Wenn Funken fliegen

Manchmal beneide ich mich selbst. Eben habe ich in Kooperation mit Fotograf Richard Mayr das Projekt „Funkenflug“ in die Startphase gebracht. Das ergibt eine Serie von Begegnungen mit inspirierten Menschen. Momente, Gespräche, Blickpunkte. Wir arbeiten auf, was zu erleben war. Das geht dann auf eine erste Erzählebene im Web, quasi auf meine Werkbank. Eine zweite Ebene wird sich jenseits davon vermutlich als eigenständiges Buch entfalten. Weshalb ich mich nun selbst beneide?

Konstrukteur Heribert Lanzer (Foto: Richard Mayr)

Es ist die Qualität der Begegnungen und das Vergnügen an den kleinen Prozessen, die sich daraus ergeben. Wer mir schon öfter über die Schulter geblickt hat, kennt einige meiner Lieblingsmantras. Dazu zählt ein Satz, den ich aus traditionellem Handwerksethos abgeleitet hab: „Man sagt nur, was man kann. Und man kann das, was man sagt.“ Kein Blendwerk, kein Aufplustern, keine Wichtigmacherei. Einfach auf den Punkt bringen, was man drauf hat.

Das bringt mich gelegentlich auch mit Menschen in Austausch, die mit ihrem Kompetenzbereich den Lauf der Dinge verändert haben. Nicht bloß so, rund um die eigenen Füße, sondern mit größerer Reichweite. Das gilt beispielsweise für Heribert Lanzer, Konstrukteur. Durch seine Ideen und seine praktische Arbeit hat sich etwas an der Automobilgeschichte verändert. Weltweit.

Ich blättere das gerade in mehreren Schritten auf, denn vieles, was Mayr und ich unterwegs erleben, ist nicht mit einem Bericht ausgelotet. Das ist mehr als bloß eine Frage des Fakten-Volumens. Es ist auch eine Frage meiner Auffassungsgabe.

So kann ich manchen Zusammenhang erst im Nachklang eine Gesprächs passend sortieren, um ihn zu verstehen. Bezüglich Lanzer liegen noch ein paar Video-Miniaturen vor mir. Die erste Durchsicht reicht mir nicht. Ich muß das sacken lassen, um dann für Mayr eine thematisch strukturierte Checkliste anzulegen, mit der er das Material zu einer Serie von Videoclips aufarbeiten kann, die wir online verfügbar machen werden.

Ich darf jetzt schon versprechen, daß es derzeit noch nichts Vergleichbares gibt. (Ich denke, vor allem die Offroad-Community wird sich freuen.) Ich schreibe hier aber auch über ein Stück steirischer Technologie- und Sozialgeschichte.

Ferner ist das prozeßhafte wichtig. Ganz einfach! Was mir Lanzer erzählt hat, wird meine weiteren Gespräche mit kompetenten Leuten prägen und hilft mir, in meinem Fragen genauer zu werden.

+) Der Auftakt: Syncro (Als sich im Puchwerk etwas anders zu drehen begann)
+) Funkenflug (Eine Erkundung)

Über der krusche

jahrgang 56, freischaffender künstler, repräsentant einer "art under net conditions"
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