Ich habe im vorigen Eintrag [link] eine „Quest“ erwähnt. Der Begriff kommt mehrdeutig zur Wirkung. Was er insgesamt faßt, zieht sich quer durch unsere Kulturgeschichte und hat heutige Entsprechungen in der trivialen Massenkultur.

Ich habe im vorigen Eintrag [link] eine „Quest“ erwähnt. Der Begriff kommt mehrdeutig zur Wirkung. Was er insgesamt faßt, zieht sich quer durch unsere Kulturgeschichte und hat heutige Entsprechungen in der trivialen Massenkultur.

Seit einigen Monaten erörtere ich in meinem Umfeld gelegentlich das kommende Jahr 2014. Es verweist auf 1914. Sollten Kulturschaffende in dieser Sache nichts zu sagen haben, wäre der Massenkultur eine essenzielle Nische zum beliebigen Bespielen überlassen. 1914 ist das Schlüsseljahr zur Eröffnung des 20. Jahrhunderts.

Um es vorwegzunehmen: Uns geht es derzeit besser als ich für möglich gehalten hätte. Das verdankt sich zum Beispiel inspirierten Menschen, die auf konzeptionelle Schritte im Kernbereich dieser Kulturinitiative mit eigenen Ideen reagiert haben.
Aus dem 2011er-Jahr heraus gab es bei „kunst ost“ eine Themenlinie zur Frage nach einer „Vision 2050“: [link] Es ist ein interessante Aufgabenstellung, sich an einer möglichst konkreten Vorstellung künftigen Lebens zu orientieren, um daraus abzuleiten, welche Weichenstellungen wir folglich JETZT erwägen und womöglich konkret angehen sollten… Wissend, daß sich über solche Zeiträume so gut wie nichts einigermaßen konkret vorhersehen läßt.
Da geht es also um Ungreifbares. Woraus entstehen Perspektiven, die mir für eine mögliche Zukunft ein Gefühl der Verbindlichkeit schaffen?
Da wäre zum Beispiel ein simples und ganz naheliegendes Motiv: Vor ziemlich genau 20 Jahren wurde mir mein Sohn zum ersten Mal in die Arme gegeben. Wir haben danach über Jahre viel Zeit miteinander verbracht, doch heute gehört der Bub längst nicht mehr zu meinem Alltag.

Wer unsere Arbeit über die Jahre verfolgt hat, wird — bewußt oder unbewußt — ein Thema immer wieder entdeckt haben. Etwa 2005, als der Abschnitt „next code“ startklar wurde, ging es auf jeden Fall schon um „Die Außenhaut der Innenstadt“.

Heute haben wir im Rahmen der „talking communities“ unsere Session mit Kulturwissenschafter Günther Marchner realisiert. Das ist ein Stück Diskursarbeit zur Reflexion darüber, wo ein Teil unserer Arbeit angelangt sei, wo die Aktivitäten hinzielen und was das mit eigenständiger Regionalentwicklung zu tun habe.

Da nun so gut wie alles im Umbruch ist, da sich Strukturen ändern und sich unsere Welt nach einigen den Globus umfassenden Krisenmomenten auch im Kleinräumigen völlig wandelt, stellen sich allerhand Fragen. So auch diese: Welche Rolle möchte dabei die Stadt Gleisdorf in naher Zukunft einnehmen? Und was ist da an handelnden Personen vorzufinden? Auf welche Inhalte verständigt man sich, einigt man sich allenfalls?

Wie können sich heutzutage Einzelpersonen in die Vorhaben von „kunst ost“ einbringen? Sie nehmen mit uns Kontakt auf oder sie werden von uns eingeladen. So oder so ist es vorteilhaft, sich über die aktuellen Themenstellungen und Teilprojekte von „kunst ost“ selbstständig zu informieren.

Es ist bei „kunst ost“ immer noch eine Zeit dichter Arbeitsgespräche. Weiterführende Planungen sind nötig. Aber es ist auch eine Zeit der Umsetzung und der ermutigenden Zwischenergebnisse. Das neue „Girls: Art&Sci_Lab“ scheint sich in der Praxis zu bewähren. Es kommen nicht nur günstige Rückmeldungen von Eltern.
