Dorf 4.0: Weststeiermark

Zum 1. Juli 2016 ist nun ein neuer Abschnitt des Projektes „Dorf 4.0“ angebrochen. Der beginnt mit einer nächsten Rückschau auf einige Arbeitsgespräche. Gestern habe ich das Feuerwehrmuseum Groß St. Florian und das Kulturbüro Stainz besucht, also weststeirische Einrichtungen.

Feuerwehrmuseum Groß St. Florian

Katrin Knass (links) und Anja Weisi-Michelitsch vom Feuerwehrmuseum Groß St. Florian

Unsere Arbeit hat Schnittpunkte in den aktuellen Themen und soll sich interregional entfalten. Grundverschiedene Institutionen kooperieren, die Orte haben völlig unterschiedliche Größen, die Regionen sind von verschiedenen Schwerpunkten geprägt.

Das ist aber gewissermaßen nur eine Folie der Geschichte. In all diesen Unterschieden kommen Kräftespiele zur Wirkung, die sich nicht bloß landesweit gleichermaßen ereignen, sondern weltweit, also auch quer durch ganz Europa.

Das wird deutlich, wenn wir den von uns gepflegten Zusammenhang Kunst, Wirtschaft, Wissenschaft über diese Themen legen. An einigen der Schnittpunkte finden wir als Kulturschaffende gemeinsame Interessen, die mehrere Teilthemen betreffen.

Einer der Schnittpunkte sind junge Menschen, Jugendliche, die gerade in ein Leben hinausgehen, dessen kommende Alltagsbedingungen wir nicht kennen, weil eine Vierte Industrielle Revolution mit ihren Umbrüchen schon begonnen hat und in sehr kurzer Zeit, in maximal 30 Jahren, die Gesellschaften radikal verändert haben wird.

So zumindest die weitgehende Übereinkunft in weltweiten Debatten zum Thema.

Hannah Bethke leitete vor drei Tagen in der FAZ ihren Bericht zur „Arbeitswelt 4.0“ ein mit: „Roboter ersetzen Menschen. In Zukunft vielleicht nicht nur in Fabriken. Demnächst könnten auch intellektuelle Leistungen der Automatisierung zum Opfer fallen.“ [Quelle]

Ich habe im Beitrag „Generationenkontraste“ an einigen Beispielen kurz geschildert, daß unsere Gesellschaft derzeit wachsende Probleme hat, ihre Kinder aus den Kinderzimmern gut gerüstet in die Arbeitwelt zu entlassen: [link]

Ursula Gläser vom Kulturbüro Stainz

Ursula Glaeser vom Kulturbüro Stainz

Daraus erwachsen jenen Leuten oft erhebliche Probleme, die Lehrlinge aufnehmen, weil sie Fachkräfte brauchen. Ich verkürze es polemisch: Wir haben offenbar Schwierigkeiten, unsere Kinder für die Gegenwart angemessen auszubilden, von der nahen Zukunft noch gar nicht zu reden.

Nun habe ich mich über solche Schnittpunkte in den möglichen Gemeinsamkeiten mit Anja Weisi-Micheltisch und Katrin Knass vom Feuerwehrmuseum Groß St. Florian unterhalten, außerdem mit Ursula Glaeser vom Kulturbüro Stainz.

Knass ist mit der Feuerwehrjugend befaßt, also einer der letzten erfolgreich bestehenden sozialen Formationen in tausend Gemeinden, wo für junge Leute auf vollkommen freiwilliger Basis Teamarbeit und Gemeinschaftssinn erfahrbar sind.

Glaeser arbeitet mit überbetrieblichen Lehrlingen aus der Maschinenbautechnik und Mechatronik, kennt also dieses Feld und die herrschenden Anforderungen ganz genau.

Wir teilen außerdem ein lebhaftes Interesse an Gegenwartskunst.

Das bedeutet in Summe, wir vertiefen nun unsere Verständigung in den Fragen, welcher Art Wissens- und Kulturarbeit in der Provinz sein möge, in der Gegenwartskunst ihren fixen Platz hat, in der aber vor allem auch die brennenden Themen dieser Zeit aufgegriffen und bearbeitet werden.

+) Fußnote: Wir bereiten uns gerade auf Mythos Puch III vor: [link]

— [Dorf 4.0] —

Über der krusche

jahrgang 56, freischaffender künstler, repräsentant einer "art under net conditions"
Dieser Beitrag wurde unter Reflexion und Grundlagen abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.