Weichenstellungen. Entscheidungen. Das restliche Arbeitsjahr ist inhaltlich so weit geordnet, da liegen jetzt vor allem Umsetzungsschritte an. Das bedeutet hauptsächlich: Gespräche, Gespräche, Gespräche. Konsens-Check. Entscheidungen.

Unsere Diskursreihe hat mit Kunstsammler Erich Wolf begonnen. Das Thema des Abends: „Warum Kunst?“ Wir sind damit bewußt in den großen Sitzungssaal der Gemeinde Gleisdorf gegangen, wo sonst der Gemeinderat tagt. Der Grund dafür: Es war als symbolischer Akt gedacht.
Der „Kulturpakt Gleisdorf“ sollte nun, nach dem 2012er-Jahr, eine deutliche Konsolidierung erfahren. Die überregionale Fokusgruppe entfaltet sich. An der Basis ist von uns aus derzeit vor allem das „April-Festival“ in Arbeit. Außerdem haben wir nach dem Herbst zu blicken, wofür unser internationaler Kunstschwerpunkt Gestalt annimmt.
Unsere letzte Veranstaltung des Jahres 2012 fand dort statt, wo wir 2010 mit der Serie „talking communities“ begonnen gaben. In Novi Sad, zu Gast beim Kollektiv „Art Klinika“. Das war zugleich ein formeller Schlußakt in deren Projektreihe „Eutanazija“, mit welcher die serbische Formation einen Teil der krisenhaften Erfahrungen in diesem jungen Staat bearbeitet hat.
Gegenwartskunst, regionale Kultur- und Wissensarbeit, eigenständige Regionalentwicklung, Bildung, Alltagskultur, Mobilitätsgeschichte… das in der Oststeiermark hervorgehobene Signum „kunst ost“ steht für ein kleines Netzwerk, welches dem kulturellen Engagement auf der Höhe der Zeit gewidmet ist.
Der Techniker Horst Fickel war einer unserer Kooperationspartner in einer ersten Phase des Auslotens, wovon heute eine Kooperation von Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft handeln könnte. . . Siehe dazu das KWW-Archiv: [link]
Wir hatten davor schon ausreichend Klarheit gewonnen, daß tradierte Ideen und Vorstellungen von Sponsoring auf unsere Situation gar nicht anwendbar sind. Deshalb war es nötig, die Sache völlig neu aufzurollen.
Winfried Lehmann hat jetzt so weit Klarheit, daß seine „kunst ost“-Location Crew in Ludersdorf als konstituiert gelten darf. Er ist die Schlüsselperson eines Kreises Kreativer, die nun in gemeinsame Praxisschritte gehen. Details wird er zu einem späteren Zeitpunkt seines Projektverlaufes bekannt geben. Lehmann im Web: [link]
Wir haben gerade diverse globale Krisen durchlaufen, die sich in den Jahren 2009/20120 aufgebaut haben und spätestens Ende 2010 in den Dörfern und Kleinstädten unserer Region angekommen sind.
Der Gegenwartskunst mehr Terrain verschaffen. Es wäre ein Gigantengeschäft und es wäre aussichtslos, auch ein wenig lächerlich, sollte ich das alleine regeln wollen; so a la: Der Held wirft sich in’s Rad der Geschichte. Lustig! Das sind ganz alte Konzepte. Das 21. Jahrhundert ist jung.
Kunst, Kultur, Politik, Kulturpolitik
Die Kunst ist der Gesellschaft zu gar nichts verpflichtet. Wer mir mit Floskeln kommt wie „Die Aufgabe der Kunst ist es…“, kriegt von mir in der Regel zweierlei zu hören. Erstens: „Rutschen Sie mir den Buckel runter!“ Zweitens: „Lernen Sie Kulturgeschichte!“
Zur Erinnerung, seit der Renaissance haben wir Übereinkunft in der zentralen Frage und dieser Konsens wurde bisher noch nicht aufgehoben: Die Kunst ist sich selbst Auftraggeberin und keiner anderen Instanz als sich selbst verpflichtet.