Schlagwort-Archiv: kulturpolitik

einige takte status quo

es ist so greifbar: das jahr endet nun. ich hatte in den letzten wochen manchmal das gefühl, die mehrjährigen mühen unserer konsequenten aufbauarbeit auf dem kulturfeld könnten unter den aktuellen krisen von gemeinden, land und bund ins leere laufen und was erreicht wurde, sei in gefahr.

so ist es zum glück doch nicht. das verdanke ich vor allem inspirierten leuten, die sich weiterhin auf das einlassen, was wir uns vorgenommen haben. ich denke auch, daß der erhöhte druck im neuen jahr so manche spreu vom weizen trennen wird. denn was auf dem kulturfeld gehampel und stümperei ist, wird wohl kaum noch budgets erreichen.

zurück zu den basics: martin krusche bei den "talking communities" (reden, reden, reden, bis wir einander kannten) foto: "art klinika"

wir sind von nur wenigen aspekten der ganzen entwicklung überrascht worden, letztlich bloß von einigen details. das große ganze der einbrüche war absehbar und stand schon vor wenigstens einem halben jahr zur debatte.

wo die kunst auftritt, sind antwortvielfalt und sogar widersprüchlichkeit die regel. hier äußert sich die „conditio humana“ jenseits von verwertungslogik. (was freilich nicht ausschließt, daß aktuerinnen und akteure dann AUCH den weg auf diesen oder jenen markt finden.)

man könnte sagen: „kunst ost“ hat sich nicht eigentlich der kunst verschrieben, denn die ist sache der jeweils handelnden person und muß nicht „orgnaisiert“ werden. aber wir haben uns den BEDINGUNGEN der kunst gewidmet; und einigen ihrer grundlagen. (wir unterscheiden also zwischen „kunst“ und „kunstbetrieb“.)

aktion und reflexion beinander halten: kunsthistorikerin mirjana peitler-selakov

das drückt sich auch in der aktuellen besetzung des „kern-teams“ aus, woduch wir ein komplexes konzept zu realisieren suchen. mirjana peitler-selakov ist nicht nur kunsthistorikerin und seit einiger zeit als freie kuratorin tätig, sie ist ursprünglich auch dipl. ing. der elektrotechnik.

etliche umsetzungsfragen sin keinen spielereien gewidmet, sondern professionellen abwicklungen: kulturmanagerin nina strassegger-tipl

nina strassegger-tipl ist kulturmanagerin, die sich zur zeit verstärkt dem thema öffentlichkeitsarbeit widmet, bei uns überdies speziell als fachreferentin der „voluntary arts“ tätig wird. diesen bereich könnte man als die „soziale schwester“ der gegenwartskunst verstehen.

ich bin künstler und repräsentant einer art under net conditions“, die sich in menschlicher gemeinschaft als längerfristiger prozeß entfaltet, ohne dabei – was heutzutage recht populär ist – konventionelle sozialarbeit als künstlerische praxis zu behaupten.

daß wir mit den finanzierungsfragen zum 2011er-jahr weitgehend von vorne beginnen müssen, ist fast schon business as usual. ich möcht annehmen, das läßt sich genauso lösen wie einiges an inhaltlichen fragen, die aus unseren letzten arbeitsjahren abzuleiten sind.

nehmen sie mit uns kontakt auf, wenn ihnen diese art des zuganges zu einem kulturellen engagement auf der höhe der zeit interessant erscheint!

kulturelle defizite

ich hab nun viel zur aktuellen „pisa-studie“ gelesen. gesamt scheint es so zu sein, daß die ergebnisse besorgniserregend sind. eine genauere ansicht dazu habe ich noch nicht, weil die informationslage sehr komplex ist: [link]

zwei ekelhafte effekte fallen momentan auf.
+) erstens: das personal aus der spitzenpolitik hat schon begonnen, sich gegenseitig schuldzuweisungen herzusagen, während alles an bekannten reformvorschlägen an politischen blockaden festhängt.
+) zweitens: in kommentaren und leserbriefen werden auffallend oft „ausländer-kinder“ als angeblich schuldige für die schlechten ergebnisse vorgefüht.

