Schlagwort-Archiv: kulturpakt gleisdorf

D:Demo #24, Demokratiepolitische Problemlage

Die Gleisdorfer Unruhe hat inzwischen genug Informationen geliefert, damit man recht gut sortieren kann, welche Interessensgruppen hier Programm fahren. Wenn ich einen Teil des Settings etwas polemisch verkürze, ist dieses Fragment auf bittere Art zum Schreien komisch. Da packeln einige Urenkel der Nazi-Horden mit Urenkeln der Roten Armee, um ausdauernd auf die Fundamente unserer Republik einzuschlagen, während sie Bert Brecht zitieren. Das kannst Du nicht erfinden!

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Mai acht

Es gibt über die Jahre in meiner Arbeit und in meinem Blick auf Europa wiederkehrende Motive, darunter zwei Dreiergruppen: a) Verdun, Auschwitz und Srebrenica, b) Wien, Beograd und Istanbul. Das berührt auch die Kontraste zwischen Latinität, Orthodoxie und Islam, wobei das Jüdische meist ungenannt zur Wirkung kommt. Für mich sind das wichtige Themen-Koordinaten. Dazu kommt: Weltgeschichte berührt Regionalgeschichte. Also auch Gleisdorf. Also auch die Oststeiermark.

Ich habe eben meine Projektleiste „Mai acht“ aufgemacht und entfalte ab da eine Erzählung, die auf den achten Mai 2022 ausgerichtet ist. Das hat mehrere Auslöser. Einer dieser Auslöser sind die Gleisdorfer Unruhe und wie im Rathaus darauf reagiert wird.

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Was es wiegt… #61: Status quo, kulturpolitisch?

(Beiträge und Fragen zu einer nächsten Kulturpolitik)

Im vorigen Eintrag war zu notieren: „Ich meine, wir sollten das Jahr 2022 für eine Bestandsaufnahme nutzen. Wo steht die Steiermark kulturpolitisch? Welche Optionen stehen zur Debatte? Wo möge die Reise für welchen Teil des Kulturbetriebs hingehen? Im Land und beim Bund stellt man sich solche Fragen ja aktuell.“

Rund 30 Jahre Wissens- und Kulturarbeit in der Provinz: Autor Martin Krusche
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Gleisdorf: Betrachtungen #18

Ich befasse mich gerade mit unserer Tradition, in Krisenzeiten eine Komplexitätsreduktion zu pflegen, die uns zu binären Erklärungsmustern neigen läßt. Morgenland/Abendland klingt da noch harmlos. Chaos/Kosmos, Wildnis/Zivilisation, Zentrum/Provinz … Die Tradition meiner Leute kennt seit etwa den 1890er Jahren zunehmende ethnische Diskurse, bei denen slawische Leute als „Untermenschen“ etikettiert wurden, um durch solche Feindmarkierung die Selbstdefinition billiger zu machen.

Bemerkenswert! Sandra Kreisler sagt unter anderem, das „Tikkun Olam“ sei ein religiöses Gebot, das vorschreibt, die Welt zu verbessern.
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Was es wiegt, das hat’s #59: Weihnacht

(Beiträge und Fragen zu einer nächsten Kulturpolitik)

Wie lauten Antworten der Politik auf aktuelle, regionale Vorkommnisse in der Oststeiermark? Was wird kulturpolitisch gedacht, geplant, angegangen? Was meinen Kunst- und Kulturschaffende zum Status quo? Ich weiß es nicht!

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Was es wiegt, das hat’s LI: Die Causa III

(Beiträge und Fragen zu einer nächsten Kulturpolitik)

[Vorlauf] Ich hab in der zweiten Folge zu diesem kleinen Schwerpunktthema zusammengefaßt, wie sich ein Politiker, durch die Immunität eines Nationalrates gegen Einwände abgeschirmt, einigermaßen ausdauernd bemüht hat, meine Arbeit zu diskreditieren und ein regionales Kulturprojekt zu verhindern, das mit Budget und Prestige ausgestattet war.

Zwei für den Bereich zuständige Landesbedienstete hielten in der Sache damals die Füße still, zwei regionale Funktionäre fielen als Assistenten jenes Nationalrates auf. Das war kein Einzelfall. Stellt sich die Frage, wann es denn begonnen hat, daß sich in der Steiermark das kulturpolitische Klima derart abkühlte? Wurden auch andere Fälle bekannt, in denen sich sozial schwach aufgestellte Freelancers des Kunstfeldes gegen Funktionstragende wehren mußten?

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Beyond Memory

Die Erinnerungsmaschine von Facebook ist ein amüsanter Themengenerator. Manchmal sehe ich erst durch solche Funktionen der Software dieses oder jenes Muster in Verläufen. Eben habe ich im Gleisdorfer „Zeit.Raum“ die Episode V eingerichtet: „Crescendo“ (…mit einer Arbeit von Radenko Milak) [Link]

2014: Krusche on Milak by Trtovac at Gleisdorf
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Was es wiegt, das hat’s XXIII: Kommunale Kulturpolitik IV

(Beiträge und Fragen zu einer nächsten Kulturpolitik)

Ich hab in der vorigen Glosse zu diesem Thema von einer perfekten Welt geträumt und von einem idealtypischen Gleisdorf. In der realen oststeirischen Kleinstadt kann man sich bezüglich kulturpolitischer Aufgaben gut orientieren, wenn man die drei Bereiche, von denen die Rede war, als Grobraster der Betrachtung nutzt.

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Was es wiegt, das hat’s XXII: Kommunale Kulturpolitik III

(Beiträge und Fragen zu einer nächsten Kulturpolitik)

In einer perfekten Welt gäbe es ein idealtypisches Gleisdorf, das ein paar kulturpolitische Besonderheiten aufweisen würde. Vor allem wäre der Kulturreferent ein Anwalt des geistigen Lebens und würde für die Schätze der Stadt sorgen wie für ein Glashaus voller Orchideen.

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