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april-festival: programm und plakat

nina strassegger-tipl hat eben den ersten plakatentwurf für das kommende „april-festival“ geliefert. wir sind gut in der zeit, das programm steht nun im wesentlich, bedarf nur noch einiger detail-arbeit: [link]

das visuelle hauptmotiv zu diesem jahresschwerpunkt stammt übrigens aus einer bemerkenswerten foto-serie, für die künstler christian strassegger [link] die region ausgelotet hat. was dabei inzwischen eine wichtige rolle spielt: dieses festival ist mehr als seine vorläufer ein praxismodell der „drei sektoren“.

damit meine ich die praxis-anordnung für eine KOOPERATION der drei sektoren „staat, markt und zivilgesellschaft“. die betonung liegt auf KOOPERATION. wir haben in summe ein setting herbeigeführt, in dem kunst- und kulturschaffende selbst ein hohes maß an eigenverantwortung übernehmen.

in der koordination dieser selbstbewußten aufstellung gelang es dann, eine reihe von bürgermeistern und kulturbeauftragten in die „gesamtkonstruktion“ hereinzubekommen UND einige unternehmer zur mitwirkung zu bewegen.

dieses setup ist überdies der konkrete auftakt für einen kulturpolitischen modus, der erstmals konsequent über einzelne ortsgrenzen hinausreicht. ein NOVUM in der „energie-region“.

un muß sich freilich diese verfahrensweise erst bewähren, um uns eine grundlage zu schaffen, eventuell längerfristig derlei modi zu entwickeln, die dabei möglichst auch an reichweite zulegen sollten. schauen wir einmal, dann seh’n wir schon …

— [das programm] —
— [die inhaltlichen grundlagen] —

programmarbeit

momentan dominiert die arbeit in den „eingeweiden“ von „kunst ost“. das bedeutet auch: die unterschiedlichen formationen, welche sich richtung april-festival auf den weg gemacht haben, zu einem gemeinsamen ereignis zu begleiten.

das ist unter anderem ein ringen um details in den inhalten. eine klärung der schwerpunkte. auf welche teile des größeren ganzen soll nun der fokus gerichtet werden? da ist ein (themen-) bogen zwischen agrarischer welt und high tech. neuerdings stellt sich immer wieder die frage: „wovon reden wir eigentlich?“

klärungsschritte beim jüngsten arbeitstreffen in gutenberg

das meint: überprüfen der eigenen annahmen, hinter die kulissen lieb gewonnener ansichten blicken. was mich an all dem gerade sehr freut, da ist eine hohe bereitschaft vieler teilnehmender leute, sich INHALTLICH mit den themen auseinanderzusetzen und das dann in ihren kommenden beiträgen aufzugreifen.

zufalls-fund in wetzawinkel ...

wir haben also nun die spannende situation, daß immer mehr kreative der region interesse zeigen, ihr reflexionsvermögen und ihre bevorzugten ausdrucksformen einzusetzen, um in gelegentlichen gemeinsamen vorhaben im kulturbereich an einem „großen bild“ der region zu zeichnen, das nicht für den tourismus geföhnt oder irgendwelche bilanzen geschönt ist.

da wird nichts „knackiges“ abgeliefert, sondern auch kantiges gezeigt. da sprechen die menschen, die hier leben und arbeiten, selbst. wie blickt die bäuerin maria hochegger auf die welt? ihre bilder sind kritische erzählungen.

welchen weg ist die vormalige fabriksarbeiterin annemarie schrank gegangen, um jenseits der schweren arbeit sich auch andere facetten des lebens zu erschließen? sie scheint von einer künstlerischen arbeitswut getrieben, mit der sie ihre umgebung auslotet.

einst beim trafo-bau, heute mit leidenschaft im atelier: annemarie schrank

das ist der eine aspekt des geschehens, diese erschließung künstlerischer praxisformen, um dem eigenen leben eine zusätzliche ebene zu geben. das führt natürlich andrerseits zum wunsch nach auftritt, äußerung, begegnung mit anderen menschen, auch anderen kreativen.

im kern geht es hier um KOMMUNIKATION, um einen wachsenden austausch, bei dem nicht bloß die alltäglich vertrauten codes eingesetzt werden. und es geht, wie die gespräche deutlich zeigen, auch darum, dem lauf der dinge im eigenen lebensraum nicht sprachlos gegenüberzustehen. so wird nun am „tag der agrarischen welt“ eine runde kreativer aus einer der nördlichsten gemeinden der „energie-region“ die südlichste gemeinde besuchen. ein auftakt …

p.s.: elisabeth wiedenhofer, auf dem ersten foto ganz links, hat die koordination der gutenberger gruppe für das „april-festival“ übernommen.

