I am Gleisdorf: Kulturelle Akzente

„An die 40 Personen bringen sich seit Februar 2015 ehrenamtlich für das Wohl der Flüchtlinge in Gleisdorf ein. Wir kommen aus verschiedenen Berufen und haben oft unterschiedliche Interessen,…“ So die einleitenden Worte auf der Website von I am Gleisdorf.

16nov22_obidEin Netzwerk engagierter Menschen, die sich auf sehr praktische Art um die Fragen der Koexistenz mit Flüchtlingen kümmern. Es ist eine der Möglichkeiten, auf den eklatanten Mangel an Verteilungsgerechtigkeit zu reagieren, bei dem Europa nun seit einigen Jahrhunderten eine prominente Rolle spielt.

Zu diesem sozialen Engagement im Raum Gleisdorf, das Betroffenen bei der Alltagsorganisation und bei grundlegenden Fragen helfen soll, kommen nun auch einige kulturelle Akzente, über die sich diese Community an ihre Mitmenschen wendet.

Der Tag der Menschenrechte ist nun Angelpunkt einer dreitägigen Veranstaltung. Er soll jeweils am 10. Dezember eines Jahres an die Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte erinnert werden, die am 10. Dezember 1948 durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen stattfand.

Es ist bemerkenswert, daß heute nicht nur an dieses Datum erinnert werden muß. Es erscheint auch zwingend, die entsprechenden Inhalte gegen tausend Ausflüchte zu verteidigen.

Zu den infamsten Ausreden gehört die derzeit populäre Auffassung, Europa sei nicht das „Sozialamt der Welt“, auch wenn sich der wohlhabende Teil Europas immer noch mit größter Effizienz in jenen Länder bedient, deren geschundene Leute inzwischen zu uns drängen.

Nun machen sich eben nicht alle Menschen gegen die eigene Geschichte und Gegenwart taub. Die Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ist rechtlich in Österreich weit höher bewertet, als uns derzeit die Meister der Ausflüchte vorgaukeln wollen.

„Österreich schützt Menschenrechte in der Verfassung und in zahlreichen einfachen Gesetzen, die Europäische Menschenrechtskonvention hat Verfassungsrang.“ erfahren wir vom zuständigen Ministerium: [link]

Wir sehen heute, es gibt viele Wege, sich seiner Pflichten als Bürgerin oder Bürger dieses Landes zu entziehen; oder aber, ihnen nachzukommen.

Den Auftakt des dreitägigen Kulturprogramms bildet eine Lesung von Gedichten des seit 18 Jahren in Österreich im Exil lebenden usbekischen Lyrikers Jodgor Obid.

Für das Vortragen der Texte (am 8.12. 2016, um 19:00 im forumKloster, Gleisdorf) konnte der Schauspieler Franz Buchrieser gewonnen werden. Die übrigen Informationen finden Sie auf der Website von I am Gleisdorf: [link]

16nov22_buchrieser

Über der krusche

jahrgang 56, freischaffender künstler, repräsentant einer "art under net conditions"
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Feuilleton abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.