Archiv für den Monat: Dezember 2011

Reality Check

Unsere Realität fällt nicht vom Himmel, sie ist auch nicht von selbst auf der Erde gewachsen. Realität ist das stets neue Ergebnis komplexer kultureller Prozesse, also Menschenwerk.

Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft sind generell in sehr unterschiedlichen Milieus zuhause. Aber das ganze 20. Jahrhundert wurde enorm davon geprägt, daß sich inspirierte Leute aus diesen Metiers mit einander verständigt haben.

Der Koch, der Fisch, die Fotografin: Jedes Milieu hat seine eigenen Codes

In einer Begegnung mit der amerikanischen Medienkünstlerin Victoria Vesna [link] kamen wir auf eine interessante Ansicht des Architekten Richard Buckminster Fuller (1895 bis 1983, link): „Je entwickelter die Kunst ist, desto mehr ist sie Wissenschaft. Je entwickelter die Wissenschaft ist, desto mehr ist sie Kunst“. [Quelle]

Vesna befaßte sich auch mit der fesselnden Überlegung, daß Integrität die Ästhetik des kommenden Jahrhunderts sei. Ein kleiner Hinweis darauf, daß es für viele Kunstschaffende der Gegenwart ganz selbstverständlich ist, sich mit dem Zustand dieser Gesellschaft zu befassen.

Zwei Drittel eines Trios: Es geht darum, den Job des jeweils anderen zu verstehen

Wo wir uns mit Leuten aus der Wirtschaft sowie mit Funktionstragenden aus Politik und Verwaltung verständigen, geht es ferner um Fragen, für welche Art (regionaler) Lebenspraxis sich ein Bündeln unser aller Kompetenzen eignen würde.

Das sind aktuell einige unserer Fragestellungen, mit denen wir zum Thema „Vision 2050“ in der Region eine praktikable Situation entwerfen wollen, in der sich versierte Leute aus verschiedenen Metiers zum wechselseitigen Nutzen treffen können.

Das läßt sich erfahrungsgemäß weder einfach so dahinbehaupten, noch verordnen. Es ist seinerseits auf Prozesse und auf gelingende Kommunikation angewiesen, also auf Zeit. Deshalb haben wir auch die Arbeitslinie „KWW“ als Work in Progress angelegt. Wir zentralisieren diese Möglichkeit nicht, wir wandern mit den einzelnen Stationen von Ort zu Ort.

Zeit und Prozeßhaftigkeit. Das ist aus einem weiteren Grund wichtig. Jedes Milieu entwickelt seine eigenen Codes, seinen Jargon. Diese Arten von Zeichensystemen können natürlich benutzt werden, um Menschen auszuschließen. Wer die betreffenden Codes nicht kennt, gehört nicht dazu und versteht bestenfalls die Hälfte dessen, was „drinnen“ geredet wird.

Umgekehrt brauchen wir Zeit für Verständigung und für allenfalls nötige Übersetzungsarbeit, wenn wir verschiedene Felder einander öffnen wollen, wenn wir Ansätze zur Kooperation suchen. „KWW“ verstehen wir als Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft im Wechselspiel der Möglichkeiten.

[2050: übersicht] [KWW]

Förderung oder Kooperation?

Die aktuelle Ausdifferenzierung von „kunst ost“ schreitet voran. Aus dem Umfeld der „Kulturspange“ hat sich nun ein Team (Fickel, Flekatsch, Krusche, Peitler-Selakov) zum Schwerpunkt „Kunst, Wirtschaft, Wissenschaft“ herauskristallisiert, das augenblicklich schon einmal via „Facebook“ an die Öffentlichkeit tritt: KWW [link]

Die nächste größere Zusammenkunft wird am 25. Jänner 2012 stattfinden und öffentlich zugänglich sein. Die Themenstellung lautet „Regionale Identität: eine Illusion oder unsere Wirklichkeit?“ [link]

Ein anderes Team ist auf der „Reise über die Dörfer“ und besucht Betriebe, um in laufenden Gesprächen einen verfeinerten Eindruck zu erarbeiten, was genau die Themen der Region seien, soweit das einige maßgebliche Akteurinnen und Akteure der Wirtschaftswelt angeht. (Das Team: Bauer, Knittelfelder-Lang, Krusche, Peitler-Selakov und Strassegger.)

Diese Arbeit, als Work in Progress angelegt, liefert uns klarere Vorstellungen, womit wir es in der Begegnung mit Wirtschaftstreibenden zu tun haben. Es herrscht nach unserer Erfahrung unter den Kulturschaffenden der Region noch viel zu wenig Kenntnis dieser anderen Milieus, vice versa.

In den nächsten Tagen trifft sich eine Gleisdorfer „Location Crew“ zur Projektbesprechung, wodurch nun die neue Struktur für die Ebene regionaler Kunstpräsentation ihre konkrete Form erlangt. Das soll beispielgebend für andere Kunstschaffende sein, die im Rahmen von „kunst ost“ Präsenz zeigen wollen.

