Ich halte fest, wir sind uns einig. Bürgermeister Peter Moser (Ludersdorf-Wilfersdorf) geht mit uns in der Praxis diesen Weg. Kulturpolitik ist nicht dazu da, dem Marketingbereich zusätzliche Budgets zu verschaffen.

Wie staunenswert uns Nomaden erscheinen, deren Leben sich permanent einer wuchtigen Natur stellt. Das ergibt zuweilen überwältigende Bilder. Es läßt uns auch an wohltuende Kargheit denken, da wir selbst in einem Überfluß leben, der ein Tempo verlangt, das erschöpfend ist.

Eine verblüffende Situation. Da wird gelebtes Leben und geleistete Arbeit in das Nichts des Digitalen übersetzt. Ein komplexer Prozeß, von der Wärme des realen Lebens vieler Menschen hergeleitet, gefriert sozusagen, erstarrt in einem Codesystem. Suchen, lauschen, erzählen. Schließlich diese irritierende Transformation.
Unser 2017er Kunstsymposion wird weiter mit Fragen nach etlichen Aspekten einer zeitgemäßen Koexistenz befaßt ein. Da geht es zugleich um soziale Formationen und um neue menschliche Begegnungen.
Im Mai 2007 gastierten Milica Milicevic und Milan Bosnic erstmals in Gleisdorf. Ich hatte damals für unsere Kooperation mit dem Festival steirischer herbst die Station „Nobody want’s to be Nobody“ [link] vorausgeschickt. Es ging mir insgesamt um die Verbindung des historisch aufgeladenen Korridors Wien-Belgrad-Istanbul, um verschiedene künstlerische Positionen auf dieser Linie.

Drei Generationen einer Familie, stellenweise vier, haben die Besonderheit, daß sich die jüngsten und die ältesten Familienmitglieder real begegnen. Ich hatte von meinen Großeltern und deren nächsten Verwandten ganz konkrete Eindrücke gewinnen können.

Am Samstag, dem 26. November, geht Chuck LeMonds mit seiner Band „The Live-in-Trees“ und dem Graphic Novelist Chris Scheuer im Schloß Freiberg gemeinsam vor Publikum. Es wird gewissermaßen ein Dialog der verschiedenen Medien, wobei die leibliche Präsenz den Angelpunkt des Geschehens bildet.

Die Jahre 2015 und 2016 haben eine weitgehende Neustrukturierung der Arbeitsfelder von Kunst Ost und Kultur.at nötig gemacht. Es war ein Abschnitt, der 2006/07 eröffnet wurde, abzuschließen. Das bedeutet, Themenschwerpunkte, Arbeitsweisen und Kooperationen sind derzeit neu zu ordnen, was Work in Progress ist.

Wie leicht ich Dinge falsch verstehe! Da wird eine Veranstaltung unter „Kunst im Gepräch“ angeboten, ich fahr nach Graz, weil ich meine, es gehe um ein „Gespräch über Kunst“. Ob das einen Unterschied macht? Gewiß! Dieser Abend im Rahmen des Festivals steirischer herbst hat mich nun wenigstens einmal in die Kunsthalle Graz gebracht. Solche Plätze sind enorm nach meinem Geschmack.
