Schlagwort-Archiv: mirjana peitler-selakov

Das Labortatorium läuft…

Während der letzten Jahre hat sich bei „kunst ost“ ein Themenschwerpunkt verdichtet, der nun für einen Ebenenwechsel fällig war. Mirjana Peitler-Selakov hat über einige technologiebasierende Kunstformen den Fokus auf „Frauen und Technik“ gerichtet.

Die erste Serie wurde gestartet

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Girls: Art&Sci_Lab eröffnet!

In den letzten Jahren entwickelte Mirjana Peiter-Selakov für die soziokulturelle Drehscheibe „kunst ost“ den Themenschwerpunkt „FMTech_Lab!“, wo die Fragestellungen zu den Zusammenhängen „Frauen, Macht und Technik“ bearbeitet wurden, was schließlich zu einer neuen Praxisebene, der des Labors, führte.

Mirjana Peiter-Selakov

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Tip: Die Wasser-Biennale

Heute treffen wir uns in Fürstenfeld: „Einer der Höhepunkte der diesjährigen Biennale wird die spektakuläre Wasser Brücke sein – das derzeit ‚kleinste Labor der Welt‘! Sie wird in Kooperation mit der TU Graz und dem Wetsus – Centre of excellence for sustainable water technology in den Niederlanden – in Fürstenfeld am 13. Oktober zu sehen sein.“

Die Wasserbrücke (Foto: Pedrotti)

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April-Festival 2013: work in progress

Ein kleines Arbeitstreffen, um die Basis für weitere Kooperationsschritte von kunst ost zu klären. Das markiert den Ausgangspunkt für die Reise in den Umbruch der regionalen Verhältnisse. Der Prozeß ist bemerkenswert, die ersten Ergebnisse sind sehr erfreulich.

Die "Basis-Runde", von links: Winfried Lehmann, Michaela Knittelfelder-Lang, Irmgard Hierzer und Karl Bauer

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Den Umbruch surfen

Ich denke, das waren nun wenigstens 20 Monate, in denen sich die Arbeit an weiterführenden Optionen hier so verbreitet hat, daß mir für künstlerische Arbeit kaum noch Zeit blieb. Aber was immer man den jüngsten Krisenszenarien an Realität zubilligt, es scheint mir klar, daß wir mitten in einem enormen Umbruch stecken.

Mit Künstler Richard Kriesche auf der Strecke

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Reduktionen, Perspektiven

Die vergangenen Wochen hatte ich Arbeit daran, die derzeitige Projekt-Komplexität von kunst ost herunterzufahren. Da dieses ganzeUnterfangen vor allem einmal eine Art Labor ist, in dem ausgelotet werden muß, welche Strategien, Zielsetzungen und Verfahrensweisen sich kulturell abseits des Landeszentrums bewähren können, entstehen laufend neue Arbeitslinien.

Die bedürfen dann einer Prüfung dessen, was sich sinnvoll weiterverfolgen läßt. Das verlangt jeweils, einige der eröffneten Bereiche wieder hinter sich zu lassen. So etwa derzeit die „Kulturspange“ [link] und die erste Formation von „KWW – Kunst Wirtschaft Wissenschaft“ [link]

KUnstsammler Erich Wolf mit einem ersten Probedruck des Programmbuches für unser Symposion

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FrauenMonat: Neue Grundlagen

Im „FrauenMonat“ 2012 sind nun sehr klare Grundlagen für unsere weitere Arbeit am Themenkomplex „Frauen Macht und Technik“ sowie für ein Labor-Projekt („FMTech_Lab!“) verfügbar. Technikerin Mirjana Peitler-Selakov sagt zum Hintergrund:

„Aus historischer, aus kultur- und kunstgeschichtlicher Perspektive wird die Rolle der Frau in der Gesellschaft untersucht. Das gesellschaftliche Bild der Frau vom 17. bis ins 19. Jahrhundert änderte sich so fundamental, dass die Frau aus der öffentlichen Gesellschaft gänzlich verbannt wurde, während der Mann gerade durch seine auf den gesellschaftlichen Aufbau ausgerichtete Tätigkeit definiert wurde. Wie das Frauenbild quer durch die Geschichte bis in die Gegenwart über visuelle Ebenen in der Öffentlichkeit kommuniziert wurde, ist eines der Themen, die im Labor wissenschaftlich erforscht bzw. in einer Ausstellung präsentiert werden.“

