Kulturpakt: Zusammenfinden

Am Montag, dem 2. Dezember 2013, findet um 10:00 Uhr vormittags wieder ein öffentliches Plenartreffen zum „Kulturpakt Gleisdorf“ statt. Dieses allgemein zugängliche Arbeitsgespräch ist keineswegs bloß an Menschen aus der Stadt Gleisdorf adressiert. Es betrifft mögliche kulturelle Vorhaben ohne formale Grenzen innerhalb der Oststeiermark.

Politik, Verwaltung und Basis im Dialog

Es gibt hier im Web eine kleine Skizze, die den derzeitigen Status des Paktes deutlich machen soll: [link] Politik und Verwaltung gehen genauso (nur) mit Delegierten in dieses Plenum, wie private Kulturinitiativen.

Ausgangspunkt allen gemeinsamen Geschehens ist die Eigenverantwortung für eigene Vorhaben. Daraus läßt sich dann ableiten, wo das Potential zu Kooperationen liegt und wo gemeinsame Vorhaben auch diverse Kofinanzierungen ermöglichen.

Das bedeutet in der Praxis eine strikte Beachtung des „Bottom Up-Prinzips“. Die Kommune (über-) steuert nicht das Kulturgeschehen der freien Basis engagierter Bürgerinnen und Bürger.

Die Gemeinde achtet auf die individuellen Entscheidungen, nimmt aber im Gegenzug den Kunst- und Kulturschaffenden nicht automatisch jene Teile der Arbeit ab, die sich aus Umsetzungsfragen ergeben.

Das bedeutet, wir üben im großen Sitzungssal der Gemeinde einen gründlich anderen Umgang miteinander, als er in herkömmlichen Modi üblich ist.

Selbstbestimmung und Eigenverantwortung gehen ja Hand in Hand. Wo dieser Modus Vorrang hat, verlaufen auch inhaltliche Entwicklungen meist anders als wenn kommunale Funktionäre bestimmen wo es langgeht, indem sie über die Budgetvergabe steuernd in das Kulturgeschehen eingreifen.

In der Oststeiermark findet man durchaus noch Forman alter „Funktionärsherrlichkeit“, mit der sich Bedienstete einer Gemeinde oder politische Kräfte den Kulturbetrieb als ihre persönliche Bühne nutzbar machen.

Das gibt freilich den primären kreativen Kräften denkbarst schlechte Karten in die Hände, weil es beispielsweise in so einem Setting kaum noch gelingt, attraktive Kulturprojekte zu entwerfen und umzusetzen, die dann etwa aus EU-Mitteln kofinanziert werden können.

Der letzte Monat von 2013 hat heute begonnen. Diese Jahreswende führt uns in sich verändernde Gemeindeformationen und in die Fusion des Almenlandes mit der Energieregion. Zugleich endet gerade eine LEADER-Förderperiode und wir sind gefordert, miteinander zu klären, ob wir für die kommende Förderperiode etwas auf die Schiene bringen möchten, können.

Um es hinreichend unmißverständlich auszudrücken:
Dieser Klärungs- und Arbeitsprozeß hat schon begonnen. Derzeit kennt noch niemand die kommenden Vorgaben und Anforderungen des Landes Steiermark, denen wir dann gerecht werden sollten, um relevante Budgets akquirieren zu können.

Das bedeutet, wir sind gut beraten, JETZT zu klären, welche inhaltlichen und organsiatiorischen Optionen wir bevorzugen. Wenn dann ein Call des Landes kommt, dauert es ohnehin noch lange genug, bis Entscheidungen fallen und es dauert noch länger, bis Gelder in Bewegung kommen.

Kleine Fußnote:
Wir von Kunst Ost haben jetzt seit 2009 durchgängig eine Menge an praktischen Erfahrungen mit dem Fördermodell LEADER Kultur gesammelt. Wir geben dieses Know how gerne weiter, denn es muß im Grunde einleuchten: Je mehr einzelne Kulturprojekte in der Region gelingen und stattfinden, desto stabiler wird die gesamte Kultursitution für jede/n von uns.

— [Generaldokumentation] —

Über der krusche

jahrgang 56, freischaffender künstler, repräsentant einer "art under net conditions"
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