Ausstellung: wheels

Emil Gruber, Martin Krusche und Franz Sattler sind drei Künstler, die dem „Kuratorium für triviale Mythen“ angehören. In einem dialogischen Prozeß loten sie einige Zusammenhänge aus, die das Thema „Fetisch Automobil“ berühren. Damit bezieht sich das Trio regional auch auf den Veranstaltungsort, auf ein industriell geprägtes Vorfeld von Albersdorf/Prebuch, in dem Zulieferbetriebe der Automobilindustrie ansässig sind.

emil gruber (links) und franz sattler sind reisende mit leidenschaft

Die Ausstellung „wheels“ ist ein gemeinsames Statement, in dem der Mythos untersucht wird, durch den das Automobil zur wuchtigsten „Kultur-Maschine“ unserer Spezies wurde. Vehikel, Projektionsfläche, Status-Symbol, auch Container für die verrücktesten Inhalte.

Da wir an der Schwelle zu völlig neuen Vorstellungen von (Massen-) Mobilität stehen, erscheint es lohnend, jene Klischees, Krisen, Mythen und Phantasmen, die uns an diesen historischen Fahrzeugtyp fesseln, zu überprüfen.

martin krusche ist der gründer des "kuratorium für triviale mythen"

Das Künstler-Trio geht dabei von einem Bruce Springsteen-Song („Thunder Road“) und einer Fotografie Sattlers aus, entwickelt jenseits dieser Markierungen ihr aktuelles Ensemble des „Avantourismus“.

Gruber, Krusche und Sattler setzen damit einen Kontrapunkt zum „Tag der agrarischen Welt“, welcher im Rahmen des „April-Festival“ 2011 von „kunst ost“ einen anderen Schwerpunkt der „Kleinregion Gleisdorf“ ausmacht. Das ergibt zugleich einen Pol in jenem Spannungsfeld der „Energie-Region“, das sich sozialgeschichtlich zwischen dem Agrarischen und High Tech aufblättert.

Ausstellung: „wheels“
Emil Gruber, Martin Krusche und Franz Sattler
(„Kuratorium für triviale Mythen“)
Eröffnung: 16.4.2011, 19:00 Uhr
Albersdorf/Prebuch, Gemeindezentrum

— [ein beitrag zum april-festival 2011] —

april-festival 2011: elektrisiert

Wenn diese Region eine Erzählung wäre, dann könnte sie sich selbst erzählen, falls die Menschen, die hier leben und arbeiten, ihre Stimmen erheben würden. Die Stimmen zu erheben ist in diesem Fall auch metaphorisch gemeint und bezieht sich auf das Einsetzen der jeweils bevorzugten Kommunikations- und Gestaltungsmittel.

das plakat-motiv für dieses festival stammt von christian strassegger

Das sind soziokulturelle Aufgabenstellungen. Wir erproben bei „kunst ost“ verschiedene Möglichkeiten, solche Prozesse herbeizuführen. Das Jahresthema 2011 lautet „elektrisiert“. Es geht dabei um den Funken, der uns bewegt, um auf die Zukunft aktiv zugehen zu können.

Bei der Arbeit am Teilprojekt ungleich/ist gleich kam für uns ein zentraler Aspekt der ganzen Geschichte zum Vorschein; gewissermaßen eines der großen Themen menschlicher Gemeinschaft: Die Bewältigung der Wildnis.

Das meint nicht etwa die Beherrschung der Wildnis, denn diese Idee ist ein Phantasma, welches uns die Natur regelmäßig herunterräumt. Aber die Bewältigung der Wildnis als ein Ringen um Lebensräume, in denen die Menschenwürde sichere Orte hat, das ist eine große Aufgabe, die ohnehin nur in einzelnen Schritten angepackt werden kann.

