Bevor ich mit den Ausführungen von Architekt Winfried Lechner und seiner Erläutertung des Themas “Platz“ fortfahre, ein kleiner historischer Exkurs.

Bevor ich mit den Ausführungen von Architekt Winfried Lechner und seiner Erläutertung des Themas “Platz“ fortfahre, ein kleiner historischer Exkurs.

Die Definition der Plätze im Zentrum Gleisdorfs halte ich für ein interessantes Stück Sozialgeschichte.

Türme! Wir sind bei uns mit nur wenigen Variationen vertraut. Kirchturm, Wachturm, Uhrturm, allerhand Funktionen lassen sich bündeln.

Sobald ich das Genre Text verlasse, erlebe ich, daß mir so manche Objekte, auch Fotografien, ganz gut gelingen, wenn ich sie klein halte.

Unter dem Titel „Transitionen“ war am 26. Juli 2022 in meinem Logbuch eine Markierung einzutragen.

Ich führe derzeit eine Reihe von sehr speziellen Gesprächen, in denen mir daran liegt, das Komplementäre und das sich Überschneidende zu finden, wo Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebenskonzepten, aus verschiedenen Berufswelten sich verständigen.

Das sind drei völlig verschiedene Existenzen, Lebenswege, Berufsfelder. Unsere Schnittpunkte werden erkennbar, wo man sich fragt, was die Arbeit am ganzen Leben fordert.

Ich bin nun schon eine Weile mit Fotograf Richard Mayr unterwegs und wir verfolgen unterschiedliche Themenlinien, von denen sich manches dann im Web manifestiert. Dabei loten wir verschiedene Optionen aus.

Die Anordnung trägt eine kuriose Doppeldeutigkeit in sich. Einerseits handelt sie davon, wer wem einen Auftrag erteilen darf. Andrerseits meint sie Aufstellungen und Relationen, also auch, wie sich Positionen zu einander verhalten.
Ich hab in einem vorherigen Beitrag von Architekt Winfried Lechner erzählt und von seinen Berufserfahrungen mit regionalen Codes, ungeschriebenen Regeln und gesellschaftliche Zusammenhänge, die selbst innerhalb der Steiermark erheblich differieren: [link] Zu unserem Thema „Regionale Identität: eine Illusion oder unsere Wirklichkeit?“ hab ich inzwischen noch weitere Vorgespräche geführt.
Zum Beispiel mit Kurt Winter, der einerseits in der IT-Branche tätig ist, andrerseits hier im Raum Gleisdorf die Wirtschaftskammer repräsentiert. Er erzählte mir von erstaunlichen Erfahrungen, etwa bei Gewerkschaftsverhandlungen, wo zum Beispiel eine falsch gewählte Sitzordnung den Abbruch einer Gesprächsrunde bedeuten könne. Ganz zu schweigen von Fronstellungen, die sich auch in der Anordnung der Sitzmöbel ausdrücke.
Wir haben es da also mit sehr ambivalenten Spielarten des menschlichen Umgangs mit einander zu tun. Einerseits sind Rituale offenbar hilfreich, Gemeinschaft zu ordnen und auf die Art Regelsysteme zu nutzen, die es auch aus sehr unterschiedlichen Positionen heraus möglich machen, an Konsens zu arbeiten und zu Kooperation zu führen. Auf der anderen Seite kann genau das auch zur leeren Geste werden, die blockiert.
Wir kennen das Problem natürlich ebenso im Kunstbetrieb. Das Ringen um Balance zwischen Eigennutz und Gemeinwohl wird gerade im Kontext kultureller Vorhaben ganz gerne ausgesetzt; zugunsten einer angeblichen Verteidigung einer nicht näher begründeten „Freiheit der Kunst“. Damit wir uns recht verstehen, ich argumentiere hier nicht gegen diese Freiheit, sondern bloß gegen eine wahllose Berufung darauf.