Gernot Schrampf ("Malwerkstatt Gleisdof") und Sigrid Meister ("Musuem im Rathaus")

Es gibt aber auch noch weitere Optionen. Etwa daß sich eine vollkommen eigenständige Formation in ein Projekt einbringt. Das wird 2012 beispielsweise die „Malwerkstatt Gleisdorf“ machen, die einen eigenen Part entwirft und realisiert, dabei aber mit dem Kernbereich von „kunst ost“ kooperiert.

Zwischen den praxisbezogenen Angelegenheiten haben wir auch grundlegendere Dinge zu bearbeiten. Zwei von diesen drei Logos dürften in der Steiermark einigermaßen geläufig sein, nämlich jene, wo es um 25 Prozent Kulturbudget rauf oder runter geht. Das dritte Logo, dem Thema „no culture no future“ gewidmet, ist bei uns nicht so populär. Warum?

Es handelt nicht nur von einer kritischen Prüfung der Gesamtsituation des Kulturbetriebes, sondern auch von einer Selbstreflexion, die Konsequenzen verlangen würde. Im Sinne von: „die anderen zwei zeichen handeln in der steiermark vor allem davon, EINER der drei instanzen etwas zuzurufen; im sinne von: wenn IHR euer verhalten ändert, werden UNSERE angelegenheiten in ordnung kommen.“ Weite Details dazu: [link] In diesem Zusammenhang sollte klar sein, wir setzen nicht auf Förderung, sondern auf Kooperation.

Michael Toson mit Prototypen seiner Bastelbogen-Autos

Aber es geht bei uns gerade auch um lustigere Themen. Das „Kuratorium für triviale Mythen“ bringt in wenigen Tagen eine kuriose Publikation heraus. Techniker Michael Toson und Graphic Novelist Jörg Vogeltanz haben in Kooperation eine Serie von Ausschneidebögen gestaltet. Die repräsentieren ein Stück Sozial- und Mobilitätsgeschichte, welche auch in einem erläuternden Text skizziert wird.

Kick die Krise!

Wir haben keine Ressourcenkrise, sondern eine Strukturkrise. Das sagt Winfried Lechner, Geschäftsführer von „Ingenos Gobiet“ [link] ohne mit der Wimper zu zucken. Sein Geschäft ist es, Prozesse so zu entwerfen und zu lenken, daß bei komplexen Vorhaben Ergebnisse greifbar werden, die möglichst wenig von dem abweichen, was konkret gebraucht wird.

Architekt Winfried Lechner

Aber dazu wäre es von Vorteil, stünde am Beginn solcher Prozesse einigermaßen deutlich fest, WAS gebraucht wird. Und genau das, solche Klarheit, darf oft nicht als selbstverständlich vorausgesetzt werden. Lechner trifft eine interessante Unterscheidung. Bevorzugt jemand Wissen oder die Anwendung von Regeln?

Da kann man durchaus ins Grübeln kommen. Wissen. Regeln. Abläufe. Orientierung. Heinz Wittenbrink [link] saß mit am Tisch. Medienfragen, Kommunikation, Literarität, das sind seine Themen. Was da zu bereden war? Keine Agenda der Kunst, aber Zusammenhänge komplexer Kommunikationssituationen.

Medienfachmann Heinz Wittenbrink

Und im weiteren Sinn war das in genau jenem Themenbogen aufgestellt, den zu präzisieren mich gerade beschäftigt. Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft haben ja allerhand Schnittstellen, Berührungspunkte. Wie und auf welche Inhalte bezogen kann sich das dann in einem konkreten Lebensraum ereignen? Was sind die Anlässe dafür und was kommt inhaltlich alles ins Spiel?

Ich genieße im Augenblick, daß sich hier ausreichend Gelegenheit findet, mit inspirierten Menschen derlei Fragen zu debattieren. Was „kunst ost“ angeht, ist das ein Phase, als wären wir auf Expedition. Es gibt Ideen von Zielen und Vorstellungen von Wegen. Aber es gibt keine Route und keine bindende Ankunft. Es ist ein Durchmessen, vielleicht auch schon ein Vermessen von unklarem Terrain.

Ich hab unterschiedliche Intentionen, mich solchen Dingen zu widmen. Eine davon berührt unser Vorhaben „KWW – Kunst Wirtschaft Wissenschaft“: [link] Wir haben bisher im Milieu kaum frische Ideen vorgefunden, wie diese Bereiche in der Region zusammenfinden könnten und warum sie das sollten. Mit einigen speziellen Ausnahmen.

Wir konnten stets einzelnen Leuten aus solchen Metiers begegnen, die für interessante Debatten offen waren. Also sind wir nun zwar schon eine Weile unterwegs, um auszuloten, was da allenfalls an neuen Optionen erschließbar ist, doch es ist zur Zeit – wie angedeutet — vor allem eine Debattieren und ein Forschen.

