Blicke und Debatten

Wir sind mitten in einem grundlegend neuen Maschinenzeitalter. Dieser Abschnitt wird von einer nächsten Automatisierungswelle bewegt, in der Maschinen von Maschinen lernen, in der sich ein Internet der Dinge herausbildet. Das bedeutet, Maschinen kommunizieren mit Maschinen, Dinge kommunizieren mit Dingen; und zwar ohne unsere Beteiligung in vielen Bereichen dieser Kommuniaktionsprozesse.

Die Albersdorf-Session, von links: Techniker Markus Rudolf, Künstler Niki Passath, Techniker Micha Lanner und Constantin Kiesling

Diese große Themenstellung mag mit Mitteln der Kunst ebenso bearbeitet werden wie mit diskursiven Mitteln. Es zeichnen sich schon heute soziale Spannungen ab, die uns an die Mitte des 19. Jahrhunderts erinnern könnten.

Damals hat eine Automatisierungswelle in der Textilbranche über mechanische Spinnmaschinen und Webstühle zu den sogenannten Weberaufständen und zu Maschinenstürmerei geführt. Wir wissen daher, auf solche Art lassen sich diese Prozesse weder aufhalten noch wenden. Es bedarf anderer Strategien. Wenn wir Menschen unsere Koexistenz mit Maschinen neu ordnen wollen, wird das nun eher eine Rebellion oder eine Emanzipation?

Es ist noch nicht absehbar, daß Maschinen ein Bewußtsein von sich selbst gewinnen könnten. Aber im Abwickeln von immer mehr Arbeiten, die bisher den Menschen vorbehalten waren, sind sie schneller und präziser als wir.

Die Kulturgeschichte des Haflingers

Die Arbeitsreihe Mythos Puch hat mit Ausstellungen in der Region begonnen und tendiert derzeit stark zur konzentrierten inhaltlichen Arbeit. Die Rückschau soll den Stand der Dinge klarer machen. Das 20. Jahrhundert ist gut überblickbar. Die Geschichte der Kraftfahrzeuge liegt ohne Geheimnisse, aber voller Details vor uns.

Ein guter Teil davon wird heute in einer Szene der Schrauber und Sammler als eine Volkskultur in der technischen Welt gelebt. Engagierte Leute aus diesen Milieus verzahnen sich stellenweise mit Profis aus der Automotive-Branche. Das führt zu interessanten Momenten mit Kunst- und Kulturschaffenden.

Ein Stück dieser Arbeit ist eben abgeschlossen, die kleine Kulturgeschichte des Steyr-Puch Haflinger nun erschienen, siehe: [link] Dazu eine Art Running Code. Kleine Konferenzen als ein Teil weiterführender Prozesse, die wir in die nahe Zukunft entfalten; wie jüngst in Albersdorf: [link]

So sah das erste Motorrad in Kleinserie aus den Grazer Puchwerken aus

Das bedeutet, was sich nun am Haflinger exemplarisch festmachen ließ, soll weiter erschlossen, betrachtet, reflektiert, erzählt werden. Dabei sind die Leistungen sehr unterschiedlicher Menschen wichtig.

In der Art ist zum Beispiel Gottfried Lagler engagiert, der nun in wenigen Wochen (im Rahmen der Löwen-Rallye) das einzige erhaltene Exemplar des D&U-Wagens in die Region bringt. Das Fahrzeug ist ein Beispiel, wie das Produkt aus einer Werkstatt in den 1920er Jahren umgehend an sein Ende kam, weil sich in jener kostenintensiven Branche schon ganz andere Modalitäten etabliert hatten.

Die beiden kühnen Unternehmer waren damals noch nicht in der Zweiten Industriellen Revolution angekommen; siehe dazu: Ditmar & Urban(Vergebliche Mühe und spätes Gelingen)

— [Mythos Puch VI] —

Über der krusche

jahrgang 56, freischaffender künstler, repräsentant einer "art under net conditions"
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