Kultur Büro Stainz: Die Welt

Die ersten Veranstaltungen haben den Arbeitsansatz bestätigt. Gehen und verstehen. (Man muß dabei auch im Zuhören achtsamer sein.) Ursula Glaeser hat im Kultur Büro Stainz die „Walking Conference“ eingeführt.

Ursula Glaeser

Ursula Glaeser im Umfeld von Stainz

Das kommt aus ihrer persönlichen Naturverbundenheit, das bezieht sich aber auch auf einen Modus, der uns aus Europas Antike überliefert ist.

Die Peripatetiker schätzten das Gehen als Grundsituation für Debatte, Denken, Reflexion. Es ist eben eine grundlegend andere sinnliche Erfahrung, wenn man dabei nicht in einem Zimmer rund um einen Tisch sitzt. (Daß körperliche Befindlichkeiten großen Einfluß auf unser Denkvermögen haben, ist ja heute hinreichend geklärt.)

Erste Konferenzen im Gehen waren im Raum Stainz unseren Dresscodes und dem Thema Heimat gewidmet. Nun zieht Glaeser einige Schlüsse daraus und fragt direkt: Wie hätten wir es denn gerne?

Dies ist eine Zeit, da Werbeagenturen astronomische Budgets aufwenden, um uns Identitätsangebote zu machen. Die Politik setzt ebenso auffallend auf genau diese Arbeit von Werbeagenturen, um sich uns anzudienen zu können. Wie ist es bei der Kultur?

16nov21_stainzWir hören, dies sei ein „postfaktischs Zeitalter“, was so ungefähr meint, Menschen würden mehr auf Gefühle, denn auf Fakten geben. Kennen Sie sich zum Beispiel noch aus, wenn jemand sagt, es habe „gefühlte 30 Grad Tagestemperatur“ gehabt? Was erfahre ich durch solche Sätze?

Der Kulturspaziergang am 3. Dezember 2016 steht demnach unter dem Motto „Wir machen uns die Welt, widewide wie sie uns gefällt!“ Damit ist ein Lied der rebellischen Pipi Langstrumpf zitiert. Treffpunkt ist um 14:30 Uhr beim Kultur Büro Stainz, Hauptplatz 7.

Wie soll die Welt sein? Eine simple Annahme besagt: Wenn ich nicht weiß, was ich will, merke ich auch nicht, falls es da ist. Anders betrachtet, die Utopie ist eine Voraussetzung, wenn die Dinge nicht so bleiben sollen, wie sie sind. Reden wir also darüber, was wünschenswert ist.

— [Kultur Büro Stainz] —

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Über der krusche

jahrgang 56, freischaffender künstler, repräsentant einer "art under net conditions"
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