Auf Stand gebracht

Lokal, regional, national… klar, fehlt noch international. Die Aktivitäten von „kunst ost“ sollten schrittweise eine Relevanz in all diesen Aktions-Radien entwickeln. Das verlangt Prozesse, in denen ZEIT ein enorm wichtiger Faktor ist. Und natürlich Kommunikation.

Es scheint auch, daß einige Funktionstragende der Kommunen zu verstehen beginnen, es habe einen WERT, solche Prozesse zu entwickeln und zu betreuen, Kulturarbeit solle nicht NUR in Events bzw. eröffenbare Veranstaltungen münden.

Mit dem Themenfokus KWW (Kunst Wirtschaft Wissenschaft) haben wir gerade eine Arbeitsbereich fix konstituiert, der vor allem einmal auf lokale und regionale Wirkung zielt. Siehe: [link] Das zuständige Team (Fickel, Flekatsch, Krusche, Peitler-Selakov) wird dazu am 25. Jänner 2012 in der Oststeiermark einen weiteren Akzent setzen.

Von links: Fotograf Christian Strassegger, Zuchtleiterin Johanna Winkler, Assistent Jure Kolaric, Tierarzt Karl Bauer

Eine andere Formation ist auf Tour über die Dörfer, um in Gesprächen mit höchst unterschiedlichen Menschen in größeren Unternehmen überhaupt erst einmal zu erfahren, womit wir es da wirtschaftlich in der Region konkret zu tun haben. Wir erleben in diesen Gesprächen, daß hier Kompetenzen wirken, die uns zu Facetten führen, auf die wir selbst teilweise nie gekommen wären. So wie kürzlich in der Lederfabrik Wollsdorf: [link] Oder jüngst bei der „Saatzucht Gleisdorf“: [link]

Dieses Team sind Tierarzt Karl Bauer, Malerin Michaela Knittelfelder-Lang, Künstler Martin Krusche, Kunsthistorikerin Mirjana Peitler-Selakov und Fotograf Christian Strassegger.

Die Kooperation mit Kunstsammler Erich Wolf und unser Ziel, eine regionale Plattform von internationalem Rang aufzubauen, welche der steirischen Gegenwartskunst gewidmet ist, habe ich schon mehrfach erwähnt: [link]

Dem stehen strukturell kleinere Initiativen gegenüber, die sich beispielsweise als eigenständige Location Crews formieren, um Beiträge für regionale Veranstaltungen zu erarbeiten. Ein Exempel dafür ist die Runde um Irmgard Hierzer, die ein konkretes Team für einen Beitrag zum kommenden April-Festival stellt: [link]

Der Gleisdorfer Maler Gernot Schrampf

Das April-Festival 2012 hat schon eine konzeptionelle Vorgeschichte, wird aber gerade dem neuen Stand der Dinge angepaßt: [link] Dazu gehört auch die Kooperation mit eigenständigen Kulturinitiativen der Region.

So hat eben ein Arbeitsgespräch mit Gernot Schrampf von der „Malwerkstatt Gleisdorf“ zu einer Verknüpfung von Vorhaben geführt. Diese Gruppe wird im Frühjahr in Wetzawinkel eine Klausur mit Gästen aus Deutschland und Ungarn realisieren. Das wollen wir für eine kleine Kulturkonferenz nutzen, in der wir uns Fragen nach Rahmenbedingungen und kulturpolitischen Anforderungen widmen wollen.

Die Ausstellung der Klausur-Ergebnisse im „Museum im Rathaus“ wird einen Beitrag zum April-Festival ergeben. So verdichten sich Verfahrensweisen, wo einerseits „kunst ost“ seine eigenen Schwerpunkt-Teams einsetzt, wo aber andrerseits der Kontakt und Austausch mit völlig eigenständigen Kultuformationen der Region gesucht wird.

Zusammenfassend:
Am Anfang des April-Festival 2011 stand folgende Idee: „Wenn diese Region eine Erzählung wäre, dann könnte sie sich selbst erzählen, falls die Menschen, die hier leben und arbeiten, ihre Stimmen erheben würden. …“ [Quelle]

Das ist die Grundidee, mit der wir auch in den Prozeß „Vision 2050“ einstimmen. Mit den Mitteln Kulturschaffender anregen, daß die Region sich quasi selbst erzählt…

[2050: Übersicht]

Know-how verdichten

Wir haben bei „kunst ost“ unsere Prioritäten für 2012 zu präzisieren. Das handelt im Kernbereich von einem Konzentrationsprozeß. Dabei werden wir auch stärker auf die Kooperation mit anderen, völlig eigenständigen Formationen setzen.

Eine wesentliche Kooperationsebene, die einem Prozeß dient, der gleichermaßen regionales wie internationales Gewicht erzeugen soll, ist die jene, auf der wir eine PLATTFORM STEIRISCHE GEGENWARTSKUNST herbeiführen werden. Dieser Prozeß ist auf fünf Jahre angelegt und hat heuer begonnen.