In „KWW: Genres, Codes und Perspektiven“ [link] hab ich das Thema „Begegnung in Augenhöhe“ angerissen. Die hat zwei sehr simple Voraussetzungen. Interesse an der jeweils anderen Position und grundlegender Respekt vor dem, was man selbst nicht repräsentiert. Diese beiden Voraussetzungen haben ihrerseits Voraussetzungen. Nämlich mindestens diese, gut eingeführte Klischees und Ressentiments hinter sich zu lassen.
Rituale und Anordnungen meint hier als Negativbeispiel das ewig gleiche Abfeiern populärer Klischees, um in die ewig gleichen Abwehrstellungen zu einander zu gehen, aus denen heraus dann womöglich Kooperation erwachsen soll. Durch welches Mirakel derlei gelingen könnte, ist mir ein weit größeres Mirakel.
Wir haben nun im Gesamtzusammenhang „Kunst, Wirtschaft, Wissenschaft“ gut eingeführte Klischee-Kataloge auf dem Tisch, welche sich in einer Garnitur von Überschriften zusammenfassen lassen. Demnach würden die Kunstschaffenden nur auf sich schauen, die Wirtschaftsleute nur aufs Geld und die Leute der Wissenschaft nur in die Luft, weil da, irgendwo, die Theorie sei.
Ich gehe davon aus, daß unsere Projektarbeit im aktuellen Zusammenhang unter anderem genau das leistet: Die realen Intentionen und Handlungsweisen HINTER solchen Ressentiments greifbarer zu machen, um folglich brauchbare Ausgangspunkte für interessante Kooperationen zu haben.
Regionale Identität: eine Illusion oder unsere Wirklichkeit?
(Konferenz und öffentlich zugängliches Arbeitstreffen)
Mittwoch, 25. Januar 2012
[link]
In diesen Tagen haben mehrere Arbeitsgespräche zu einer flotten Verdichtung geführt, in welcher nun das kommende „April-Festival“ ganz konkret Gestalt annimmt. Daran ist, neben den primären Inhalten, auch auffallend, daß wir a) eine interessante Kooperationslage mit mehreren Kultureinrichtungen haben und b) die Ereignisorte in drei LEADER-Regionen angeordnet sind: [link]
Im vorigen Eintrag [link] wurde schon deutlicher, wo es in diesen Fragen hin geht. Nun liegt die Detailarbeit an. In all dem haben wir einige Verzweigungen erarbeitet, die nun deutlich zu zwei inhaltlichen Ebenen geführt haben, die wir in Wechselwirkung bringen:
a) Die Präsentation von künstlerischen Arbeiten
b) Die inhaltliche Arbeit: Kulturtheorie und Praxis-Know how

Diese Wechselwirkungen, diese zwei Ebenen, das halte ich für wichtig, wo es etwa um die Debatte über die Verwendung öffentlicher Mittel geht. Wir möchten praktisch demonstrieren, daß wir zwar einerseits an der Autonomie der Kunst festhalten müssen, daß wir aber andrerseits auch Bürgerinnen und Bürger der Region sind, die sich mit Lebenszusammenhängen und Sachfragen auseinandersetzen.
Apropos Lebenszusammenhängen und Sachfragen! Gestern hatte ich eine sehr interessante Debatte mit Winfried Lechner, einem Geschäftsführer von Ingenos-Gobiet: [link] Da ging es unter anderem um Fragen der Regionalität. Lechner betont aus seiner beruflichen Erfahrung heraus: „Jede Region hat für sich offenbar ihren eigenen Lebensstil, der den Ansässigen klar ist, aber Außenstehenden nicht.“ Dabei ginge es um regionale Codes und Hierarchien, die man eigentlich erst kennenlernen müsse, wenn man da etwas bewegen möchte.
Lechner spricht von einem „kulturellen Wechsel“, wenn man in verschiedene Teile der Steiermark komme, das sei stets „eine Reise ins Unbekannte“. Wie erwähnt, das meint regionale Codes, ungeschriebene Regeln und gesellschaftliche Zusammenhänge.
Das wirft natürlich die Frage auf, die wir auch im jeweils Vertrauten stets vor der Nase haben: Darf es eine offene und öffentliche Diskussion über diese regionalen Eigenheiten und Codes geben? Und falls ja, gibt es überhaupt Instanzen, die derlei Kommunikation kontinuierlich tragen oder wenigstens begleiten würden?
Damit sind wir unter anderem beim Kulturbereich angelangt. Das ist traditionell jenes Feld, in dem sich sehr oft Menschen für genau solche Aufgaben interessieren und engagieren. Daraus ließe sich umgekehrt schließen: Die Befassung mit den ungeschriebenen Codes einer Gesellschaft kann zu den naheliegenden Aufgaben von Kulturschaffenden gezählt werden.
Das beschäftigt uns dann auch im Zusammenhang
mit dem regionalen Projekt „Vision 2050“: [link]
Das April-Festival 2012:
„Leben: Die Praxis der Zuversicht“ [link]