Mirjana Peitler-Selakov (Functional Safety Manager im Bereich der neuen Elektrofahrzeuge)

Aber was heißt das für ein längerfristiges Bildungsvorhaben? Aus der bisherigen Konzeptarbeit heraus macht Peitler-Selakov klar:

„Eine der Grundfragen, die sich erhebt, lautet: Wie baut man Kompetenz im technischen und naturwissenschaftlichen Bereich, insbesondere bei den Mädchen, auf? Aber auch wie entwickelt man Interesse und Kompetenzen am Experimentieren oder wie vernetzt man übergreifende Lern- und Erfahrungsbereiche? Das sind Fragen im Fokus der pädagogischen Forschung im Labor.“

Es wird also wichtig sein, verschiedenen Disziplinen zur Wechselwirkung zu bringen. Peitler-Selakov weiter:

„Aus soziologischer Perspektive werden die Selbst- und Fremdwahrnehmung von Mädchen und Frauen im Kontext kreativer technischer Tätigkeitsfelder erforscht und untersucht, wie sich diese gegebenenfalls verändern können. Eine Gruppe von jungen SoziologInnen und Gender-ForscherInnen werden folgenden Fragen nachgehen: Wie stellen die Mädchen im Zusammenhang mit ihren Erfahrungen und Projekten im Labor-Projekt ihre Geschlechtsidentität kreativ her? Das heißt auch, wie wird Technik und Geschlecht von ihnen gegebenenfalls kreativ neu verknüpft? Als Methode sind Gruppendiskussionen mit allen im Projekt beteiligten Personen vorgesehen.“

Mirjana Peitler-Selakov ist zur Zeit Functional Safety Manager im Bereich der neuen Elektrofahrzeuge bei Magna Ecar Systems.

— [FrauenMonat 2012] —

kunst ost & kultur.at

Was heute kunst ost ist, begann im Jahr 2009 als ein Projekt des kultur.at: verein für medienkultur. Es war das überhaupt erste LEADER-Kulturprojekt der Steiermark. Dieses Projekt wurde inzwischen aufgrund seiner Komplexität als eigene Rechtsperson (Verein) etabliert, ereignet sich aber nach wie vor im engen Wechselspiel mir kultur.at.

Das wird im Zentrum von drei Personen erbracht, die einen konkreten Kompetenzen-Mix repräsentieren:
+) Martin Krusche (Künstler): Kunstpraxis, Kulturpolitik, Alltagskultur und Mobilitätsgeschichte, Projektentwicklung, eigenständige Regionalentwicklung
+) Mirjana Peitler-Selakov (Kunsthistorikerin): Kuratorische Arbeit, Kulturpolitik, Frauen & Technik, Projektentwicklung
+) Jörg Vogeltanz (Graphic Novelist): Kunstpraxis, Graphic Design, Projektentwicklung

Bei kunst ost sind inzwischen a) durch „location crews“ und b) durch „Laborgruppen“ weitere Kompetenzbereiche erschlossen. Darüber hinaus bestehen inzwischen regionale Kooperationen mit verschiedenen Einrichtungen, deren Schlüsselpersonen uns in folgenden Themen verstärken:

Durch Kooperationspartner sind folgende Kompetenzen repräsentiert:
+) Gerwald Hierzi (City-Manager Gleisdorf): regionale Fragen, kommunale Fragen, Wirtschaft, eigenständige Regionalentwicklung
+) Günther Marchner (Sozialwissenschafter) Kulturpolitik, Projektentwicklung, eigenständige Regionalentwicklung
+) Andreas Turk (Ziviltechniker) regionale Fragen, kommunale Fragen, Projektentwicklung, eigenständige Regionalentwicklung
+) Erich Wolf (Unternehmensberater/Kunstsammler): steirische Gegenwartskunst nach 1945, Wirtschaft, Projektentwicklung

Wir arbeiten in Summe an einer Neudeutung und Praxis des Verhältnisses zwischen Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft in der speziellen Situation abseits des Landeszentrums.

Unser Gesamtvorhaben befaßt sich
a) mit den Fragen der Medienkultur und der Medienkonvergenz in Theorie und Praxis (internetgestützt und im analogen Raum),
b) mit den Bedingungen der Gegenwartskunst abseits des Landeszentrums,
c) mit Alltagskultur und Mobilitätsgeschichte,
d) mit Fragen einer zeitgemäßen Kulturpolitik in der „Provinz“ sowie
e) einer angemessenen Praxis im Aufbau und Bestand einer regionalen Community.

