Der 2023er Sommerauftakt gestaltet sich lebhaft. Ich hab kürzlich eine geharnischte Standpauke erhalten, die mit Verve vorgetragen wurde.

Der 2023er Sommerauftakt gestaltet sich lebhaft. Ich hab kürzlich eine geharnischte Standpauke erhalten, die mit Verve vorgetragen wurde.

Bauerntochter, Künstlerin, praktizierende Yogini und auf jeden Fall weitgereist. Eine Kombination, die für einen weiten Horizont gut sein sollte.

Ich schrieb vorhin, daß ich nun ganz konkret skizzieren würde, was für uns zu tun sein könnte, ohne etwas vom Kriegshandwerk verstehen zu müssen und ohne im diplomatischen Krisenmanagement mit Aggressoren erfahren zu sein.

Unsere Nation? Unsere Heimat? Wer meint, hier käme aus „langer Dauer“ irgendeine Legitimation, liegt völlig schief.

Ich kam an jenem Freitag von einem Arbeitsessen heim und sah die verstummte Weltverbesserungsmaschine wie einen gestrandeten Wal vor dem Gleisdorfer Rathaus. Da hatte ich kurz ein beklommenes Gefühl. Was ist mit den Leuten? Sind sie alle weggeschafft worden? Es hieß doch kürzlich noch in ohrenbetäubender Lautstärke: „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Freiheit klaut!“ Das Tröten ist verebbt.

Wie in der vorangegangenen Glosse avisiert, hier ein paar Zeilen zu Seiner Heiligkeit Kyrill I., Patriarch von Moskau und ganz Rußland, der sich bei Putin angebiedert hat. Daß er den Liberalismus des Westens ablehnt und Schwule als Gefahr für die Gesellschaft sieht („Entartung“, „gegen die menschliche Natur“ etc.), kann man an beliebigen Stellen nachlesen.

Es ist schlüssig, daß Putin sogar in Gleisdorf demonstrativ geschätzt wird, weil er mit seiner Gang für ein rechtsradikales bis neofaschistisches Weltbild steht, das auch in Österreich gefeiert wird; neuerdings geschmeidig mit anderen Protestpositionen vermischt. In Summe eine smart angelegte Attacke auf die Fundamente unserer Republik. Eine Entwicklung, auf die etwa unsere Mandatare ebenso öffentlich antworten sollten, wie dieser kontinuierliche Rechtsruck öffentlich promotet wird.

Setzt man das Puzzle zusammen, auch wenn etliche Steinchen fehlen mögen, wird deutlich, warum in den Reihen der Impfgegnerschaft und sonstiger Unzufriedener auf Gleisdorfs Straßen die Standarte von Präsident Putin plausibel ist.

Zugegeben, es kommt ein wenig plüschig daher, wenn ich hier schon mehrfach notiert habe, die Kinder und Enkel der Nazi-Horden hätten sich mit Kindern und Enkeln der Roten Armee nicht nur verständigt, sondern stellenweise Allianzen gebildet. Das manifestiert sich inzwischen sogar auf Gleisdorfs Straßen, ohne daß in dieser Sache bis heute eine klare Stellungnahme aus dem Rathaus gekommen wäre.

Ich fasse noch einmal zusammen, was ich in verschiedenen Glossen schon betont habe. Nach meiner Überzeugung ist Putin der Boss einer Gang, die nach dem Ende der Sowjetunion ein ganzes Reich systematisch ausgeplündert hat.
