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Lokal, regional, international

Der „Kulturpakt Gleisdorf“ sollte nun, nach dem 2012er-Jahr, eine deutliche Konsolidierung erfahren. Die überregionale Fokusgruppe entfaltet sich. An der Basis ist von uns aus derzeit vor allem das „April-Festival“ in Arbeit. Außerdem haben wir nach dem Herbst zu blicken, wofür unser internationaler Kunstschwerpunkt Gestalt annimmt.

Kunstsammler Erich Wolf

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Gleisdorfs Fokusgruppe Kultur: Ein Auftakt

Da nun so gut wie alles im Umbruch ist, da sich Strukturen ändern und sich unsere Welt nach einigen den Globus umfassenden Krisenmomenten auch im Kleinräumigen völlig wandelt, stellen sich allerhand Fragen. So auch diese: Welche Rolle möchte dabei die Stadt Gleisdorf in naher Zukunft einnehmen? Und was ist da an handelnden Personen vorzufinden? Auf welche Inhalte verständigt man sich, einigt man sich allenfalls?

Malerin Michaela-Knittelfelder-Lang

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kunst ost & kultur.at

Was heute kunst ost ist, begann im Jahr 2009 als ein Projekt des kultur.at: verein für medienkultur. Es war das überhaupt erste LEADER-Kulturprojekt der Steiermark. Dieses Projekt wurde inzwischen aufgrund seiner Komplexität als eigene Rechtsperson (Verein) etabliert, ereignet sich aber nach wie vor im engen Wechselspiel mir kultur.at.

Das wird im Zentrum von drei Personen erbracht, die einen konkreten Kompetenzen-Mix repräsentieren:
+) Martin Krusche (Künstler): Kunstpraxis, Kulturpolitik, Alltagskultur und Mobilitätsgeschichte, Projektentwicklung, eigenständige Regionalentwicklung
+) Mirjana Peitler-Selakov (Kunsthistorikerin): Kuratorische Arbeit, Kulturpolitik, Frauen & Technik, Projektentwicklung
+) Jörg Vogeltanz (Graphic Novelist): Kunstpraxis, Graphic Design, Projektentwicklung

Bei kunst ost sind inzwischen a) durch „location crews“ und b) durch „Laborgruppen“ weitere Kompetenzbereiche erschlossen. Darüber hinaus bestehen inzwischen regionale Kooperationen mit verschiedenen Einrichtungen, deren Schlüsselpersonen uns in folgenden Themen verstärken:

Durch Kooperationspartner sind folgende Kompetenzen repräsentiert:
+) Gerwald Hierzi (City-Manager Gleisdorf): regionale Fragen, kommunale Fragen, Wirtschaft, eigenständige Regionalentwicklung
+) Günther Marchner (Sozialwissenschafter) Kulturpolitik, Projektentwicklung, eigenständige Regionalentwicklung
+) Andreas Turk (Ziviltechniker) regionale Fragen, kommunale Fragen, Projektentwicklung, eigenständige Regionalentwicklung
+) Erich Wolf (Unternehmensberater/Kunstsammler): steirische Gegenwartskunst nach 1945, Wirtschaft, Projektentwicklung

Wir arbeiten in Summe an einer Neudeutung und Praxis des Verhältnisses zwischen Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft in der speziellen Situation abseits des Landeszentrums.

Unser Gesamtvorhaben befaßt sich
a) mit den Fragen der Medienkultur und der Medienkonvergenz in Theorie und Praxis (internetgestützt und im analogen Raum),
b) mit den Bedingungen der Gegenwartskunst abseits des Landeszentrums,
c) mit Alltagskultur und Mobilitätsgeschichte,
d) mit Fragen einer zeitgemäßen Kulturpolitik in der „Provinz“ sowie
e) einer angemessenen Praxis im Aufbau und Bestand einer regionalen Community.

Daraus resultieren Diskursarbeit, Bildungsaufgaben, kulturellen Vorhaben und künstlerischen Projekte in landes- und bundesweiten, aber auch internationalen Kooperationen.

Das ergibt als Hauptthemen:
+) Gegenwartskunst,
+) Frauen & Technik,
+) Alltagskultur,
+) Mobilitätsgeschichte,
+) Medienkompetenz in Dimensionen eigenständiger Regionalentwicklung.

