nach dem plenum…

… ist vor dem plenum. anregungen schaffen arbeit. hat jemand etwas besseres vor?

seit dem sommer (frauenmonat) war nun pause, was veranstaltungen und „außenauftritte“ von „kunst ost“ angeht. es hat die programm-arbeit dominiert. es waren viele arbeitsgespräche vorrangig, um a) den status quo der region klarer herauszubekommen und b) möglichkeiten zu kooperationen auszuloten.

von links: irmgard eixelberger, irmgard hierzer, michaela knittelfelder-lang und herta tinchon

das sind arbeiten, die auch viel vergnügen machen, weil sie nie ohne ergebnisse bleiben und weil sie sichtweisen verändern. das aktuelle plenartreffen von „kunst ost“ hat mir gezeigt, wie gut etliche leute verstanden haben, wohin nun die reise gehen mag.

wir sind kein „event-betrieb“, also zählt publikums-maximierung auch nicht zu unseren prioritäten. es ist fein, wenn sich zu einzelnen vorhaben nennenswertes publikum einfindet und wenn da lebhafte situationen entstehen. aber es war beim plenum offenbar konsens: unser fokus liegt a) auf gewichtigen themenstellungen und b) auf einer anregenden arbeit an diesen themen; und zwar im kollektiv.

wolfgang seereiter und angelika haas

malerin herta tinchon sagte unmißverständlich: „ich male ja nicht für andere leute, sondern für mich.“ es sind ihre fragestellungen und das eingehen auf anforderungen, die sich aus ihrem kunstverständis ergeben, woraus dann ihre künstlerische praxis erwächst. das ist gewissermaßen der nach innen gerichtet teil solcher prozesse. die schritte nach außen sind dann ein völlig anderer teil der geschichte.

wir haben also konsens: THEMENSTELLUNGEN ergeben FRAGESTELLUNGEN, daraus leiten wir AUFGABENSTELLUNGEN ab. darauf kann mit künstlerischen verfahrensweisen reagiert werden, aber auch mit anderen methoden. etliche von uns bevorzugen mischformen der möglichkeiten, sich mit themen zu befassen. ANTWORTVIELFALT!

wir sehen überdies, wie fruchtbar wachsende KOMMUNIKATIONSNETZWERKE sind. das macht nebenher sichtbar, welch interessante kulturelle arbeitsansätze quer durch die region wirksam werden. so hat etwa wolfgang seereiter in gleisdorf eben einen raum gemietet, den er als eine werkstatt für zeitgeschichte und kultur etablieren möchte. das eröffnet sehr interessante perspektiven.

kathrin velik

ferner war kathrin velik beim plenum. sie hat den alten bahnhof von bad gleichenberg gekauft, renoviert, und damit ein gravitationsfeld für kunst und und kultur geschaffen, einen neuen möglichkeitsraum. wenig überraschend, daß wir diesen bahnhof in das kommende april-festival [link] einbeziehen möchten und uns einig sind: diese station werden wir von gleisdorf aus per eisenbahn ansteuern, die zugfahrt selbst solle auch teil des geschehens werden.

ich darf erinnern, daß wir diese zugstrecke im jahr 2005 schon einmal mit einem symposion bespielt haben, das bis ins wiener museumsquartier geführt wurde: [link] eine äußerst fröhliche erfahrung, an die nun zeitgemäß angedockt werden soll.

karl bauer

in summe sind wir uns freilich einig, daß das kommende festival von der dimension her etwas kleiner als die vergangenen angelegt festivals sein soll, dafür thematisch konzentrierter und stärker auf die möglichkeiten kollektiver kreativität konzentriert.

das verlangt natürlich auch nach leuten, die sich auf andere einlassen können. das herkömmlich dominante modell „man möge mir künstler einen roten teppich ausrollen“ ist da ebenso irrelevant wie unerwünscht. derlei flausen mögen sich auf dem konventionellen markt bewähren, dagegen ist ja nichts einzuwenden. hier und bei uns geht es längst um andere zugänge…

notiz zum thema: [link]

Über der krusche

jahrgang 56, freischaffender künstler, repräsentant einer "art under net conditions"
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