>>In einem mehrjährigen Prozess soll im Raum Gleisdorf eine Plattform für Gegenwartskunst entstehen, die in ihrem Präsentationsbereich zeigen wird, was steirische Gegenwartskunst leistet und auf welche künstlerischen Leistungen in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg sich dieses Potenzial stützt.<<

Neben herkömmlicher Kunstvermittlung stehen auch verschiedene Formen von Kommunikation und Know how-Transfer auf unserer Checkliste.

>>In anderen Wirkungsbereichen soll die Plattform eine Art Relaisstation ergeben, welche heimisches Kunstgeschehen mit internationalen Verknüpfungen ausstattet und dabei jungen Kunstschaffenden der Steiermark jenes Know how anbietet, das für sie nötig ist, um auch international zu reüssieren.<<

Kunstsammler Erich Wolf (links) im Gespräch mit Fotograf Franz Sattler

Das beinhaltet auch, neue Modi zu erarbeiten, wie Kultur und Wirtschaft interagieren können, ohne dabei essentielle Interessenslagen zu beschädigen. Im Vorfeld dieses Projektes, das auf ein sehr hohes Organisationsniveau zielt, arbeiten wir nun schon eine Weile in einem Umfeld, das einerseits in KMU-Dimension belebt ist, andrerseits aber auch von Betrieben, die in ganz Europa, teils sogar weltweit präsent und aktiv sind.

Dazu besteht bei „kunst ost“ derzeit schon eine eigene Arbeitsgruppe, zu der auch Kooperationspartner gehören. Das Kürzel „KWW“ steht für Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft: [link] Die Kooperationspartner sind der Künstler Gerhard Flekatsch vom Verein „bluethenlese“ und der Unternehmer Horst Fickel.

Die Plattform für steirische Gegenwartskunst erarbeiteten wir als Kooperationspartner des Unternehmers und Kunstsammlers Erich Wolf: [link] Hier ist also ein wachsendes Geflecht von Akteurinnen und Akteuren mit höchst unterschiedlichen Kompetenzen.

Dabei zeigt sich, es liegt offenbar noch viel Arbeit vor uns, um zu klären, was denn nun tatsächlich jene Fragen sind, die uns gemeinsam beschäftigen und über die wir allenfalls zu gemeinsamen Themenstellungen kommen können, aus denen sich gemeinsame Vorhaben ableiten lassen.

kww bei kwb

Manchmal sind mir Kürzel lieber als Projektnamen mit Aussagekraft. Eine möglichst weit zurückgenommene Geste läßt irgendwie mehr Raum. Nun ist bei uns das Kürzel KWW festgeschrieben. Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft haben das Zeug zu Wechselbeziehungen, die gelegentlich für Nervosität sorgen. Dazu komme ich noch.

Horst Fickel, Gerhard Flekatsch, Mirjana Peitler-Selakov und ich bilden nun jenes Team bei „kunst ost“, das sich diesen Zusammenhängen verstärkt widmet. Ein Techniker, eine Kunsthistorikerin und zwei Künstler; kuriose Mischung.

Gerhard Flekatsch und Mirjana Peitler-Selakov

Der Auftakt war kürzlich auf Schloß Hainfeld gesetzt: [link] Nun legen wir uns in die Kurve, um das Ding auf die nächste Ebene zu bringen. Wer an diesen Themenzusammenhängen Interesse hat, sollte sich Mittwoch, den 25. Jänner 2012, vormerken. Da werden wir eine größere Session im Hause der Firma KWB [link] realisieren. (KWW bei KWB, das hat was.)

Die erwähnte Nervosität in den möglichen Wechselbeziehungen hat im Steirischen einen Favoriten unter den Feindbildern. „Kreativwirtschaft“. Eine von Unruhe gepeinigte Community des Kunstfeldes fürchtet lautstark, man könnte von der Kreativwirtschaft geschnupft werden, geschluckt, verschlungen, vereinnahmt.

Horst Fickel

Was daran verifizierbar ist: Die soziale Lage Kunstschaffender in Österreich ist schweren Belastungen ausgesetzt, weil die Politik sich seit Jahrzehnten weigert, angemessene Rahmenbedingungen zu schaffen. Steuerfragen und jene der Sozialversicherung sind für Kunstschaffende in durchschnittlicher Einkommenssituation höchst problematisch. Das macht anderen Meteiers gegenüber nervös.

Dazu kommt beim Stichwort Kreativwirtschaft der „Schrecken der Anwendbarkeit“, weshalb wir dazu neigen, diesen Leuten mehr Beliebtheit zu unterstellen. Es könnte freilich auch vermutet werden, daß viele Kunstschaffende mit etwas schwächelndem Selbstbewußtsein und so manchem Mangel an Professionalität dazu neigen, ihre Selbstdefinition durch Feindmarkierung vorzunehmen.

Wir sehen uns also durchaus gefordert, mögliche Beziehungen zwischen Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft aktiv zu gestalten, zu klären, welcher Art diese Beziehungen denn nun sein sollen. Das ist eine etwas interessantere, wenn auch etwas anstrengendere Art in der Welt zu sein.