Unser außerösterreichischer Kooperationsschwerpunkt liegt vor allem in Südosteuropa (Balkan).

Und wie zeigt sich, daß es funktioniert, wenn was funktioniert? Zum Beispiel:
+) im Entstehen autonomer „Location Crews“, die sich selbstständig organisieren und uns über „Schlüsselpersonen“ zur Kooperation verbunden sind
+) in projektbezogenen Kooperationen mit eigenständigen Kulturinitiativen
+) in laufenden Diskursen innerhalb einer wachsenden Community, welche über Internetstützung verbunden bleibt
+) in wachsender Vernetzung mit Kulturschaffenden, mit Sach- und MachtpromotorInnen
+) in medialer Präsenz und im Medienecho plus angemessene Zugriffszahlen im Web
+) im wachsenden Echo bei Funktionstragenden von Politik und Verwaltung in der Region
+) über angemessene Inhalte in der kommenden Publikationsreihe („Fachbibliothek“)
etc. etc.

Gleisdorf: Kooperation mit Kulturbüro und City-Management

Es hat sich für uns ein großer Themenzusammenhang herauskristallisiert, über den wir zu klären versuchen, wie aktuell KUNST, WIRTSCHAFT und WISSENSCHAFT zu einer Wechselwirkung kommen SOLLEN und KÖNNEN. Diese grundsätzliche Fragestellung ist unter anderem auf einen sehr konkreten REGIONALEN Zusammenhang bezogen, auf das Kräftespiel zwischen Landwirtschaft und High Tech.

Ich hab im vorigen Eintrag skizziert, welches Themen-Ensemble wir bei kunst ost nun für die laufende Praxis über eine konkrete Kooperationssituation mit versierten Akteuren abgedeckt haben: [link] Das betont einige Teilthemen besonders:
+) Mobilitätsgeschichte/Sozialgeschichte
+) Gegenwart zwischen Landwirtschaft und High Tech
+) Frauen & Technik
+) Kulturpolitik im Sinne eigenständiger Regionalentwicklung
+) Gegenwartskunst

Wie, womit und wohin steuert eine Kommune? Wo und wodurch dockt BürgerInnenbeteiligung an?

Ganz klar, daß wir in der Summe unserer Arbeit manche Bereiche auf internationale Relevanz ausrichten und erklärtermaßen ein Beispiel für Best Practice in Europa zustande bringen wollen. Wir sind aber in anderen Aspekten auch auf die Oststeiermark und speziell auf die „Energie-Region Weiz Gleisdorf“ konzentriert.

Dabei hat sich nun über das Thema Verwaltungsreform eine aktuelle Brisanz ergeben, die einerseits Gleisdorf als Stadt, andrerseits die „Kleinregion Gleisdorf“ in besonderen Kontrast zu einander stellt. All das handelt von Umbrüchen, Neuorientierungen, Veränderungsschritten. (Derlei vollzieht sich freilich steiermarkweit.)

Gerwald Hierzi ist ein Bindeglied zwischen Gleisdorfs Kulturbüro (kommunal) und dem City-Management (privatwirtschaftlich). Für ihn lautet etwa die Frage nach Identität ganz konkret: Wer bin ich? Dabei beschäftigt ihn die Stadt mit ihren Geschichten, also mit ihren handelnden Personen.

Zur Frage verfügbarer Ressourcen sagt Hierzi einleuchtend: „Wer mittut, soll mehr Nutzen haben.“ Das betont PARTIZIPATION, die es neuerdings zunehmend schwer hat, sich gegenüber Haltungen der KONSUMATION zu behaupten. Und es korrespondiert mit meinem Prinzip für Projekte: Es soll mitreden, wer Verantwortung übernimmt.

Mit Gerwald Hierzi hab ich ein gegenüber a) in der Kommune und b) in der Privatwirtschaft

Hierzi versteht die Stadt als Bühne, in der sich Lebensrealität und Inszenierung komplementär ereignen. Daran interessieren ihn die Rollen, die gefunden und/oder kreiert werden. Das paßt mir gut. Man erinnere sich an meine Lieblingsmetapher: Wenn diese Region eine Erzählung wäre, würde sich diese Geschichte selbst erzählen, wenn wir die Menschen, die hier leben und handeln, dazu brächten, ihre Stimmen zu erheben. Wobei „Stimme“ das individuell bevorzugte Medium meint, nicht unbedingt Text oder Sprache sein muß.

