantra „Politik verkommt zu Public Realtions“ nimmt beunruhigend realistische Züge an.

— [Problemzone] —

Über der krusche

jahrgang 56, freischaffender künstler, repräsentant einer "art under net conditions"
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