Wir sehen uns auch gefordert, der Regionalpolitik Vorgaben zu machen, weil es hier in der Region keine irgendwie nachvollziehbare Vorstellng von Kulturpolitik gibt, die über das Verwalten von Budgets und Eröffnen von Veranstaltungen wesentlich hinausreichen würde.

In der Sache haben wir nichts zu beklagen, sondern Faktenlagen zun schaffen.

und dann 2050? #8

Das Jahr war für Kulturschaffende jenseits des Landeszentrums insofern sehr problematisch, als es hier keine ortsübergreifende Kulturpolitik gibt, an die oder gegen die sich jemand wenden könnte. Es gibt auch keinen breiteren gesellschaftlichen Grundkonsens pro Gegenwartskunst, der sich etwa, wie in Graz, in konkreten Budgets ausdrücken würde.

Wir sind also hier darauf angewiesen, völlig andere Wege zu finden, wie sich der Gegenwartskunst Terrain sichern läßt. Kulturwissenschafter Günther Marchner hat einen zentralen Aspekt so formuliert:

>>Zeitgenössische Kunst und Kultur wird vorrangig durch öffentliche Mittel finanziert. Dies ist vielfältig begründbar, da es ja um die Finanzierung eines Bereiches geht, der nicht mehrheitsfähig, populär und somit in den meisten Fällen nicht kommerzialisierbar ist. Diese Begründung für die öffentliche Finanzierung von nicht massentauglicher zeitgenössischer Kunst und Kultur beruht jedoch auf einem politischem Verständnis, welches zunehmend an Boden verliert anstatt breitere Schichten zu erreichen.<<

Mit Kulturwissenchafter Günther Marchner widmen wir uns sehr unterschiedlichen Arten von Studien

Diese Passage entstammt einem vorerst noch internen Arbeitspapier unserer „Kulturspange“: [link] Wie verhalten sich nun Verhältnisse und Budgetierungen in Zentren und in deren Peripherien zu einander? Das wissen wir zwar, doch es ist selbst in der sogenannten „Initiativenszene“ eher ein Tabuthema als ein zeitgemäßer Diskussionsgegegenstand. Marchner in seinem Text:

>>Wie wichtig – aber weitgehend unberücksichtig – eine Perspektive ist, die sich nicht nur auf urbane Räume/große Städte konzentriert, zeigt die reale Verteilung der Bevölkerung: In Österreich leben knapp 30% der Bevölkerung in Städten mit mehr als 30.000 BewohnerInnen. Dies bedeutet, dass Kulturentwicklung und die Förderung von zeitgenössischer Kunst und Kultur nicht nur in Ballungszentren, sondern auch dort erfolgen sollte, wo die anderen 70% leben.<<

Das betrifft genau jene Zonen, in denen wir hauptsächlich aktiv sind, wo sich seit Jahren eine zunehmende Landflucht durchsetzt und wo Funktionstragende der Kommunen momentan zu allerhand Formen der Schreckstarre neigen, da von der Landesebene her die Anforderung zu neuen Gemeindezusammenlegungen evident ist.

Informationen zum Status quo in der Region

Das hat unter anderem den bedauerlichen Effekt, daß in der regionalen Politik kulturelle Vorstöße zur ortsübergreifenden Kooperation oft als angebliche „Vorboten“ der unerwünschten Gemeindezusammenlegungen gedeutet werden, was für zusätzliche Blockaden sorgt. Marchner zu diesen Terrains:

>>Und es sollten die Rahmenbedingungen und  Kontexte mitbeachtet werden, in denen der Großteil der  Bevölkerung nach wie vor lebt: in Kleinstädten und ländlichen Gemeinden, wenn auch forciert durch eine tendenzielle Abwanderung aus peripheren Gebieten (dazu zählt zum  Beispiel die Bezirke Liezen und Murau)  und durch ein Wachstum des Umlandes der Städte (zum Beispiel Gleisdorf).  Dies bedeutet, dass eine erfolgreiche von Gegenwartskunst auch davon abhängt, inwiefern diese Bedingungen und Zugänge reflektiert und berücksichtigt werden.<<

Das sind für uns auch Denkanströße in einem aktuellen Prozeß, mit dem der Vorstand der hiesigen LEADER-Region eine breitere Beteiligung der Menschen erreichen möchte, auf daß sie Wege in die Zukunft mitgestalten mögen. Ich denke, wir Kulturschaffende sollten diesen Appell ernst nehmen. Dazu gibt es auch einen ineressanten Arbeitsauftrag an das „Institut für Systemwissenschaften, Innovations- & Nachhaltigkeitsforschung“ (Universität Graz), durch den wir anregende Informationen erhalten.

LEADER-Managerin Iris Absenger-Helmli hat mir eben die Auswertung des ersten Szenarien-Parcours überlassen. Zu den regionalen Gemeinden heißt es da: „Rücklauf zu gering (Trend)“. Ich schließe daraus, daß Funktionstragende der Kommunen momentan durchaus offene Ohren haben, wenn von der Basis her elaborierte Rückmeldungen kommen, wovon Prozesse handeln mögen und wohin sie zielen könnten. Da liegt also durchaus eine Chance für Kulturchaffende, das eigene Genre im regionalen Geschehen aufzuwerten.

