Auf der Facebook-Leiste der Origami Ninja Association habe ich jetzt schon ein paar interessante Debattenmomente erlebt. Die entfalten sich naturgemäß kontroversiell. Das ist die gute Nachricht.

Auf der Facebook-Leiste der Origami Ninja Association habe ich jetzt schon ein paar interessante Debattenmomente erlebt. Die entfalten sich naturgemäß kontroversiell. Das ist die gute Nachricht.

Auf der Facebook-Leiste der „Origami Ninja Association“ habe ich eben begonnen, über eine Serie kleiner Glossen das Thema Solidarität abzuklopfen. Es gibt kaum ein anderes Stichwort, das in meinem Milieu so schnell aus dem Fenster gehängt wird, wenn der Kulturbetrieb in Ressourcenfragen unter Druck gerät.

In Österreich boomt gerade das Zitat „Hände falten, Goschn halten!“ Wer in der Kunst lebt, kennt den Zuruf „Nestbeschmutzer!“ Dazwischen liegt die Empfehlung „Beiß nicht die Hand, die dich füttert!“ Im Ruf „Lügenpresse!“ hören wir eine Volksvariante solcher Empfehlungen.

Unser Kulturgeschehen ist mit einigen Klassikern durchwoben, mit so kernigen Sätzen wie: „Ja, die Freiheit der Kunst, aber es gibt gewisse Grenzen.“ Das sind Statements im Rang von: „Das Wasser ist naß.“ Oder: „Der Papst ist katholisch.“ Damit wird im Kulturbereich meist ein Stück Definitionsmacht beansprucht, ohne das begründen zu wollen.

Der klassische steirische Kulturreferent (seltener: die Kulturreferentin), eröffnet Kulturveranstaltungen, verwaltet Kulturbudgets und arbeitet dem Citymanagement zu, wahlweise dem Fremdenverkehrsausschuß.

Ich habe mir am Wochenende eine Debatte angehört, in der exponierte Personen des Grazer Kulturbetriebs Jahresrückschau halten. Graz also, die Steiermark nicht vertreten, obwohl das in Telepräsenz kein Problem wäre. (Das alte Denkmodell „Zentrum / Provinz“ haben wir aus dem 19. Jahrhundert.)

Konzeptarbeit, Korrespondenz, Streifzüge durch Gleisdorf und ins Umland, um Motive zu fotografieren, die ich noch brauche. Dieses Pendeln zwischen dem Drinnen und Draußen. Das Ringen um langen Atem, denn nichts, was wir gerade aushecken, ist uns für die Umsetzung garantiert.

Mit der Corona-Pandemie ist unsre gesellshaft unter einen Druck geraten, der manches verdeutlicht, der Fragen aufwirft, der etablierte Konzepte einer Selbstdarstellung ins Wanken bringt. Was meint jemand, wenn dieses „Wir“ ausgerufen wird? Eine Erkundung meines Umfeldes.

01) Doctor youtubis causa
02) Wo noch niemand war
03) Die boomende Wirerei
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Es ist das 19. Jahr meines auf 20 Jahre angelegten Projektes „The Long Distance Howl“. Siehe dazu: „Das neunzehnte Jahr“!
Siehe zur gesamten Themenstellung auch: „Meine Post-Beuys-Befindlichkeit“!
[Vorlauf] Ich hab in der ersten Glosse skizziert, wie das Auftauchen selbstreferentieller Genies die Sphären der Wissens- und Kulturarbeit verändert hat. An der Spitze dieser radikalen Bildungsbewegung steht der „Doctor youtubis causa“ in dem sich weibliche wie männliche Blitz-Expertenschaft ausdrückt.

Es ist so leicht dahingesagt: Wir! Das handelt oft von völlig unüberprüften Annahmen. Ich hab es mir inzwischen abgewöhnt. Dieses sagenhafte „Wir“ hat keinen breiteren Konsens. Gut, ich sag sicher noch gelegentlich: „Wir, das Kulturvölkchen.“ Damit ist aber ein Metier gemeint, ein Berufsfeld, sozial völlig fragmentiert.
