Das Ende des Arbeitsjahres 2014 kommt in Sicht. Das heurige Kunstsymposion geht in seine Schlußphase. Die Dinge liefen etliche Monate quasi On Stage und Back Stage; also auf der Bühne und hinter der Bühne.

In einem aktuellen Arbeitsgespräch mit LEADER-Managerin Iris Absenger-Helmli stand erneut zur Debatte, was der Begriff Regionalentwicklung meint. Das Wort Entwicklung allein macht schon deutlich: Es geht um eine Reihe von Zustandsänderungen. Dabei spielt also Zeit eine wesentliche Rolle.

Falls Worte wie Debian oder Ubuntu bei Ihnen noch keine Assoziationen auslösen, halb so wild. Da geht es um die Hausbibliothek eines Computers, um die Innereien des Maschinchens. Dafür engagiert man sich erfahrene Leute, falls man Probleme lösen muß, das zählt noch nicht zum Allgemeinwissen.
Ich ringe noch um ein klareres Verständnis dessen, was ich dieser Tage erlebt habe. Zwei Kunst-Konferenzen, etliche Debatten, formell und informell. Es hätte nicht kontrastreicher sein können. Und ich blicke auch auf Kontroversen zurück.

Das war für mich eben eine mehr als kuriose Debatten über Fragen zu Kunst und Kultur. Kurios deshalb, weil ich endlich erlebe, daß es möglich ist, eine rigorose Erörterung unseres Metiers vorzunehmen, ohne daß recht bald mit üblichen Frontstellungen und Feindbildern gearbeitet wird.

Die letzte Woche vor der Eröffnung habe ich pro Tag zwei Wäschegarnituren verbraucht. Ein schweißtreibender Job. Nein, darüber gibt es nichts zu klagen. Anstrengung, die manchmal eben solche Spitzen hat, ist Teil der erwünschten Prozesse, unvermeidlich, unumgänglich.
Inzwischen wurde verstanden, worum es hier geht. Sonja Berger hat das in die Headline ihres Berichtes gepackt. Der Begriff Provinz war ja ursprünglich nicht von einem Makel behaftet. Doch das änderte sich und wir kennen heute längst all diese Abschätzigkeit, mit der aus den Zentren auf die Provinz geblickt wird.

Auf Facebook lautete die Einladung zu einer kulturpolitischen Debatte: „Empört Euch! In einer Stunde wird die Diskussion ‚Die Zukunft der Kultur im ländlichen Raum‘ entfacht. Aber nicht ohne euch – kommt und teilt eure Erfahrungen und Gedanken! 16 Uhr, Theodor Körner Platz.“
Das heurige Kunstsymposion in Gleisdorf stellt eine Wegmarke dar. Alte Pfade müssen verlassen werden, neue Strategien sind nötig, um der Wissensarbeit und der Kulturpraxis abseits des Landeszentrums angemessene Bedingungen zu schaffen, um zu zeigen, daß wir uns in diesem Engagement auf der Höhe der Zeit bewegen.