[2050: übersicht]

Mobilitätsgeschichte: Die Bastelbögen

Daß Michael Toson [link] gerade Nachtschicht fährt, um mit seinen Bastelbögen, die Jörg Vogeltanz [link] graphisch aufbereitet hat, nun die einzelnen Modelle zu bauen, hat eine launige Vorgeschichte. Österreich ist seit Anbeginn der Geschichte des Automobilismus ein Land der Automobilproduktion. Das reicht bis in die Gegenwart, auch wenn dieser Umstand momentan breiterer Wahrnehmung ein wenig entzogen ist.

Der 126er, wie er heute noch als Lizenzbau bei südöstlichen Nachbarn läuft, als frischer Bastelbogen

In all den Jahrzehnten wurde vor allem ein Auto zur folkloristischen Ikone: Der Steyr-Puch 500. Dessen Geschichte und ihre Zusammenhänge machen wir grade in einer gemeinsamen Publikation anschaulich. Diese Produktion hat einen Vorlauf von kuriosen Details. Es begann an einem Abend, den ich mit Werner Musil und Ferdinand „Fredi“ Thaler verbrachte. Musil ist bei Magna Steyr für den LKW-Bereich zuständig, Thaler ein altgedienter „Puchianer“ der unter Ledwinka Lehrling gewesen ist.

Erich Ledwinka war jener leitende Ingenieur bei Puch, in dessen Verantwortung die Pucherl und die Haflinger entstanden sind. Ich bekam also sehr direkte Einblicke in die historischen Geschehnisse jener Tage. Thaler erwähnte damals die Idee, auf dem Kreisverkehr in der Puchstraße solle es ein Memorial oder einen angemessenen Wegweiser gaben.

Insider verschiedener Felder: Werner Musil (links) und Ferdinand „Fredi“ Thaler

Darauf bat ich den Graphic Novelist Jörg Vogeltanz, mir eine Fotomontage anzufertigen, die eine optimale Visualisierung dieser Idee schaffen sollte. Ich lieferte das Fotomaterial und Jörg zauberte. Das Ergebnis war für unsere Augen bezaubernd. Die spätere Realisierung kam an diese Darstellung sehr nahe heran; siehe: [link]

Der Vogeltanz-Entwurf für das Memorial in der Puchstraße

Zu jenem Zeitpunkt hatte ich schon alles eingesammelt, was von Enthusiasten in meiner Umgebung und was via Internet an Bastelbögen mit dem Pucherl verfügbar war. Durchgehend schlecht umgekupferte Fiats, miserable grafische Arbeiten.

Die Ära der miesen Grafiken in der Abteilung Steyr-Puch 500 ist gerade zu Ende gegangen.

Da wollte ich Jörg schon gewinnen, einen schönen Bogen zu erarbeiten. Aber irgendwie kamen wir damit nicht voran. Zu viele andere Prioritäten. Später hatte ich via Web Michael Toson kennengelernt.

Das brachte neuen Schwung in diese Idee, denn Toson hat sich schin allerhand Kompetenz mit Bögen erarbeitet, die er so schicht hielt, daß ungeübte Leute beim Basteln nicht verzweifeln würden, aber so akkurat, daß man die Originale erkennen könnte.

Im „Kuratorium für triviale Mythen“ [link] fanden wir dann an einen gemeinsamen Tisch. Jetzt ist es so weit. In wenigen Tagen werden wir damit in Druck gehen.

Die Künstlerhaus-Debatte #6

Was wir haben und was wir können

Der Architekt Winfried Lechner [link] hat mir in einer Debatte über Bauvorhaben einmal gesagt: „Wenn ich nicht weiß, was ich will, wird es teuer.“ Unsere „kunst ost“-Kuratorin Mirjana Peitler-Selakov [link] kommt ursprünglich aus der Motorenentwicklung. Von ihr kenne ich die Begriffe „Lastenheft“ und „Pflichtenheft“. Nehmen wir noch dazu, was ich in einer bestimmten Frage will, was ich brauche und was ich kriegen könnte, drei verschiedene Kategorien, dann wird erahnbar, wie spannend kulturpolitische Prozesse sein können.

Architekt Winfried Lechner und Kunsthistorikerin Mirjana Peitler-Selakov

Was immer in Graz geschieht, was immer dort größere Aufwendungen im Kulturbereich mit sich bringt, berührt natürlich auch die Frage, wie sich das dann zur Gesamtsituation des Kulturgeschehens in der Steiermark verhält. Diese Themenstellung ist unpopulär. Sie wirft Verteilungsfragen auf. Denen stellt sich nicht einmal die Grazer „Initiativenszene“ gerne.

