unser erster nikola tesla-tag

nikola tesla ist im bereich der vormaligen „militärgrenze“ österreichs aufgewachsen. das war jenes gebiet, über welches die habsburger und die osmanen ihre reiche gegen einander gestellt sahen. branimir jovanovic, leiter des „nikola tesla-center“ in beograd, sieht in diesem biografischen hintergrund des erfinders wesentliche impulse zum recht asketischen leben teslas.

nikola tesla: seine erfindungen und sein denken zeigen einfluß auf unser leben bis in die gegenwart

der herausragende ingenieur hatte in graz studiert, war dann aber nach amerika gegangen, wo er grundlagen für die elektrifizierung der welt schuf. jovanovic, selbst ingenieur, hat fast drei jahrzehnte zu tesla geforscht und konnte dabei tausende handgeschriebene dokumente einsehen, die tesla hinterlassen hat; briefe, notizen, skizzen.

aus dieser arbeit bezog jovanovic auch eine profunde kenntnis der sozialen überlegungen teslas, dem viel daran gelegen war, im bereich seiner kompetenzen relevante fragen zu verfolgen. tesla befaßte sich offenbar intensiv mit der vorstellung, daß technsiche anwendungen zum wohle ALLER menschen eingesetzt werden könnten, um damit allgemein den leebensstandard anzuheben. (darin wollte ihm freilich eine kapitalistisch orientierte industrie nicht folgen.) in heutiger sprachregelung würde das heißen, tesla hat sich zum beispiel mit den fragen von verteilungsgerechtigkeit befaßt.

würden sie von diesen beiden herren ein gebrauchtes raumschiff kaufen? (links bernhard kober, rechts branimir jovanovic)

tesla ist auch anlaß für sehr kuriose deutungen geworden und erfreut sich in esoterischen kreisen großer beliebtheit. jovanovic grenzte sich da insoferne ab, als er seine eigene kompetenz als techniker betonte und aus dieser position heraus erzählte, daß all jene dokumente aus teslas hand, die er zur einsicht vorliegen hatte, die arbeiten eines technikers, nicht eines esoterikers sind.

nikola tesla war zeit seines lebens über seine außergewöhnlichen begabungen zu erstaunlichen arbeitsergebnissen gekommen. sein denken hat enormen einfluß entfaltet, der bis heute wirkt. unser erster „nikola tesla-tag“ im rahmen des „april-festivals“ war einer annäherung an dieses denken gewidmet.

den auftakt dieser „tesla-session“ bot allerdings der gleisdorfer bernhard kober, „chef-heizer“ in der motoren-abteilung eines lokalen modellbau-geschäftes. kober legte die grundlegenden unterschiede zwischen elektromotoren und verbrennungsmotoren dar. eine basis-orientierung, die zu verstehen helfen soll, welche umbrüche auf uns zukommen, wo wir das ende preiswerter automobile mit benzin- und dieselmotoren vermutlich noch erleben werden. (kober ist übriegens gründungsmitglied des kuratoriums für triviale mythen.)

wenn nun hierzulande alle welt anscheinend überzeugt verkündet: „die zukunft liegt in der elektromobilität!“, dann darf vorerst einmal bezweifelt werden, ob das so klar, so selbstverständlich ist, wie das von statten gehen wird und wohin uns das führen mag. gute gründe, sich diese themen genauer anzusehen.

der vortrag von branimir jovanovic bot dann unter anderem einen zugang zu dem an, was der foscher die „tesla-doktrin“ nennt. eine konklusio aus dem denken von tesla als anregung, eine kursänderung in der dominanten „konsum-kultur“ zu schaffen.

wir werden nun eine zusammenfassung dieses „tesla-tages“ erarbeiten. außerdem ist mit der session in ludersdorf der auftakt für eine längere arbeit an diesem themenkomplex vollzogen, was wir in kooperation mit dem „nikola tesla-center“ entfalten werden. eines der ziele dieser kooperation ist es, die thematik für ein laien-publikum zu erschließen, denn was sich heute als zukunftsträchtige elektro-mobilität verspricht, birgt noch eine menge klärungsbedarf.

— [doku #1] [doku #2] —
— [april-festival] —

Über der krusche

jahrgang 56, freischaffender künstler, repräsentant einer "art under net conditions"
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