Kategorie-Archiv: Feuilleton

Was es wiegt, das hat’s VI: Frankenberger

(Beiträge und Fragen zu einer nächsten Kulturpolitik)

Selbstdarstellung zählt. Was später an Fakten der Fall sein wird, danach fragt oft niemand mehr. Ich habe vor allem die letzten zehn Jahre mit vielen Menschen in leitenden Positionen gesprochen; in Betrieben vom Kaufhaus Mörath über Logistiker Knapp bis zu den Lehrwerkstätten von Magna Steyr. Überall habe ich gehört, daß immer häufiger Menschen auftreten, die zeigen eine beeindruckende Performance bei der Bewerbung, aber sie können nicht, was sie sagen. Als Gesprächspartner fand ich dabei jene Beispiele am amüsantesten, wo sich Leute vorstellen, die nicht einmal wissen, was genau der Betrieb produziert.

Richard Frankenberger am 4. Dezember 2006: „Cover Your Eyes“.
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Was es wiegt, das hat’s V: Radical Chic

(Beiträge und Fragen zu einer nächsten Kulturpolitik)

Dieser Tage hab ich ein interessantes Motiv aufgeschnappt: Auf der Suche nach einem Programm, das bei sich selbst beginnt. Darüber sollten wir ins Gespräch kommen. (Hier geht es dann gleich noch um die belarussische Philosophin Olga Shparaga und den deutschen Schriftsteller Marko Martin.)

Olga Shparaga und Marko Martin (Screenshot SRF Kultur)
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Was es wiegt, das hat’s IV: Weiz

(Beiträge und Fragen zu einer nächsten Kulturpolitik)

Nachdem ich die dritte Session von Johannes Schwarz, sein Südsteiermark-Meeting, ausführlich rezensiert hab, wäre es mir recht gewesen, einige Reaktionen vorzufinden. Bisher aber nur Schweigen zur Möglichkeit, einen kulturpolitischen Diskurs in die Öffentlichkeit zu tragen.

Der Andere: Maler Hannes Schwarz, ein radikaler Geist und präziser Denker.
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Was es wiegt, das hat’s III: Clubgespräche

(Beiträge und Fragen zu einer nächsten Kulturpolitik)

Ich hab an verschiedenen Stellen notiert, in der Steiermark fehle es nun seit Jahrzehnten an einem konsequenten und vor allem öffentlichen kulturpolitischen Diskurs. Was wir derzeit in meiner Branche an Problemen haben, ist durch die Corona-Krise zwar vertieft und akzentuiert, aber nicht herbeigeführt worden. Die problematische Lage in steirischer Wissens- und Kulturarbeit sowie Kunstpraxis konnte sich vor allem in den letzten Jahren recht ungestört entfalten und etablieren.

Hannes Schwarz (Foto: Karl Gruber / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0)
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Was es wiegt, das hat’s II: Ich

(Beiträge und Fragen zu einer nächsten Kulturpolitik)

Es hat jetzt nicht lange gedauert, daß ich hinter den Kulissen gefragt wurde: „Warum tust du das?“ Was tu ich? „Jemanden vorführen.“ Das tu ich? Wow! Wenn das den Status quo der steirischen Kulturpolitik treffend skizzieren würde, könnte ich mich von einer Brücke schmeißen. (Wir haben hier in der Nähe den Talübergang Arnwiesen, eine ziemlich imposante und sehr hohe Brücke.)

Autor Martin Krusche (Foto: Gerhard HY Fruhmann)
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Was es wiegt, das hat’s I

(Beiträge und Fragen zu einer nächsten Kulturpolitik)

Ich habe in verschiedenen Glossen und Kommentaren behauptet, die jetzige Kulturpolitik der Steiermark sei offenbar nicht reformierbar, ich möchte über eine nächste Kulturpolitik nachdenken und debattieren. Darüber habe ich mit Musiker Oliver Mally Konsens. Doch es ließ sich kein Forum finden oder schaffen, in dem derzeit solche Diskussionen geführt werden können. Es wird viel geschwiegen. Es dominiert die Hofberichterstattung. (Es gibt nach wie vor rebellische Attitüden.)

Saure Zeiten? Interessante Zeiten!

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Neunzehn: Eine Autonomiefrage

Das neunzehnte Jahr macht klar: wenn sich Spießbürger als Rebellen verkleiden, soll alles bleiben wie es ist. Aber so ist alles eben nicht. Alles verändert sich laufend. Und die Zahlen… Ich hab bisher noch kaum darüber nachgedacht. Zehn Jahre sind nicht 2010 bis 2020, sondern 2010 bis 2019. Das heißt auch: fünfzig Jahre sind 1975 bis 2024. (Da fehlt jetzt nicht mehr gar so viel. Seit bald 50 Jahren bin ich diesem Kunstbetrieb tätig.)

Die frühen 1980er. Im Panzerfahrer-Overall auf der Bühne: Es werde Terz!
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Zahlen zählen, Jahre sortieren

Eben noch auf einen Kaffee bei Fotograf Richard Mayr. Wir haben über die Jahre manchmal ein paar gemeinsame Schritte gemacht. Nun, bei den „Wegmarken“, dachte ich schon, das Buchprojekt ginge den Bach runter, denn es ist eine Kooperation mit vier Gemeinden. Vier Bürgermeisterbüros unter Corona, nachdem die regionalen Kräfte einen Wahlkampfmarathon absolviert hatten.

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