Wir gehen auf den 8. Mai zu. Im Jahr 1945 wurde zu diesem Datum der heimische Faschismus militärisch geschlagen.

Wir gehen auf den 8. Mai zu. Im Jahr 1945 wurde zu diesem Datum der heimische Faschismus militärisch geschlagen.

(Beiträge und Fragen zu einer nächsten Kulturpolitik)
Die große Klappe scheint das Wappentier der steirischen Kulturpolitik zu sein. Nun naht der Herbst und es sollten sich Hinweise zeigen, was das regionale Kulturvölkchen vorhat. Ich laß mich überraschen!

Ich bin ja so gerührt, wenn meine Leute sich rebellisch geben, wo wir in Österreich doch gar kein Talent zur Revolution haben, solchen Mumm auch noch nie hatten. Es geht mir zu Herzen, wenn sie ihre ungelösten Autoritätskonflikte hinaustragen und sich daran erregen, daß sie es nun irgendjemandem richtig gegeben oder wenigstens richtig reingesagt haben.

Wie in der vorangegangenen Glosse avisiert, hier ein paar Zeilen zu Seiner Heiligkeit Kyrill I., Patriarch von Moskau und ganz Rußland, der sich bei Putin angebiedert hat. Daß er den Liberalismus des Westens ablehnt und Schwule als Gefahr für die Gesellschaft sieht („Entartung“, „gegen die menschliche Natur“ etc.), kann man an beliebigen Stellen nachlesen.

Ich hab an einigen Stellen betont, daß ich den Begriff „faschistoid“ für unbrauchbar halte. In etwas polemischer Verkürzung: faschistoid klingt mir wie „ein bißchen schwanger“. Also was nun?

In den aktuellen Reaktionen auf meine Glossen zu rechtslastigen Angelegenheiten und Neofaschismus finde ich immer wieder den Hinweis: „Aber die, die es betrifft, werden dir nicht zuhören.“ „Aber die, die gemeint sind, lesen das nicht.“ Müssen sie auch nicht. Ein Mißverständnis! An diese Leute richte ich mich gar nicht.

Ich erinnere mich amüsiert an eine Situation, in der Walter Kurtz, mein vormaliger Vertrauensarzt, grinsend sagte: „Gesund? Das heißt doch nur: nicht genug untersucht.“ Für ihn, den langgedienten Praktiker, war völlig klar, daß Gesundheit eine Relation ist, eine Art Fließgleichgewicht, keine statische Befindlichkeit. Wir hatten eine sehr intensive Zeit, als ich nach einem Verkehrsunfall von der Intensivstation zurückkam und nach Hause durfte, wo ich noch geraume Zeit laufende Wundbehandlung brauchte.

Europa erlebt seit geraumer Zeit teils erbitterte Kämpfe um Deutungshoheit. Wer darf sagen, was es ist? Das hat auch seine lokalen und regionalen Entsprechungen. Flüchtlingsbewegungen, Klimaprobleme, die galoppierende Erosion alter politischer Formationen, Corona, Fragen nach Verteilungsgerechtigkeit, es ist eine Fülle von Anlässen für Streitgespräche verfügbar.

[Teil IV] Es ist verlockend, an einer simplifizierten Landkarte der Bedeutungen festzuhalten. Für die Alltagsbewältigung nützt dieser Modus. Ich halte ihn sogar für notwendig, damit unzählige Abläufe nicht stocken oder gar verreiben.

[Teil III] Rechts, Mitte und Links. Auf wilder See heftiger Diskurse wie auch im ruhigen Hafen der Sozialpartnerschaft verweisen wir zur Orientierung gerne auf drei politische Positionslichter, nicht bloß zwei. Die nützen uns, wenn wir über Koordinaten nachdenken. Es macht deutlich, daß wir weit mehr über Relationen als über Positionen reden.
