Wo sind wir mit der Kulturspange angelangt? Wir haben uns die letzten Jahre bemüht, daß in unseren Projekte Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft zusammenfinden. Das ist in inhaltlichen Gründen angelegt, aber auch in den Fragen nach Projektfinanzierung.
Vorhaben klären, Positionen ausdrücken, im Raum bestehen...
In wenigen Tagen wird das Themenheft „Die Ehre des Handwerks“ verfügbar sein. Es ist inhaltlich unter anderem ein Ergebnis dieses Arbeitsjahres, in dem die Grundlagen für den kommenden Abschnitt regionaler Kulturarbeit geklärt wurden.
Wie haben die Diskurs-Reihe „Talking Community“ im Jahr 2010 in Novi Sad (Serbien) begonnen. Öffentlich zugänglicher Debatten über Fragen der Kunst, der Kulturpolitik, der Wissensarbeit, der Verfaßtheit einer Gesellschaft. Siehe: [link]
Die erste Session, 2010 in Novi Sad. Rechts Vizebürgerbeister Vladimir Kopicl (Foto: Nikola Dzafo)
Im Jahr 2012 hieß es in einem Ideenpapier des kultur.at: verein für medienkultur vollmundig: „KWW: Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft. Neue Strategien und Modi abseits des Landeszentrums: Entwicklung, Erprobung, Debatte.“ Dafür hatten wir schon ein Weilchen vorgearbeitet.
Geist in der Maschine? (Wo und wie greifen Mechanik und Elektronik ineinander?)
Ich darf den „Kulturpakt Gleisdorf“ als etabliert ansehen. Von der Konzeption in die Praxis, das war ein Teil der Arbeit im Jahr 2013. Politik und Verwaltung haben diese Verfahrensweise aufgegriffen und entwickeln das gerade im eigenen Modus weiter, um 2014 die Praxisphase ausweiten zu können.
Damit bin ich aus der Geschichte nicht draußen, sondern weiter Teil des Entwicklungs-Teams, aber meine Rolle wird eine andere, konkret auch eine geringere gegenüber vorher.
Ich finde inzwischen fast schon Vergnügen an dieser Unruhe. Kaum etwas bleibt an seinem Platz. Nichts ist bloß, was es zu sein scheint. Das fordert uns freilich im Kommunikationsverhalten. Es fällt mir momentan eher schwer, meine Sachen beinander zu halten.
Hat neue Aufgaben übernommen: Sandra Kocuvan (Kulturabteilung des Landes)
Ich denke, das waren nun wenigstens 20 Monate, in denen sich die Arbeit an weiterführenden Optionen hier so verbreitet hat, daß mir für künstlerische Arbeit kaum noch Zeit blieb. Aber was immer man den jüngsten Krisenszenarien an Realität zubilligt, es scheint mir klar, daß wir mitten in einem enormen Umbruch stecken.
Vor einem Weilchen habe ich von einer Session in Wien erzählt, da wir auf der Rückfahrt quasi von Insidern erfuhren, der Steiermark stehe in Budgetfragen ein „Tal der Tränen“ bevor: [link] Von der Finanzlandesrätin wurde das kürzlich bestätigt. Vollath: „Für 2014 brauchen wir ein Wunder“ [link]
Die vergangenen Wochen hatte ich Arbeit daran, die derzeitige Projekt-Komplexität von kunst ost herunterzufahren. Da dieses ganzeUnterfangen vor allem einmal eine Art Labor ist, in dem ausgelotet werden muß, welche Strategien, Zielsetzungen und Verfahrensweisen sich kulturell abseits des Landeszentrums bewähren können, entstehen laufend neue Arbeitslinien.
Die bedürfen dann einer Prüfung dessen, was sich sinnvoll weiterverfolgen läßt. Das verlangt jeweils, einige der eröffneten Bereiche wieder hinter sich zu lassen. So etwa derzeit die „Kulturspange“ [link] und die erste Formation von „KWW – Kunst Wirtschaft Wissenschaft“ [link]
KUnstsammler Erich Wolf mit einem ersten Probedruck des Programmbuches für unser Symposion
Wenn wir darüber nachdenken, was denn eigentlich Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft konkret mit einander zu tun haben können/sollen, noch dazu jenseits des Landeszentrums, zeigt sich sehr schnell, daß unter den Kulturschaffenden vor allem einmal recht viele unüberprüfte Annahmen kursieren.
Das ist für uns einer der Gründe, über den in den letzten Jahren nicht mehr hinwegzusehen war, weshalb wir uns in kleiner Runde auf einer Art Gesprächs-Expedition durch die Region befinden. (Wir, das meint Karl Bauer, Michaela Knittelfelder-Lang, Christian Strassegger und mich.)
Von links: Johannes Weiß, Elisabeth Ruhsmann und Karl Bauer