Dorf 4.0: Ost-West-Verbindung

Mit Sozialpädagogin und Trainerin Ursula Glaeser und ihrem Kulturbüro Stainz haben wir nun einen weiteren fixen Bezugspunkt in der Weststeiermark, um ein Zusammenspiel von Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft voranzubringen. (Mit dem Feuerwehrmuseum Groß St. Florian kooperieren wir derzeit bei Mythos Puch.)

Ursula Glaeser exponiert sich mit ihrem "Kulturbüro Stainz" in der regionalen Wissens- und Kulturarbeit

Ursula Glaeser exponiert sich mit ihrem „Kulturbüro Stainz“ in der regionalen Wissens- und Kulturarbeit

Es geht uns darum, die Kompetenzen aus den verschiedenen Genres in Wechselwirkung zu bringen, um brisante Fragestellungen auf der Höhe der Zeit bearbeiten zu können.

Die Gegenwartskunst ist in diesem Gefüge nur eine Quelle von Modi, um an diesen Fragen zu arbeiten. Wir möchten vom multidisziplnären Zugang aus Momente des Interdisziplinären zuwege bringen.

Glaeser ist an den Prozessen der Vierten Industrielle Revolution interessiert, wo wir gerade deutliche Brüche erleben. Diese Gesellschaft hat inzwischen erhebliche Probleme, ihre Kinder adäquat auszubilden und für jene Lebenswelten vorzubereiten, die sich eben erst abzeichnen, die sich vor allem garantiert von all dem unterscheiden, worin wir aufgewachsen sind.

Da reicht es nun nicht, über die schon ewig ausbleibende Bildungsreform zu räsonieren oder Teilen des pädagogischen Personals seine Kompetenzmängel nachzuweisen. Da geht es längst auch um grundlegend andere Fragen.

Ursula Glaeser ordnet dazu gerade ihre Überlegungen und bereitet sich vor, Aspekte zu unserem Gesamtvorhaben „Dorf 4.0“ aufzugreifen, dabei den interregionalen Austausch zu verstärken.

Nebenbei bemerkt, in „Weitreichende Relevanz“ hab ich eben erst skizziert, wovon heuer unser diesbezüglicher Austausch mit einer anderen Region handelt, mit dem Ausseerland: [link]

Ausbildung 4.0? Was hat sich in den Anforderungen geändert?

Ausbildung 4.0? Was hat sich in den Anforderungen geändert?

Glaeser blickt zur Zeit auf die Lücke, die wir uns eingehandelt haben, wo unser Bildungssystem in etlichen Bereichen noch eher den Konzepten einer Kadettenanstalt aus dem 19. Jahrhundert entspricht. Dazu kommt, daß viele pädagogische Einrichtungen noch nicht einmal die Konsequenzen der Dritten Industriellen Revolution bewältigt haben, da wir uns schon in der Vierten befinden.

Zur Erläuterung, die Dampfmaschine hat als damals radikal neue Kraftquelle die Fertigungsprozesse und die Betriebe selbst völlig verändert. Dieser Ersten folgte die Zweite Industrielle Revolution mit Automatisierung und Massenfertigung, wodurch auch für die Ausbildung der Menschen völlig neue Anforderungen entstanden.

Als Dritte Industrielle Revolution gilt die Digitale Revolution, von der nicht nur unsere Maschinenwelten völlig verändert wurden, sondern auch unsere Kommunikationsweisen.

Wo sich in unseren Bildungseinrichtungen mehrere Lehrende ein, zwei Computer aus dem vorigen Jahrhundert teilen müssen, um mit völlig veralteter Software herumzustümpern, wo Erwachsenen Stress bekommen, weil Kinder ihnen bezüglich neuer Medienkompetenz haushoch überlegen sind, wo das Pendeln zwischen Online-Welten und realer sozialer Begegnung eher ein Hürdenlauf ist, denn eine geschmeidige Bewegung, steckt man noch irgendwo in der Dritten Industriellen Revolution fest, die aber schon hinter uns liegt.

Zu all dem kristallisieren sich noch weiterer Fragen heraus, die nicht bloß das Schulwesen betreffen, sondern ganz generell die Wissens- und Kulturarbeit. Darüber wollen wir uns längerfristig verständigen.

— [Kulturbüro Stainz] [Dorf 4.0] —

 

Über der krusche

jahrgang 56, freischaffender künstler, repräsentant einer "art under net conditions"
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