Mir scheint, hier korrespondieren einige Vorstellungen davon, wie man an solchen Themen und Aufgaben arbeiten kann. Deshalb sind wir nun auch eine fixe Kooperation eingegangen, die uns über einen längeren Zeitraum mit Erfahrungsaustausch und interessanten Ergebnissen erfreuen soll.

Wir haben uns regional auf das Projekt „Vision 2050“ eingelassen. Gerwald Hierzi sagt, der Zeithorizont 2050 sei ihm für die praktische Arbeit im Rahmen seiner jetzigen Aufgabenstellungen etwas zu fern, ihn beschäftige in der Kommunikation nach außen die Zone 2025, denn das sei quasi in „Griffweite“. Hier treffen sich etliche unserer Fragestellungen dahingehend, an welchen Zielvorstellungen sich und welche Handlungsweisen orientieren sollen…

— [Vision 2050] —

Kulturpolitisches Neuland in Gleisdorf

Gerwald Hierzi ist der neue Geschäftsführer des TIP Citymanagements und leitet ab nun das Gleisdorfer Büro für Kultur und Marketing. Wir hatten gerade ein ausführliches Gespräch darüber, wie er seinen Auftrag sieht, welche Prioritäten er setzt und was dabei die möglichen Schnittpunkte mit dem Kulturbereich sind, soweit das engagierte Bürgerinnen und Bürger betrifft.

Damit ist schon ein sehr wesentlicher Punkt berührt, mit dem wir bei „kunst ost“ offenbar richtig lagen. Es bewährt sich, was wir beschlossen haben: In der Selbstorganisation auf ein höheres Niveau, mindestens mittelfristige Planung vor dem Hintergrund eines Jahreskonzeptes, relevante Themenstellungen, Kooperationsangebote.

Gerwald Hierzi leitet das Gleisdorfer Büro für Kultur und Marketing

Das 2011er-Jahr darf im Rückblick als ausgesprochenes Krisenjahr gelten. Im Oktober 2010 hatten die Kommunen alles zusammengekürzt, was der Politik vertretbar erschien; das betraf am härtesten den Kulturbereich, weil er vielerorts am meisten Akzeptanz für Kürzungen hatte. Siehe dazu den Eintrag „Einige Takte…“: [link]

Auch die Stadt Gleisdorf hatte gekürzt. In zwei Schritten. Das ergab von 2010 auf 2011 ein Minus von rund 75% im Kulturbudget. Wir haben darauf mit einer Konzentration der Vorhaben reagiert und die Konstituierung von autonomen „location crews“ forciert, außerdem verstärkt auf Kooperation gesetzt. Das ist auch die Grundlage des kommenden „April-Festivals“: [link]

Das bedeutet, mehr Eigenverantwortung und Engagement als Basis, konsequente inhaltliche Arbeit und wachsende Kooperationen, um verfügbare Ressourcen besser nutzen zu können. All das im Rahmen einer mittelfristigen Planung und ausdrücklich längerfristigen Perspektiven, die klar formuliert sind. So hofften wir, einen Status quo zu schaffen, an dem dann Kommunen und andere Einrichtungen wieder andocken möchten, durch den es zu wachsenden Kofinanzierungen kommen kann.

Hierzi kann sich mit diesem Arbeitsansatz sehr gut anfreunden. Wir müssen im Augenblick nichts übers Knie brechen, sind uns aber einig, daß wir eine weitreichendere, detailliert ausgearbeitete Kooperation herbeiführen werden, die alle drei Sektoren verknüpft: Staat, Markt und Zivilgesellschaft, also 1) Politik und Verwaltung, 2) Wirtschaftstreibende und 3) Einzelpersonen und Kulturinitaitiven.

