Konvergenzraum und Wunderkammer

Unternehmer Ewald Ulrich hat stets auf mehreren Kontinenten zu tun. Seine Arbeit ist in einer Mischung von physischer Raumüberwindung und Telekommunikation angelegt. Daher mochte er den zentralen Firmensitz nach Belieben wählen.

Die Wunderkammer im Konvergenzraum

Es wurde das oststeirische Schloß Freiberg. Die Firma Ana-U [link] belegt ebenerdig einen Trakt, sozusagen von Turmzimmer zu Turmzimmer.

Eines dieser Turmzimmer ist derzeit ein Konvergenzraum, also ein Bezugsrahmen für ineinander gehende Erzählungen, die sich in verschiedenen medialen Formen entfalten.

Diese Konvergenz ergibt sich auch auf Handlungsebenen. So greifen hier die Aspekte der Wunderkammer in das Amt für allgemeines Können über.

Wunderkammer geöffnet im Mai 2015 auf Schloß Freiberg.
Anmeldungen bei Ewald Ulrich: [link]

Hermann Bausinger schreib in seinem Standardwerk „Volkskultur in der technischen Welt“ an einer Stelle: „Im 15. Jahrhundert füllen sich die ‚Wunderkammern’ der europäischen Fürsten, aus denen später oft Museen hervorgehen, mit Walrippen, Straußeneiern, Korallen und anderen Seltsamkeiten…“

Das schildert Bausinger in einem Kapitel, welches er dem „Zerfall des Horizonts“ und der „großen Mobilität“ gewidmet hat. Dieses Bild bezieht sich auf die Umbrüche in den Möglichkeiten der individuellen Mobilität und der Kommunikation.

Das Ausstatten einer Wunderkammer verlangt genau solche Ereignisse.

Was einst als „Das Exotische“ galt, setzte beides voraus, nämlich hinter den nächsten Horizont zu gelangen, Raum zu überwinden, und komplexe Kommunikationsprozesse abzuwickeln. So können jene Exponate zusammengetragen werden, die sich dann in einem bestimmten Raum häufen.

Die Wunderkammer im Schloß Freiberg ist ein begehbares Bilderrätsel. Die Grundsituation ist beim Eingang skizziert: „Hier finden Sie nur das, was es in Ihnen auslöst, nichts sonst.“ [link]

Die Wunderkammer läßt sich aber auch via Web ein wenig erschließen. Das knüpft an eine Vorgeschichte, nämlich „Die verschwundene Galerie“: [link]

Im Jahr 2003 hatte ich die primäre Handlungsebene „In Real Life“ angelegt und im Internet transparent, nachvollziehbar gemacht, während in der realen sozialen Begegnung die Menschen stark auf ihre individuellen Erfahrungen angewiesen blieben.

+) Amt für allgemeines Können [link]
+) Aprilfestival 2015: Doku [link]
+) Wunderkammer [link]

Über der krusche

jahrgang 56, freischaffender künstler, repräsentant einer "art under net conditions"
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