Daraus resultieren Diskursarbeit, Bildungsaufgaben, kulturellen Vorhaben und künstlerischen Projekte in landes- und bundesweiten, aber auch internationalen Kooperationen.

Das ergibt als Hauptthemen:
+) Gegenwartskunst,
+) Frauen & Technik,
+) Alltagskultur,
+) Mobilitätsgeschichte,
+) Medienkompetenz in Dimensionen eigenständiger Regionalentwicklung.

Unser außerösterreichischer Kooperationsschwerpunkt liegt vor allem in Südosteuropa (Balkan).

Und wie zeigt sich, daß es funktioniert, wenn was funktioniert? Zum Beispiel:
+) im Entstehen autonomer „Location Crews“, die sich selbstständig organisieren und uns über „Schlüsselpersonen“ zur Kooperation verbunden sind
+) in projektbezogenen Kooperationen mit eigenständigen Kulturinitiativen
+) in laufenden Diskursen innerhalb einer wachsenden Community, welche über Internetstützung verbunden bleibt
+) in wachsender Vernetzung mit Kulturschaffenden, mit Sach- und MachtpromotorInnen
+) in medialer Präsenz und im Medienecho plus angemessene Zugriffszahlen im Web
+) im wachsenden Echo bei Funktionstragenden von Politik und Verwaltung in der Region
+) über angemessene Inhalte in der kommenden Publikationsreihe („Fachbibliothek“)
etc. etc.

Vision 2050: Das aktuelle Ensemble

Kürzlich notierte ich hier in „Was (nicht) zu übersehen war“: „Wir haben miterlebt, wie Wissensarbeit immer weniger wert wurde, also immer schlechtere Bezahlung erhielt. Wir sind in einer Situation angelangt, die von Kompetenzverlusten und Stagnation geprägt ist.“ [Quelle]

Sozialwissenschafter Günther Marchner beim Nachdenken in Gleisdorf

Es war nicht das erste Mal, daß ich diese Aspekte – Kompetenzverlust und Stagnation – zur Sprache gebracht hab. Was mag dem gegenüberstehen? In meiner Themenreihe „Die Gefolgschaft des Ikarus“ ging es am 18. Mai um eine kleine Schlußfolgerung:

„Eine Sache um ihrer selbst willen gut zu machen, im gesamten Ereignisfeld zwischen materiellen und immateriellen Möglichkeiten. Das scheint eine Grundlage zu sein, auf der wir vorankommen, wenn wir klären möchten, was es mit Würde auf sich haben mag…“ [Quelle]

Sie können davon ausgehen, daß ich in derlei Denk- und Arbeitsansätzen einige Schnittpunkte mit jenen des Kulturwissenschafters Günther Marchner habe.

So heißt es bei ihm in der Beschreibung eines aktuellen Projektes etwa: „Mit der Veränderung von Wirtschaft, Arbeitswelten und Technologien geht altes Wissen und Erfahrungswissen von Menschen in Gemeinden, in Betrieben oder in der Landwirtschaft verloren.“

Erfahrungswissen. Das ist eine Kategorie und kulturelle Dimension, die in unserer Sozialgeschichte jenen Bereich des Handwerks dominiert, von dem sich vor eigentlich erst recht kurzer Zeit das Ingenieurswesen abgezweigt hat, das Metier der „Maschinenwissenschafter“, also derer, denen oft eine Theorie dem Ergebnis vorausgeht, während im Handwerk die praktische Erfahrung wichtigste Basis auf dem Weg zu Lösungen ist.

(Kleine Einschub: Das bedeutet natürlich keinesfalls, daß im Handwerk ohne Annahmen/Theorien gearbeitet werden könne, umgekehrt die Wissenschaft ohne praktische Erfahung auskäme.)

Erfahrungswissen, das ist aber auch eine radikal bedeutende Option, wenn man darüber nachdenkt, daß Problemlösungen in einer Region eher nicht von außen kommen werden, sondern vorzugsweise von den eigenen Leuten erarbeitet werden sollten.