Bei solchen Themen schweben gerne alte Klischees im Raum, daß Künstler dies nicht leisten könnten und das nicht mit ihrem Tun vereinbar sei etc. Dieses Gedanken-Gerümpel haben wir gleich entsorgt. Die Professionals, also Freischaffende, sind EPU, sind „Einpersonen-Unternehmen“, mit den ganz banalen Anforderungen jedes EPU und wer denen nicht gerecht werden kann, verschwindet vom Markt. Das ist so klar wie unsentimental. Die Befassung mit Kunst konstituiert da keinerlei Sonderstatus.

Und andere, die sich aus persönlicher Passion in ihrer Freizeit der Kunst widmen, sind dadurch nicht daran gehindert, jenes bißchen Know how zu erwerben, das nötig ist, um in einem Kollektiv Kulturschaffender mehr Eigenverantwortung zu übernehmen, als es viele bisher in Betracht gezogen haben.

Wie gesagt, davon ausgehend versprechen wir uns, aus eigener Kraft ein Organisationsniveau zu erreichen, das es Leuten aus der Politik, der Verwaltung und der Wirtschaft attraktiv erscheinen läßt, mit uns zu kooperieren und Kofinanzierungen einzubringen.

Hierzi hat mich übrigens nun informell unterrichtet, daß der Kulturausschuß unser aktuelles Ansuchen einstimmig angenommen hat. Damit ist ein neuer Modus eingeführt, der sich bewähren sollte. Ein Zitat aus unserem Ansuchen:

[…] Ich möchte Sie namens des Vereins “kunst ost” ersuchen, mit uns kulturpolitisches Neuland zu betreten. Gleisdorf war nun über Jahre der Angelpunkt einiger Innovationen im Kulturbereich. Wir würden das gerne in eine neue Phase überleiten und zu einem Beispiel von „best practice“ entwickeln, welches nicht nur steiermarkweit Gewicht hat, sondern EU-weit zur Debatte stehen kann.

Damit ist eine Kooperationssituation gemeint, in der die Stadt Gleisdorf an einem Kulturschaffen teilnimmt, das sich prozeßhaft entfaltet. Es wird nicht über die eine oder andere einzelne Veranstaltung realisiert, sondern über Ihre Unterstützung einer gesamten Jahrestätigkeit des Vereins. […]

Gleisdorf hat sich also nun mit uns auf einen Weg begeben, im Kulturbereich Verfahrensweisen zu erproben, die hier noch nicht gepflegt wurden. Wir verlassen damit eindeutig den altgedienten Modus, indem Menschen von den Kommunen Dienstleistungen und Subventionen erwarten, und gehen auf ein Feld, wo wir uns in Augenhöhe begegnen und gemeinsame Vorhaben erarbeiten.

neubesetzung

aus der zeit vom anfang des jahres 2007 ist ein foto erhalten, das zeigt den vormaligen gleisdorfer gemeinderat gerwald hierzi, winfried kuckenberger (leiter des büros für kultur und marketing) sowie graphic novelist jörg vogeltanz an der kaffeemaschine.

von links: gerwald hierzi, winfried kuckenberger, jörg vogeltanz

wir waren damals gerade dabei, den deal für eine kooperation mit dem festival „steirischer herbst“ abzuschließen. hierzi gehörte zu jenen, die im rathaus wege ebneten, um so einen schritt in sachen gegenwartskunst zu schaffen: [link]

nun ereignet sich in gleisdorf zweierlei: city-manager alfred tieber hat gekündigt, seine stelle ist vakant. winfried kuckenberger geht in pension. das heißt, wir wußten nun eine weile nicht, wer unser gegenüber im bereich wirtschaft und verwaltung sein wird. neuerdings wissen wir es aber.

gerwald hierzi hat die aufgabe übernommen, diese beiden bereiche zu kombinieren und als geschäftsführer zu leiten. daraus folgt mit sicherheit, daß die agenda da wie dort völlig neu geordnet werden. wir wissen also noch nicht, was das für den bereich kunst und kultur konkret bedeuten wird.

aber wir wissen auf jeden fall, daß hier jemand tätig wird, der fragen von kultur und kunst keinesfalls kenntnisferei, folglich ratlos gegenüber steht, sondern diesem metier bedeutung beimißt. ein sehr guter ausgangspunkt, um beizeiten zu erörtern, was da an kooperationen denkbar ist.