(Beiträge und Fragen zu einer nächsten Kulturpolitik)
Ich hab in der vorigen Glosse zu diesem Thema von einer perfekten Welt geträumt und von einem idealtypischen Gleisdorf. In der realen oststeirischen Kleinstadt kann man sich bezüglich kulturpolitischer Aufgaben gut orientieren, wenn man die drei Bereiche, von denen die Rede war, als Grobraster der Betrachtung nutzt.
(Beiträge und Fragen zu einer nächsten Kulturpolitik)
In einer perfekten Welt gäbe es ein idealtypisches Gleisdorf, das ein paar kulturpolitische Besonderheiten aufweisen würde. Vor allem wäre der Kulturreferent ein Anwalt des geistigen Lebens und würde für die Schätze der Stadt sorgen wie für ein Glashaus voller Orchideen.
(Beiträge und Fragen zu einer nächsten Kulturpolitik)
Was macht meine aktuelle Bestandsaufnahme so unausweichlich? Im Jahr 2002 führte „Die Verschwörung der Poeten“ zu einer Projektarbeit. Sie war das Initialereignis zu „The Long Distance Howl“, den ich 2003 etabliert und auf 20 Jahre angelegt hab. Nun bin ich im neunzehnten von diesen zwanzig Jahren, habe das alles daher abzuschließen.
Dezember 2002: An diesem Tisch in einer Gleisdorfer Bar bestand das Basislager der „Verschwörung der Poeten“
(Beiträge und Fragen zu einer nächsten Kulturpolitik)
Es macht uns immer noch viel Mühe, aus dem Stand der Untertanen herauszutreten. Ich finde erneut keinen Wiederhall in der Frage, weshalb vielerorts das Denkmodell Zentrum/Provinz restauriert wird. Seit gut eineinhalb Jahren vernehme ich allerhand Ömpörung und sehe zu wenig politisches Handeln innerhalb der Zivilgesellschaft. Vielleicht haben wir alle zu oft versäumt, den Worten Taten folgen zu lassen? Und falls sich Tatendrang zeigt, wohin zielen, wonach vorgehen? Kriterien! Konkret werden!
(Beiträge und Fragen zu einer nächsten Kulturpolitik)
[Vorlauf] Nicht alles, was eine Kunst ist, ist auch Kunst. Ein Wortspiel? Nuancen! Wenn jemand betont, dies oder jenes sei eine oder keine Kunst, ist damit gewöhnlich Kunstfertigkeit gemeint. Eine bestimmte Kompetenz oder Geschicklichkeit. Ein Können.
Beispiel: Solide Handwerksarbeit, die es aber eher nicht in einen Diskurs über Gegenwartskunst schafft, sondern im Bereich Deko verbleibt.
(Beiträge und Fragen zu einer nächsten Kulturpolitik)
Manche Verhältnisse erscheinen mir nicht reformierbar. Also: Schwamm drüber! Ich finde derzeit weder beim Kulturvölkchen noch bei Politik und Verwaltung Hinweise darauf, daß eine nennenswerte Anzahl von Menschen jene Situation verändern möchte, die von den gleichen Leuten stellenweise beklagt und kritisiert wird.
(Beiträge und Fragen zu einer nächsten Kulturpolitik)
[Vorlauf] Ich hab diese großen Gegensatzpaare schon erwähnt: Expertenurteil und Massengeschmack. Wahrnehmung (Aisthesis = Ästhetik) und rationale Inhalte (Regeln der Kunst). Wer Definitionshoheit nötig hat, wird diese Kategorien hierarchisch anordnen und kann sich dann erhaben fühlen. Ich sehe sie komplementär zu einander ausgebreitet und finde die Mischformen spannend.
Formal mäßig bedeutende Illustration des in der Steiermak leidlich renommierten Adolf Osterrieder
(Beiträge und Fragen zu einer nächsten Kulturpolitik)
[Vorlauf] Eine letzte kleine Intrada in dieser Angelegenheit. Ich habe nun zwei Clubgespräche so ausführlich rezensiert, vor allem eine Serie von Zitaten kommentiert, damit man eventuelle Einwände gegen meine Kritik genau adressieren kann. Sollte der Abgeordnete Hannes Schwarz das Konzept dieser Serie ändern und/oder es gibt Erfreuliches zu berichten, werde ich das hier gerne tun. Bleibt es aber bei diesem Konzept und es kommen keine aussagekräftigeren Personen ins Spiel, sind meine weiteren Kommentare zu diesem Format unnötig. Dann hätte ich alles, was mir wichtig ist, schon gesagt.
(Beiträge und Fragen zu einer nächsten Kulturpolitik)
Die Glosse „XII: Was macht den Künstler aus?“ (Vorlauf!) endete mit der Passage „Aber wie wissen wir denn überhaupt, was ein Kunstwerk ist und was nicht? Eine populäre Ansicht besagt, Kunst sei das, was Leute, die etwas von Kunst verstehen, für Kunst halten…“
(Beiträge und Fragen zu einer nächsten Kulturpolitik)
[Vorlauf: Teil I] Eine weitere kleine Intrada. Freilich wurde ich inzwischen ermahnt, hier nicht die Klappe so aufzureißen, kritisieren könne jeder, es aber besser machen nicht. Nein, kritisieren kann nicht jeder. Gezänk und Ömpörung sind etwas anderes als Kritik. (Ich hab im Teil I ja skizziert, wodurch sich die Kritik davon unterscheidet.)