Es gibt eine ganze Reihe menschlicher Leistungen, welche eine Gesellschaft braucht, die aber innerhalb unserer Kultur und Traditionen nicht auf dem freien Markt im Rennen sind, um materielle Profite abzuwerfen. Sie sind dem immateriellen Gewinn menschlicher Gemeinschaft gewidmet.
Wie kommt den bei uns die Butter aufs Brot? Und woher kommt der Kuchen zum Kaffee?
Wer unsere Arbeit über die Jahre verfolgt hat, wird — bewußt oder unbewußt — ein Thema immer wieder entdeckt haben. Etwa 2005, als der Abschnitt „next code“ startklar wurde, ging es auf jeden Fall schon um „Die Außenhaut der Innenstadt“.
Das Fenster zum Web als Monitor an der Säule in Gleisdorfs Innenstadt
Gestern in Klausur mit Kulturwissenschafter Günther Marchner, heute „talking communities“, die Fortsetzung der Arbeit mit unseren Kooperationspartnerinnen und -partnern. Marchner ist seit einiger Zeit mit Zugängen befaßt, die etwa im Titel „Wissen schafft Region“ zur kulturellen Praxis führen.
Kulturwissenschafter Günther Marchner in Klausur in Gleisdorf
Mit beiden hatten wir schon verschiedene Verständigungs- und Arbeitsschritte gesetzt. Der Ingenieur und der Kaufmann. Bei der zweiten Session von „Kunst, Wirtschaft, Wissenschaft“ unter dem Titel „SATT und HUNGRIG: Was braucht der Mensch alles?“ [link] hatten sich ihre Wege gekreuzt.
Otto Sapper, vertraut mit wirtschaftlichen Belangen und der agrarischen Welt
Ich habe in meine Serie von Arbeitsgesprächen nun auch ein Treffen mit Gerald Gigler gehabt, der beim Land Steiermark als Fachreferent für das EU-Programm LEADER zuständig ist. Iris Absenger-Helmli, LEADER-Managerin unsere Region, war mit am Tisch.
Kulturpolitik ist keinesfalls bloß das, was von den offiziellen Funktionstragenden der Politik generiert wird. Es ist AUCH das, was von unserer Seite, von der Basis her kommt oder unterbleibt. Nach meiner Überzeugung ist überhaupt nur das Kulturpolitik, was aus dem Wechselspiel dieser Felder entsteht.
Kunst, Kultur, Politik, Kulturpolitik
Die Kunst ist der Gesellschaft zu gar nichts verpflichtet. Wer mir mit Floskeln kommt wie „Die Aufgabe der Kunst ist es…“, kriegt von mir in der Regel zweierlei zu hören. Erstens: „Rutschen Sie mir den Buckel runter!“ Zweitens: „Lernen Sie Kulturgeschichte!“
Zur Erinnerung, seit der Renaissance haben wir Übereinkunft in der zentralen Frage und dieser Konsens wurde bisher noch nicht aufgehoben: Die Kunst ist sich selbst Auftraggeberin und keiner anderen Instanz als sich selbst verpflichtet.
Beim Gleisdorfer Kunst-Symposion, von links: Die Kunstsammler Erich Wolf und Hans Roth, Carmen Gasser-Derungs und Remo Derungs (Gelbes Haus, Flims), Künstler Martin Krusche, Ludger Hünnekens (Burda Museum, Baden-Baden), Künstler Richard Kriesche (Foto: Andreas Turk)
Ein LAN ist ein Local Area Network. Ein WLAN ist überdies „wireless“, also drahtlos. Das fanden wir im Gleisdorfer Restaurant „Gut“, um einen angenehmen Platz für unsere Session zu haben. So ein drahtloses Netzwerk vor Ort bietet Internetverbindung. Also konnten wir unsere Laptops auf den dunklen Tisch wuchten und loslegen.
Wenn ich im vorigen Beitrag [link] betont habe, daß Kunst ebenso elitär sei wie jedes andere Fachgebiet, das Kompetenzen verlangt, die über schlichte Alltagsbewältigung hinausführen, dann wollte ich damit auch deutlich machen, daß Kunst keine Konsumartikel produziert.
Konsumartikel. Der Begriff handelt meist von Gütern, die über Massenproduktion zu Preisen kommen, durch die Massenkonsum möglich wird. (Oder ist es genau umgekehrt?) Das setzt auch in der Benutzung niedere Zugangsschwellen voraus.
Der Umbruch, von dem ich hier schon eine Weile schreibe, bedarf auch einiger Klärungsschritte in den Fragen wie sich in der Region Kunstschaffende zu anderen Instanzen dieser Gesellschaft verhalten mögen und was das für die Praxis abseits des Landeszentrums bedeutet.