Genau das betonte übrigens Techniker Michael Naradoslawsky bei unserer jüngsten „Vision 2050“-Session. Polemisch verkürzt: „Berater von außen? Schmeißen’s das weg! Es muß jemand vor Ort sein!“ Im Gesamtzusammenhang seiner Aussage zu hören in der Sound-Datei #6: [link]

Marchner stellt für sein aktuelles Projekt „Altes Wissen mit Zukunft“ unmißverständlich fest: „Gleichzeitig gibt es viele Herausforderungen, für die vor allem noch bestehendes Erfahrungswissen zum Zukunftspotenzial werden kann.“ Das greifen wir auf.

So rundet sich für uns bei kunst ost das Ensemble der fixen Kooperationsverhältnisse, um
a) bisher Erarbeitetes für weitere Schritte besser bündeln zu können und
b) für die nahe Zukunft ein zeitgemäßes Konzept für eine regionale Kulturinitiative in die Praxis zu überführen, wobei
c) die Gegenwartskunst ein wichtiger Angelpunkt ist, aber
d) die Fragen der Regionalentwicklung auch von uns bearbeitet werden.

Das „Kooperationsfeld kunst ost“ hat also nun vier Schwerpunktbereiche, die zu einander komplementär angeordnet werden, wobei uns für jeden Bereich eine „Schlüsselperson“ gegenübersteht:
+) Günther Marchner (Sozialwissenschafter): Regionalentwicklung / Altes Wissen
+) Mirjana Peitler-Selakov (Kunsthistorikerin): Frauen & Technik
+) Andreas Turk (Ziviltechniker): Regionalentwicklung / Vision 2050
+) Erich Wolf (Kunstsammler): Gegenwartskunst

— [Vision 2050] —

Themen und Arbeitsebenen

Das ursprüngliche „Trägersystem“, die Kulturinitiative kultur.at: verein für medienkompetenz, hat im Jahr 2009 ein Projekt realisiert, das inzwischen als kunst ost: soziokulturelle drehscheibe Eigenständigkeit erreichte.

Diese institutionelle Eigenständigkeit beider Formationen erweist sich als sinnvoll, weil ein thematisch sehr komplexer Prozeß entstanden ist. Aus den letzten Jahren hat sich eine Aufgabenstellung herauskristallisiert, die sich aus folgenden Genres zusammensetzt:

1) Kunstvermittlung und -präsentation
2) Diskursarbeit: a) Kunstdiskurs & b) kulturpolitische Diskurse
3) Lobby- und Communityarbeit
4) Dokumentation & Publikation
5) Grenzüberschreitende Kooperationen

Dazu sind im Hintergrund
+) laufende Basisarbeit und
+) Archivarbeit sowie
+) der Ausbau der Web-Präsenz nötig.

Wir verfolgen als thematische Hauptlinien folgende Bereiche
1) Gegenwartskunst
2) kulturelle Praxis auf der Höhe der Zeit
3) Frauen & Technik
4) Sozialgeschichte/Mobilitätsgeschichte

Das verzahnen wir regional in zwei Komplexe
1) Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft
2) Zwischen Landwirtschaft und High Tech

Aus diesem Themengefüge soll sich quer durchs Jahr eine Kontinuität der Ereignisse und Veranstaltungen ableiten lassen, in der eine heterogene Community vielfältige Kompetenzen zur Wirkung bringt.

Das zeigt sich in der Praxis grundsätzlich über drei Optionen:
+) Produktionen aus dem „Kernbereich“, von Mirjana Peitler-Selakov (Kunsthistorikerin) und Martin Krusche (Künstler) entwickelt.
+) Produktionen aus einem engeren Kreis von „Schlüsselpersonen“ der Drehscheibe kunst ost.
+) Kooperationen mit vollkommen eigenständigen Kulturinitiativen der Region.

Dazu kommen zwei Kooperationen gänzlich anderer Art, die im Sinne eigenständiger Regionalentwicklung Gewicht haben. Einerseits die mit dem Unternehmer und Kunstsammler Erich Wolf: [link] Andrerseits die mit dem Ziviltechniker Andreas Turk: [link]

Da erarbeiten wir gerade die Grundlagen eines längerfristigen Zusammenwirkens. Wie schon angedeutet, das Zusammenspiel von Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft hat aktuell Klärungen verlangt: Warum sollen wir überhaupt diese Genres verknüpfen? Wovon handeln mögliche Gemeinsamkeiten und wie sollte das in gemeinsames Tun überführt werden? Das ist inzwischen erheblich klarer und wird für den Rest des Jahres 2012 schon praktische Ergebnisse zeigen.