Parallel kennen wir das „Fitzcarraldo-Problem“. Aber wir reden nicht darüber. Ich beziehe mich da auf einen bewegenden Film [link] von Werner Herzog. Und auf die Idee, ein Opernhaus in den Regenwald zu bauen. Es muß schon sehr gute Gründe geben, urbane Konzepte in die „Provinz“ zu übertragen.

Das "Fitzcarraldo-Problem": Wie gut sind die Gründe, eine hochwertige Struktur in entlegene Gebiete zu setzen?

Wer sich solche Gründe nicht erschlossen hat, wird auf einer teuren Struktur hocken, deren Running Costs einen Großteil verfügbarer Ressourcen fressen, ohne zugleich bei der ländlichen Bevölkerung die erhofften Effekte zu generieren. Es gibt solche Beispiele, wo dann etwa „Wiener Salonkultur“ in die Gegend verpflanzt wird, ohne in die Gänge zu kommen. (Das sind feuchte Träume von Kleinbürgern, als Diskussionsstoff selbstverständlich tabu.)

Und es gibt positive Beispiele, wie etwa den weststeirischen „kürbis“ [link]; aber die sind rar. So ein kontinuierlich gewachsenes Mehrspartenhaus, das einerseits über all die Jahre Kontinuität mit einem höchst relevanten Programm zeigt, andrerseits auch verändernde Wirkung auf das kulturelle Klima der Region hat, muß in der Steiermark nur wenige Vergleiche in Kauf nehmen.

Worauf will ich hinaus? Es ist für mich völlig klar, daß Graz eine Reihe von Einrichtungen hat und haben muß, die in einem Landeszentrum machbar sind und da ihre Wirkungen vorteilhaft entfalten können. Es wäre sinnlos, die „Provinz“ urbanisieren zu wollen, also Konzepte aus dem Zentrum nach draußen zu übertragen. Dabei sind also innovative Schritte Grundbedingung.

Im Gegenzug ist den Leuten im Zentrum eine Pflicht auferlegt. Sie wären kulturpolitisch vollkommen diskreditiert, wenn ihnen nichts weiter einfiele, als die Denkmodelle „Zentrum/Provinz“, wie wir sie aus dem 19. Jahrhundert kennen, im 21. Jahrhundert immer noch zu reproduzieren.

Da müßten also Horizonte aufgehen, zugleich müßten Kulturschaffende jenseits von Graz einigermaßen konsequent an eigenen Konzepten arbeiten, die sich genau nicht an Zentrumskonzepten orientieren. In weiterführenden Prozessen wäre zu erarbeiten, wie sich das komplementär zu einander verhalten könnte.

Es gibt demnach eine kulturpolitische Frage- und Aufgabenstellung zur Klärung, wie sich in kulturellen Dingen Landeszentrum und übrigen Steiermark auf einander beziehen sollen. Wenn nun das Grazer Künstlerhaus neu geordnete Agenda erhalten soll, wenn dereinst womöglich ein „Künstler*innenhaus“ zeitgemäße Wirkung entfalten soll, muß geklärt werden, in welchem Gesamtzusammenhang das Haus die erheblichen Investitionen rechtfertigt. Es muß aber auch zur Sprache kommen, welchen kulturpolitischen Horizont jene haben und bedienen, die gerade Anspruch auf dieses Haus erheben.

Dazu gehört selbstverständlich die Frage, welches Kräftespiel zwischen Zentrum und „Provinz“ das jeweilige Konzept forciert. Der bisherige (öffentliche) Diskurs um die Neuordnung der Künstlerhaus-Agenda handelt davon vorerst eher nicht und ist in seiner Art der Führung selbst ein Ausdruck der Ignoranz solcher Zusammenhänge.

Das belegt alleine die immer noch weitgehend leere Diskussionsplattform im Web [link], während die dazugehörige Mailinglist momentan vor allem zu Terminabsprachen bezüglich eines Arbeitstreffens im Zentrum Graz genutzt wird. Da zeigt sich also erneut eine Zentralisierung des möglichen Arbeitsprozesses. Telekommunikation und Teleworking? Spielt’s nicht!

Überdies fehlt meist ein öffentlicher Diskurs. Was zu erfahren bleibt, ereignet sich auf der Gerüchteebene. Mindestens zwei Formationen, die Ansprüche auf das Haus geltend machen, nämlich die „alten Verbände“ und die Community rund um die IG Kultur Steiermark, haben in ihren Auftritten gefordert, eine Neuordnung der Angelegenheit solle nicht von „geschlossenen Zirkeln“ erwirkt werden.

Künstlerin Beate Landen kritisierte in der Einladung zur "Ausstellung -- Mit Hirn" den Status qui des Kunstdiskurses

Bei den Verbänden taucht das implizit auf:
>>Die „Kulturelite“ der Steiermark ist leider der Meinung, die heimischen Künstler, ganz besonders aber die Künstlervereinigungen bzw. deren Mitglieder seien weder sonderlich kreativ noch hätten sie künstlerische Kompetenz.<<

Bei der IG Kultur Steiermark steht es explizit:
>>Wie wird die Bildung von Seilschaften und Lobbyismus verhindert?<<

Lassen wir beseite, daß hier offener Diskurs wieder einmal durch aktive Legendenbildung ersetzt wird, denn wer genau soll denn das sein „die Kulturelite“? Solange Selbstdefinition hauptsächlich durch „Feindmarkierung“ erfolgt, hängt die ganze Geschichte schlaff in den Seilen.

