Altes Wissen, altes Handwerk

Am 18.10.2013 publizierte ich den Text „Zupacken: Körperliche Arbeit in Mißkredit?“. Der brachte es bei woche.at auf das für meine Texte eher seltene Interesse von mehr als 1.500 Zugriffen. Bei dieser Plattform erreichen so ausführliche Texte zu komplexen Themen meist wesentlich geringere Zugriffszahlen.

Ein Leben zwischen greifbaren Dingen und Abstraktion (Bildserie: Michaela Knittelfelder-Lang)

Die Einleitung ist auch heute noch programmatisch für einen Teil regionaler Kulturarbeit von Kunst Ost. Sie lautet: „Da nun feststeht, daß Energieregion und Almenland fusionieren werden, entsteht hier eine interessante Situation. In der neuen Verknüpfung von agrarischer Welt, Industriebereichen und städtischem Leben sind wir gefordert, unsere Bilder von uns selbst und von unserem Lebensraum zu überprüfen.“ Siehe: [link]

Dieser Themenstellung war ich im Jahr davor schon mit Wissenschafter Günther Marchner nachgegangen. Er stützte sich mit seinen Denkanstößen auf eine fundierte Arbeit zum Thema mit dem attraktiven Titel „Wissen schafft Region“.

In einem Artikel vom 15. Dezember 2012 heißt es: „Gestern in Klausur mit Kulturwissenschafter Günther Marchner, heute ‚talking communities‘, die Fortsetzung der Arbeit mit unseren Kooperationspartnerinnen und -partnern. Marchner ist seit einiger Zeit mit Zugängen befaßt, die etwa im Titel ‚Wissen schafft Region‘ zur kulturellen Praxis führen.“ Die Quelle: „Wissen schafft Region“ [link]

Neue Ansätze im Zusammenwirken von Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft: Unternehmer Ewald Ulrich (klinks) und Wissenschafter Günther Marchner

Sie werden sich vielleicht auf Anhieb noch nicht vorstellen können, was wir entdeckt haben, wenn wir feststellen, alte Handwerker seien quasi „Wissensarchäologen“. Dem gehe ich schon einige Jahre in Kooperation mit Heimo Müller nach, dessen „Blogmobil“, ein mobiles Medienlabor, er für genau solche Arbeit ausgerüstet hat: [link]

Am 10.11.2013 war zu notieren: „Das ‚Kuratorium für triviale Mythen‘, getragen vom Kulturlabor ‚kunst ost‘, befaßt sich schon geraume Zeit mit der Frage nach der speziellen Intellektualität von Handwerkern.“ So der Vorspann zum Text „Hand und Verstand“; siehe: [link]

Im Mai 2014 war unser Fahrplan zum gesamten Themenkomplex weitgehend klar. Davon erzählt etwa der Text „Was ist Volkskultur?“ [link]

Mit der ersten Version einer Veranstaltung in der temporären „Geschichtsgasse“, die ich am 20. September 2014 unter dem Titel „Mythos Puch“ [link] realisiert habe, war klar, was uns die kommenden Jahre beschäftigen wird.

Schon im Programmheft zu dieser Session hatte ich das Thema der nahen Zukunft dargelegt. Die Verknüpfung von „Kunst und Kunstfertigkeit“ zum Mehrsparten-Konzept „Die Ehre des Handwerks, das Gewicht der Kunst, der Geist in der Maschine“: [link]

Kunst Ost zentralisiert nicht: Das Denkmodell "Zentrum/Provinz" neu deuten!

Am 7.11.2014 erschien dann das Themenheft dazu. Darin wird dargelegt, wie wir das Engagement für die Gegenwartskunst mit den anderen Bereichen verknüpfen wollen. Im Schlußkapitel heißt es unter dem Titel „Handarbeit ist von Kopfarbeit ungetrennt“ zusammenfassend: „Selbstverständlich schöpfen Handwerker teilweise aus den gleichen Quellen wie wir Künstler.“

In diesem Heft ist auch beschrieben, was das LEADER-Projekt „Kulturpakt Gleisdorf 2014“ war. Kunst Ost hatte es im Auftrag des TIP Tourismusverbandes konzipiert und umgesetzt. Das Heft zur Online-Lektüre: [link]

Das heißt, wir haben den Themenkomplex „Altes Wissen, altes Handwerk“ in mehr als drei Jahren gründlich erarbeitet, diese Grundlagen am Stand des wissenschaftlichen Diskurses in der Volkskulturforschung überprüft und die letzten beide Jahre unsere jeweiligen Zwischenergebnisse publiziert.

Am 19. März 2015 fand unsere „Synergie-Konferenz“ statt, die anderen Kultureinrichtungen und -initiativen die Gelegenheit bot, Optionen einer Kooperation zu diesen Themen zu erörtern: [link]

Wir haben heute mit der Kulturspange ein basisorientiertes Nettzwerk, das lokal, regional und international arbeitet. Die Kulturspange: [link]

Über der krusche

jahrgang 56, freischaffender künstler, repräsentant einer "art under net conditions"
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