Wir durchleuchten heuer Zusammenhänge im regionalen Leben zwischen agrarischer Welt und High Tech, zwischen trivialen Mythen und realen Strategien der Krisenbewältigung. Es geht gewissermaßen umd die Praxis der Zuversicht.

— [zum aprilfestival 2011] —

aviso: ungleich/ist gleich

Als versierte Unternehmer repräsentieren sie ein Stück des Gedeihens dieser Region: Franz Lukas ist Handwerker, Richard Mayr Apotheker und Andreas Turk Ingenieur. Damit verkörpert das Trio symbolisch die Planung, die Herstellung und den Handel.

Das ist freilich nicht die einzige Weise, in der diese sehr unterschiedlichen Männer hier zu einander in Beziehung gesetzt werden. Jeder von ihnen ist ein exzellenter Fotograf. Ihre bevorzugten Modi, dieses künstlerische Medium einsetzen, sind so kontrastreich wie ihre Lebensgeschichten.

von links: andreas turk, richard mayr und franz lukas

So war es reizvoll, Lukas, Mayr und Turk für einen Prozeß zu gewinnen, in dem eine komplexe Aufgabenstellung zu einem gemeinsamen Ergebnis, einem gemeinsamen Statement führen soll. Dabei entstand der Auftakt einer Reflexion über das Leben in der „Energie-Region“.

Daraus ergibt sich ein Ensemble von visuellen Äußerungen gemäß der Vorstellung von Künstler Martin Krusche, die besagt: Falls diese Region eine Erzählung wäre, dann könnte sie sich selbst erzählen, wenn die Menschen, die hier leben und arbeiten, ihre Stimmen erheben, indem sie dabei ihre bevorzugten Kommunikations- und Gestaltungsmittel einsetzen.

Das wäre „Poiesis“, also Poesie, in einem sehr grundlegenden Sinn. Lukas, Mayr und Turk setzen das nun in einer gemeinsamen Ausstellung fotografischer Arbeiten um.

Ausstellung: „ungleich/ist gleich“
Franz Lukas, Richard Mayr und Andreas Turk
(im Dialog mit Martin Krusche)
Eröffnung: 14.4.2011, 19:00 Uhr
Gleisdorf, Ingenos

— [ein beitrag zum april-festival 2011] —

besuch in gutenberg

gutenberg ist eine der nördlichen gemeinden der „energie-region“. werner höfler, bürgermeister die südlichsten gemeinde in der „energie-region“, nämlich höfstätten, hatte uns zugestimmt: es wäre eine interessante geste, die kunstschaffenden von gutenberg nach wetzawinkel einzuladen. siehe dazu: zwischen landwirtschaft und high tech“!

damit ist auch der größere themenrahmen genannt, innerhalb dessen wir darangehen, längerfristig auszuloten, was denn diese region in ihrem kern ausmache, eben: „zwischen landwirtschaft und high tech“. ich habe dabei im tierarzt und gleisdorfer kulturausschuß-mitglied karl bauer einen sachkundigen kooperationspartner zur seite.

karl bauer (links) im gespräch mit kunstschaffenden von gutenberg

wie bezeichnend, daß sich im auftaktgespräch jene zwei positionen zeigten, zwischen denen dann auch ganz andere zugänge sichtbar wurden: hier die bäuerin, die von ihrem arbeitsalltag sagt: „in der landwirtschaft gibts’s so viele sachen, die nicht sichtbar sind.“ mit ihrer künstlerischen arbeit macht sie dann ganz andere erfahrungen.

bürgermeister thomas wild schätzt das künstlerische engagement der runde, auch indem er es praktisch unterstützt

da die vormalige industriearbeiterin (trafo-bau), die erzählt, daß die künstlerische tätigkeit für sie eine wichtige möglichkeit war, zur harten arbeit des alltags einen gegenpol zu haben, abschalten zu können. künstlerische praxis als das feld, das man betritt, um das reich der alltagsbewältigung zu verlassen, um etwas über sich und die welt herauszufinden …

das war der auftakt mehrerer arbeitsgespräche, in denen sich die gutenberger über einen möglichen beitrag, ein gemeinsames künstlerisches statement zu unserem „tag der agrarischen welt“ beim „april-festival“ 2011 verständigen wollen. das ist keine fixe formation in der kleinen gemeinde nahe weiz, sondern eine sehr kontrastreiche runde kreativer menschen, die sich gelegentlich über gemeinsame interessen verständigen.