Würden sich Kunstschaffende ausreichend klar machn, daß sie zu den Deutungseliten dieser Gesellschaft zählen (könnten), wären vielleicht auch klare und elaborierte Ansichten da, die sich aus öffentlichen Diskursen ergeben hätten. Dann bestünde in all dem Transparenz. Deshalb wäre das Thema „Seilschaften und Lobbyismus“ natürlich nicht aus der Welt, weil das soziale Phänomene sind, gegen die sich grundsätzlich nur schwer etwas vorbringen läßt.

Aber durch die eben genannten Mittel — öffentlicher Diskurs, klar formulierte Ansichten, Transparenz und ein aktives Selbstverständnis als Teil einer Deutungselite –, durch Mittel, die allesamt ohnehin in unseren Händen liegen, ließen sich nachteilige Aspekte von Seilschaften und Lobbyismus sehr gut ausgleichen. Wir müßten das also bloß tun, statt dessen Mangel zu beklagen.

[Die Debatte: Übersicht]

Nichts gegen gute Laune!

Ich muß darauf bestehen, daß die Arbeit auch Spaß machen soll, ganz egal, wie hart die Konsequenzen waren, die uns aus verschiedenen Krisensituation des Staates und der Welt inzwischen erreicht haben. Im Sinn von: Die Freude darf mir nicht verloren gehen. Das löst sich auf sehr unterschiedliche Weisen ein. Zum Beispiel, wenn Dinge gelingen. Und wenn inspirierte Menschen mich bei unseren Vorhaben begleiten.

Auch allerhand Rückmeldungen machen mir Freude. Die sind teils inhaltliche Art und bereichern so das verfügbare Know how. Die sind teils auf aktive Teilnahme an kommenden Stationen bezogen. Die haben aber auch Momente der Ermutigung. (Können wir alle gut brauchen, hm?)

Michael Toson (links) mit Karlheinz Rathkolb, dem Leiter des Puch-Museums

In den letzten Wochen dieses Jahres sind wir ganz auf das Thema Mobilitätsgeschichte konzentriert. Augenblicklich arbeitet Graphic Novelist Jörg Vogeltanz [link] am Layout einer Publikation, die zweierlei bietet:
a) Eine Serie von Bastelbögen, mit denen Techniker Michael Toson [link] die Geschichte des „Puch-Autos“ darstellt.
b) Eine erläuternder Text von mir, der diese Historie vom Beginn des 20. Jahrhunderts her aufrollt.

Der Weg in die Massenmotorisierung ist von einem fast unbeschreiblichen ideologisch-propagandistischen Kräftespiel getragen worden, das im Faschismus Bilder etablierte, die bis heute Wirkung haben. Fahrrad – Motorrad – Automobil; die Mechanisierung der individuellen Mobilität hat weltweit so enorme Konsequenzen gezeigt, daß es uns schwer fällt, einen kritischen Blick zu entwickeln, der nicht zutiefst von den trivialen Mythen dieser Geschichte geprägt ist.

Der Austro Daimler „Sascha“, von Ferdinand Porsche konstruiert, war zu seiner Zeit zwar noch den Reichen vorbehalten, ist aber konzeptionell der erste bedeutende „Kleinwagen“ Österreichs

Um dieses Thema zu erschließen, hat unser „Kuratorium für triviale Mythen“ [link] nun auch eine Themenleiste auf Facebook eingerichtet, wo die Sache im launigen Plauderton abgehandelt wird: [link]

Dieser Themenbereich ereignet sich auch in Querverbindungen zu unserem Schwerpunkt „Frauen und Technik“, den Mirjana Peitler-Selakov eingeführt hat. Siehe dazu: [link] Peitler-Selakov arbeitet zur Zeit aber noch an einem ganz anderen Thema. Ihre Dissertation handelt von: „Kunst und Krieg: Politik des Erinnerns in öffentlichem Raum“.

Die „Akademie Graz“ veranstaltet die Reihe „Trauma und Kreativität“. Im Zuge dessen ist ein Block dem Teilthema „Verletzungen der Seele“ gewidmet, bei dem Peitler-Selakov mit eine Beitrag vertreten ist; zu einigen brisanten Fragen:

„Ein Trauma kann nicht wie andere Erinnerungen erzählt werden. Können Kunst und Literatur dazu beitragen, die Unmöglichkeit des Ausdrucks mit anderen Formen erzählter Erinnerung zu übersetzen? Kreativität ist eine gestaltende Kraft, mit der Widerstand gegen menschenunwürdige Verhältnisse aufgebaut werden kann, und mit der man die Würde des Menschen zu behaupten versucht.“ [quelle]

[2050: Übersicht]