Schlagwort-Archiv: kulturpolitik

Abgang Lunacek Teil 2

„Ich hab über Jahre immer wieder behauptet
Wenn wir primären Kräfte nicht klären was Kunst sei
und welche Bedingungen sie brauche, dann werden es
Wirtschaft und Politik für uns tun, aber nicht mit uns tun.“

(Martin Krusche am 12.5.2020 zur Kulturpolitik)

Mission Statement
[Vorlauf: Teil #1] Die Amtsführung von Ulrike Lunacek hat mich bisher nicht beschäftig. Eben geht die zehnte Woche Lockdown zu Ende. Auf der Hälfte der Strecke schien mir klar, daß die Regierung keine Konzepte, weil keine inhaltliche Basis dafür hatte, meinem Metier den Sturz in diese Krise zu mildern. Man kann das hier in den vorangegangenen Beiträgen nachlesen.

(Quelle: Youtube)
Abgang Lunacek Teil 2 weiterlesen

Statement: Sir Oliver Mally

Ich fühle mit. Als Musiker und Veranstalter! Die Lockerungen blenden natürlich.

Wieviele haben schon das notwendige Platzangebot zur Verfügung oder können innerhalb der Ortschaft von Club zu Saal wechseln (damit es irgendwie rentabel bleibt) um die kleinere Kapazität an Menschen „sicher“ zu übersiedeln?!

Aber anstatt zu beklagen was alles noch nicht möglich ist (es schreien leider sehr oft auch diejenigen, die eh nie was veranstalten) wäre es gut, die Ärmel aufzukrempeln und einfach zu tun was jetzt eben möglich ist.

Besser „kleine“ Live-Kultur als keine Kultur.
Keep on – schönen Sonntag
wünsch ich – der „Sir“

+) Ein Feuilleton (Kulturpolitik auf Kunst Ost)

Abgang Lunacek, Teil 1

„Also zum Mitschreiben: wir sind gerade uns selbst überlassen.“
(Martin Krusche am 12.5.2020 zur Kulturpolitik)

Intro
Wir haben während der letzten 30 Jahre zugelassen, daß praktisch alle unserer Lebensbereiche durchökonomisiert wurden; bis hin zu unseren Beziehungen. Das drückt sich in vielen unserer Sprachregelungen deutlich aus. Wir haben diese Entwicklung zugelassen, nachdem meine Generation auf besondere Weise aufgewachsen ist. Damit meine ich die 1950er- und 1960er-Jahrgänge. Wir wurden zur überhaupt ersten Generation in der Menschheitsgeschichte, die in weiten Teilen Europas ein Ausmaß an Freiheit, Sicherheit und Wohlstand genießen durften, das es davor nie gegeben hat.

Wie kommt die Butter auf das Brot?
Abgang Lunacek, Teil 1 weiterlesen

Kunst und Kunstfertigkeit

Spätestens seit dem Jahr 2015 hat das regionale Kulturgeschehen in meiner Gegend bei der Gegenwartskunst enorm an Boden verloren; besser gesagt: Terrain aufgegeben, denn das geschah nicht von selbst, einfach so. Es wurde herbeigeführt. Als Ausdruck einer Lobbybildung, in der vertiefte Befassung mit Kunst eher stört. Natürlich deute ich das im Zusammenhang und Wechselspiel mit einer gesamten gesellschaftspolitischen Entwicklung Europas, bei der Wissenserwerb an vielen Stellen durch Pose ersetzt wird.

Kunst und Kunstfertigkeit weiterlesen

Propaganda betrügt! Oder: Weshalb das Politische?

„Die wichtigste politische Frage ist: Was wird aus mir?“
Gabor Steingart, Publizist

Es wird allerhand behauptet, was die Kunst zu leisten habe. Es wird auch gerne von Pflichten der Künstlerinnen und Künstler gegenüber der Gesellschaft geredet. Die Liste gängiger Zuschreibungen ist länger als man denken möchte. Und sie ist nutzlos, weil unsinnig. Gut, eine Krankenschwester soll keine Patienten umbringen, ein Polizist niemanden berauben, eine Richterin nicht bestechlich sein, ein Installateur kein Haus unter Wasser setzen etc.

Propaganda betrügt! Oder: Weshalb das Politische? weiterlesen

Der Wunsch nach Kontrolle

Ein Bonmot besagt: Macht braucht Kontrolle. Österreichs Realität riecht in manchen Ecken nach Macht wünscht Kontrolle… über Andersdenkende. Das ist nicht neu. Von Metternich über Dollfuß bis Hitler haben unsere Leute geübt, sich damit vertraut zu machen. Und wenigstens seit der Gegenreformation haben wir deutliche Eindrücke, wie Mächtige ihr Denken, Reden und Tun aufeinander abstimmen, um sich Vorteile zu sichern.

Der Wunsch nach Kontrolle weiterlesen

Feuilleton: Intro

Politik ist nicht das, was politisches Personal tut. Politik ergibt sich aus dem Wechselspiel zwischen Funktionärswesen (Staatskunst) und dem Gemeinwesen. Im Zusammenwirken von Staat, Markt und Zivilgesellschaft erleben wir ganz unterschiedliche Gemengelagen jener Kräfte, mit denen Interessenlagen bearbeitet werden.

Wir von der Wissens- und Kulturarbeit haben darin das Feuilleton als eines von mehreren Genres an der Hand.

Es ist die Drehscheibe für Beiträge zu den öffentlichen Diskursen. Das ist bewußt im Plural formuliert, denn „Die Öffentlichkeit“ gibt es ebensowenig wie „Die Gesellschaft“. Hier agieren ganz unterschiedlichen Gruppen in verschieden qualifizierten Teilöffentlichkeiten. Feuilleton: Intro weiterlesen