Ich ringe noch um ein klareres Verständnis dessen, was ich dieser Tage erlebt habe. Zwei Kunst-Konferenzen, etliche Debatten, formell und informell. Es hätte nicht kontrastreicher sein können. Und ich blicke auch auf Kontroversen zurück.

Ich ringe noch um ein klareres Verständnis dessen, was ich dieser Tage erlebt habe. Zwei Kunst-Konferenzen, etliche Debatten, formell und informell. Es hätte nicht kontrastreicher sein können. Und ich blicke auch auf Kontroversen zurück.

Das war für mich eben eine mehr als kuriose Debatten über Fragen zu Kunst und Kultur. Kurios deshalb, weil ich endlich erlebe, daß es möglich ist, eine rigorose Erörterung unseres Metiers vorzunehmen, ohne daß recht bald mit üblichen Frontstellungen und Feindbildern gearbeitet wird.

Die letzte Woche vor der Eröffnung habe ich pro Tag zwei Wäschegarnituren verbraucht. Ein schweißtreibender Job. Nein, darüber gibt es nichts zu klagen. Anstrengung, die manchmal eben solche Spitzen hat, ist Teil der erwünschten Prozesse, unvermeidlich, unumgänglich.
Inzwischen wurde verstanden, worum es hier geht. Sonja Berger hat das in die Headline ihres Berichtes gepackt. Der Begriff Provinz war ja ursprünglich nicht von einem Makel behaftet. Doch das änderte sich und wir kennen heute längst all diese Abschätzigkeit, mit der aus den Zentren auf die Provinz geblickt wird.

Auf Facebook lautete die Einladung zu einer kulturpolitischen Debatte: „Empört Euch! In einer Stunde wird die Diskussion ‚Die Zukunft der Kultur im ländlichen Raum‘ entfacht. Aber nicht ohne euch – kommt und teilt eure Erfahrungen und Gedanken! 16 Uhr, Theodor Körner Platz.“
Das heurige Kunstsymposion in Gleisdorf stellt eine Wegmarke dar. Alte Pfade müssen verlassen werden, neue Strategien sind nötig, um der Wissensarbeit und der Kulturpraxis abseits des Landeszentrums angemessene Bedingungen zu schaffen, um zu zeigen, daß wir uns in diesem Engagement auf der Höhe der Zeit bewegen.

Wie haben die Diskurs-Reihe „Talking Community“ im Jahr 2010 in Novi Sad (Serbien) begonnen. Öffentlich zugänglicher Debatten über Fragen der Kunst, der Kulturpolitik, der Wissensarbeit, der Verfaßtheit einer Gesellschaft. Siehe: [link]

Der Begriff „Kulturpakt Gleisdorf“ steht für zwei grundverschiedene Arbeitsbereiche, die aber stellenweise ineinandergreifen. „Kulturpakt Gleisdorf“ ist eine Plattform, „Kulturpakt Gleisdorf 2014“ ein Projekt mit definiertem Beginn und Ende.
2012 und 2013 waren der Erprobung verschiedener Verwahrensweisen und Organisationsformen gewidmet, um aktuelle Inhalte zu bearbeiten. Mit dem 7. Jänner 2014 hieß es dann, es sei „Weggabelung markiert“ und der Kulturpakt Gleisdorf ging in die Phase II.

Der Kulturpakt Gleisdorf wurzelt in einer Phase grundlegender Veränderungen der Oststeiermark. Einige Bezirksgrenzen wurden neu gezeichnet und die steirischen Großregionen definiert. Eine Verwaltungsreform zog Gemeindefusionen nach sich und LEADER-Regionen wurden durch Zusammenlegungen neu geordnet.