[april-festival 2011: notizen & reflexionen]

zwischen landwirtschaft und high tech

ich verstehe die oststeiermark als eine region zwischen landwirtschaft und high tech. das habe ich für unser kommendes april-festival als hintergrundthema herausgestrichen. wir genießen versorgungssicherheit, was meint, die versorgung mit sauberem wasser und ausreichender nahrung ist gesichert. es gibt auch NOCH genug betriebe in der region, wo gute jobs gemacht werden, wo menschen arbeit finden, wodurch wichtige kommunalabgaben generiert werden, auf welche gemeinden dringend angewiesen sind.

das war nicht immer so, ist eigentlich erst nach dem zweiten weltkrieg auf dieses niveau gelangt. das ist außerdem aktuell durchaus bedroht. kein grund, in schreckstarre oder pessimismus zu verfallen. ich treffe momentan, im zuge der vorbereitungen unseres „april-festivals“, laufende menschen, die mit erfahrug und zuversicht gewappnet sind. das ist auch für mich sehr ermutigend.

spannungsfeld bei "elin motoren"

das findet ferner seinen ausdruck bei begegnungen mit leuten etwa des werkes „elin motoren“ [link] oder wenn ich unternehmer der region als kreative akteure für unser vorhaben gewinne. (siehe dazu avantgarden des blühens“!)

bürgermeister werner höfler (links) und tierarzt karl bauer

das „red baron“ in gleisdorf profiliert sich zunehmend als „kunst ost“– besprechungszimmer. eben saß ich dort mit hofstättens bürgermeister werner höfler und tierarzt karl bauer beisammen, um für das „april-festival“ einen „tag der agrarischen welt“ zu skizzieren. bauer merkte an: „was einmal war, interessiert fast niemanden“. höfler nickte. „aber man sollte schon wissen, woher wir gekommen sind.“ und von da aus einen blick in die zukunft werfen.

fachmann in sachen elektromobilität: wolfgang wister

das berühren wir auch im anderen bereich. es dürfte auf einen „tag der elektromobilität“ hinauslaufen. der ingenieur wolfgang wister kommt aus dem flugzeugbau, hat nun jahrzehnte in der automobilentwicklung gewirkt und gehört aktuell dem „e-mobility-ausschuß“ der österreichischen regierung an. er hat sich bereit erklärt, uns als „schlüsselperson“ für diesen themenbereich zur seite zu stehen.

wir erarbeiten uns nun diese themenschwerpunkte, um die aktuelle situation in der „energie-region“ zwischen landwirtschaft und high tech auszuleuchten. das sind „eckpunkte“, auf die dann auch kunstschaffende sich in vielfacher weise beziehen. so initiieren wir einen „prozeß der selbstvergewisserung“. ein stück klärung: was IST denn diese region heute und wodurch ist sie das? dabei möchten wir eine zusammenschau von wissenschaft technik und kunst erreichen, die mit fragen der alltagskultur verknüpft wird.

[april-festival 2011: notizen & reflexionen]

Werksführung: ELIN Motoren Weiz, 30.11. 2010 15:00 Uhr

Es ist uns gelungen eine exklusive Werksführung für Kunst ost
bei ELIN Motoren in Weiz zu erhalten.

Dies ist ein weiterer Schritt, um sich mit dem Thema des Aprilfestivals-2011:
„elektrisiert“ vertraut zu machen.
Die Führung findet am Dienstag, 30. November 2010 um 15:00 Uhr statt,
und wird ca. zwei Stunden dauern. Treffpunkt ist beim Empfang.

Anmeldungen bitte per Mail an office@kunstost.at
damit wir euch den Sicherheitsfolder zukommen lassen können.
Für Fragen stehen wir euch gerne beim Plenumstreffen am 25.11.2010 zur Verfügung, sowie unter der Nr: Tel: 0664/540 4289

Nähere Informationen über ELIN Motoren findet ihr hier: [link]