eine tirade

weiter geht’s mit all dem gezänk und geschnatter der delegierten und relegierten und informierten und affirmierten sowie ihrer echauffierten entourage, plus ihren fangemeinden und den schlachtenbummlern, der ganzen operetten-besatzung.

all dieses anschütten, großreden und kleinmachen. hier die jetzt-erst-rechten, dort die erhabenen, all die amtsanwärter, prätendenten, begehrlichen, viellicht auch ehrlichen, auf jeden fall aber viel zänkisches volk in ämtern und außerhalb.

wie wäre es nun einmal mit: SCHNAUUUUZE!

ich kann das nicht mehr hören! diesen immer mehr anschwellenden chor empörter und unerhörter, erregter und bewegter politischer fuktionstragender vieler perteien. ich will eigentlich nur noch erfahren, was jede und jeder selbst zum wohl des landes zu tun gedenkt, an kompetenzen einbringen kann, an ernsthaftigkeit auf eine funktion, ein amt, eine aufgabe verwenden möchte.

es schert mich doch einen dreck, was dieser rote über jenen schwarzen denkt und da ein blauer von dem dortigen türkisen hält. das alles ist mir vollkommen schnurz, denn ich brauche eure funktionärs-ansichten nicht, um mir mein bild zu machen.

ich will nicht, daß ihr mir die ohren vollblast und den verstand mit eurem geblöke zu verneblen versucht. ich hab eure posen satt, all das augenverdrehen und dieses herumgegockel, all diese betroffenen gesichter. wenn jetzt noch jemand aus beliebigem politischen lager sagt, er oder sie sei „erschüttert“, lautet meine antwort: schieb es dir irgendwo rein, denn deine erschütterung bedeutet mir nichts. null. nada.

was sind deine kompetenzen? was ist dein job? was kannst du und möchtest du machen? das ist alles, was mich interessiert. aber deine ansichten über die politischen oponenten brauche ich nicht. red das in ein sackerl und stells mir vor die tür! schreib es auf und schick’s dem salzamt.

halt! einfach! die! schnauze! falls deine hauptbotschaft bloß weisheiten über eine andere partei sind. diese dröhnende selbstdarstellung durch feindmarkierung ist öde und ermüdend, ohne jeden nachrichtenwert.

noch einmal: von dir will ich nur wissen, was du kannst, was du vorhast, was du einbringen würdest. nur du. deins. zeig auf, wenn du was drauf hast oder verschwinde von der bühne! und wenn du was sagst, dann schwafel nicht. komm auf den punkt. sags. unumwunden. Direkt. keine predigt, keine exegese deiner privatmythologie. einfach ein jobangebot, das wir bei den kommenden wahlen berücksichtigen werden. war das klar? angekommen? okay? danke!

Facebook-Notiz vom 22.5.2019

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Über der krusche

jahrgang 56, freischaffender künstler, repräsentant einer "art under net conditions"
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