Die KWW-Sache

Nun berühren sich mehrere Ereignislinien und soweit sie mich betreffen, werden sie in meinen Händen zum Bündel. Ich bemühe diese Metapher, um deutlich zu machen: was sich da gerade verdichtet, bezieht Beiträge von ganz unterschiedlichen Menschen mit ihren jeweils eigenen Intentionen.

Unternehmerin Barbara Lukas in der Gleisdorfer Bürgergasse.

Wir haben in Themen Schnittpunkte gefunden und daraus verschiedene Vorhaben abgeleitet. Für mich ist daran so interessant, einen Modus zu erproben, in dem nun kein „Gruppe“ oder „Gemeinschaft“ formiert wird, um sich auf ein Konzept einzuschwören, sich unter eine gemeinsame Flagge zu stellen.

Mich reizt die Vorstellung, wir könnten ein Stück Wissens- und Kulturarbeit etablieren, eine kollektive Praxis, in das „Wir“ hybrid bleibt und das Gemeinsame keiner Grundsatzerklärung entspringt, sondern laufenden Übereinkünften.

Mit laufenden Übereinkünften meine ich eine Art „running code and rough consensus“. Es sind der Umgang miteinander, die Kommunikationsweise und die Paktfähigkeit bei getroffenen Vereinbarungen, wodurch ein „Wir“ entsteht, das so lange hält, wie die Übereinkünfte halten.

Anders ausgedrückt: das „Wir“ ergibt sich aus aktiver Anwesenheit und adäquatem Kommunikationsverhalten. Das handelt im Augenblick von einem komplementär angelegten Ensemble verschiedener Themenblöcke und Bezugssysteme.

Gottfried Lagler (links) an einem bei uns sehr seltenen bayrischen Hatz-Traktor

+) Mit Musiker Oliver Mally arbeite ich an der „Origami Ninja Association“.
+) Mit Kunsthistorikerin Monika Lafer und Unternehmerin Barbara Lukas habe ich eben den „Zeit.Raum“ konzeptionell eingerichtet.
+) Mit dem Schrauber (und Gastronom) Gottfried Lagler hab ich eine regionale Reise zum Thema „Die Ehre des Handwerks“ begonnen.

Damit verdichtet sich auch wieder ein Fokus, der bei Kunst Ost schon so manche Momente hatte. Mit dem Kürzel KWW habe ich die Verständigung zwischen Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft markiert. Jedes dieser Metiers bildet Kompetenzen und Verfahrensweisen heraus, die im jeweils anderen Bereich anregend sein können.

Kultur handelt von Antwortvielfalt. Ich finde es also sehr reizvoll, wenn Kräfte aus diesen verschiedenen Genres miteinander abschnittweise in eine gemeinsames Tun kommen. Komplementär, nicht hierarchisch. Ich halte das übrigens auch für einen kulturpolitisch sehr relevanten Modus.

+) Die Ehre des Handwerks
+) Origami Ninja Association
+) Zeit.Raum

Über der krusche

jahrgang 56, freischaffender künstler, repräsentant einer "art under net conditions"
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