Die Praxis der Zuversicht

Immer mit der Ruhe! In Zeitungsredaktionen kann der Blick auf die Quote nie entfallen. Außerdem nützen Warnungen ja vielleicht etwas, obwohl ich annehme: die Vorsichtigen sind auch weiter vorsichtig und die Trittbrettfahrer in Sachen Gemeinwesen irgnorieren weiter wesentliche Maßnahmen gegen eine unsichtbare Bedrohung.

Manchmal werde ich unruhig, weil es mir schwer fällt, verschiedene Nachrichten zusammenzunehmen und brauchbar zu deuten. Ich hätte es ja derzeit gerne etwas geselliger, überleg mir dabei, worauf zu achten ist, sehe in verschiedenen Quellen nach.

Am 9.3.2021 titelte die Kleine Zeitung: „7-Tage-Inzidenz von 323Wird der Bezirk Weiz auch bald abgeriegelt?“ [Quelle] Da erfahre ich weiter: „Ab einer 7-Tage-Inzidenz von 400 sollen weitere Maßnahmen eingeleitet werden. Wenn dies eine Woche lang der Fall ist, kann auch die Abriegelung folgen wie etwa in Hermagor. Aktuell liegt Weiz bei einer Inzidenz von 323, das ist Rang sieben in Österreich.“

Diese Zahl hatte ich auch in meinem vorigen Beitrag vom gleichen Tag notiert. Da machte schon die Runde, daß die hiesige Volksschule gesperrt wurde, die Behörde kräftig am Lauf der Dinge kurbelt. Ein Teil der regionalen Gesellschaft steigt also auf die Bremse.

Am 11.3.2021 berichtete der ORF: „Der Bezirk Weiz wird zunehmend zum CoV-Hotspot. Die Behörden ziehen jetzt die Reißleine: Eine Abriegelung wird nicht mehr ausgeschlossen…“ [Quelle] (Gut, das ist ja jetzt noch keine Reißleine, wenn ich etwas „nicht ausschließe“, sondern simple Vorausschau in einer Wenn-Dann-Situation.)

Da heißt es in düsterem Tonfall: „Bei einer Inzidenz von 400 könnte passieren, was sich niemand vorstellen mag: eine Abriegelung des gesamten Bezirkes.“ Der Bezirkshauptmann präzisiert: „Das wäre dann die Konsequenz, wenn die 400er-Marke für sieben Tage lang aufrechtbleibt, dann erst würde die Abriegelung umzusetzen sein…“

Wenn, dann, könnte. Möglichkeitsform. Das ist ja eine supa Nachricht! Okay! Heute zeigt mir der Ticker für den Bezirk Weiz eine Inzidenz von 314,4, also ein sachtes Absinken. Die Steiermark liegt bei 167,8 (gegenüber 166,1 am 9.3.2021). [Quelle]

Lassen Sie mich daraus schließen, daß ein wesentlicher Teil der Menschen im Bezirk reagiert, sich zurückhält, auf nützliche Schutzmaßnahmen achtet, daß wir also keine sieben Tage Inzidenz auf Stufe 400 machen werden. Bleiben immer noch ein paar Deppen, die Gleisdorfs Innenstadt mit den Worten „Welche Pandemie?“ beschriften. Wie sagt man in Süditalien? „Die Mutter der Idioten ist immer schwanger.“

+) AGES Dashboard COVID19

Über der krusche

jahrgang 56, freischaffender künstler, repräsentant einer "art under net conditions"
Dieser Beitrag wurde unter dorf 4.0 abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.