so kenn ich meine leute! bloß nicht erwischen lassen. und falls wer ertappt wird, leugnen, denn es sind sowieso andere schuld.

quelle: „der standard“

diese headline beinhaltet einen wesentlichen aspekt der ganzen geschichte. „die geringe gesellschaftliche bedeutung von kultur und bildung“ hat viele facetten und eine beträchtliche geschichte. die gesamte budgetlage bildet das problem deutlich ab. räsonieren wird uns dabei nicht weiterbringen.

was bleibt zu tun? die „gesellschaftliche bedeutung von kultur und bildung“ ist ja unser metier. ich denke, wir sind gut beraten, uns hier spezielle vorhaben zu überlegen. abseits des landeszentrums, wo kleine gemeinden dominieren, die so unter druck geraten sind, daß der kulturbereich von hinteren positionen auf den prioritätenlisten nun noch weiter abgerutscht ist, sollten wir auf eben diese besonderheiten eingehen können.

unsere konzepte müssen, um ein relevantes kulturelles klima zu halten, momentan überarbeitet werden, damit uns nicht noch mehr an strukturen wegbricht. wir brauchen strategien, um standort- und budgetnachteile zu kompensieren. wir müssen verbliebene mittel wirkungsvoller einsetzen und kooperationen voranbringen.

„Culture’s Contribution to Local and Regional Development“

als ich kürzlich mit peter wolf den status quo diskutiert habe, lag dieses papier auf unserem tisch. das „summary“ einer europaweiten studie zum thema „Culture’s Contribution to Local and Regional Development“ [link] widerspricht den beschämenden ergbenissen einer umfrage des österreichischen gemeindebundes in bezug auf kultur, für welche die überhaupt allerhöchste zustimmung zu kürzungen bestand.

ich hab das im projektlogbuch im eintrag #314 dargestellt: 92% der befragten bürgermeister und 95% der befragten bevölkerung halten kürzungen im kulturbereich für akzeptabel. (die presseaussendung dazu.)

ich denke, wir werden uns selbst darum kümmern müssen, daß sich das ändert.

umbruch

das land steiermark ist aktuell merklich angeschlagen. landtagsabgeordnete ingrid lechner-sonnek sagte mir, es fehlen im budget wenigstens 600 millionen euro, womöglich sogar bis zu 900 millionen.

am allerhärtesten hat es momentan den sozialbereich getroffen. siehe dazu etwa: Sozialhilfeverband streikt: Budget wird offengelassen!

auf kommunaler ebene sehe ich zwar keine panikartigen reaktionen, aber die bürgermeister, mit denen ich in den letzten tagen gesprochen hab, wirken ziemlich ernst. so scheint also auch die situation zu sein.

advent-grüße aus dem rathaus

solche schreiben — dieses haben wir von der stadt gleisdorf erhalten –, düften zur zeit in erhöhter dichte quer durchs land aufkommen. das bedeutet logischerweise, daß wir alle unsere vorhaben überarbeiten müssen. konzeptionelle adaption, größenordnung reduzieren, neue modi und strategien suchen, um die gesteckten ziele dennoch erreichen zu können.

ich hab in unserem „projekt-logbuch“ schon zusammengefaßt, wo wir bei „kunst ost“ gerade stehen: „Die Krise? Ja, ist angekommen. Und? Wurscht! Warum? Erstens …“ [link] wir hören das natürlich auf dem kunstfeld nicht gar so gerne: reduzieren! rationalisieren! effizienz steigern! kooperieren!

aber wie wir es auch drehen und wenden, offene fragen nach verteilungsgerechtigkeit werden sich nicht in wenigen wochen lösen lassen. also müssen wir inzwischen wege finden, wie sich die momentanen einbrüche kompensieren lassen.

da kommt nun das „labor“ von „kunst ost“ verstärkt zum zug. innen: brüten, grübeln, debattier, entwerfen. außen: verhandeln, diskutieren, um konsens ringen.

ja, ich würde diese zeit und kraft jetzt eigentlich auch lieber auf mein künstlerisches werk verwenden, statt an den strukturen zu arbeiten. aber wie sagte kollegin hutter im „joglland“? „es ist halt so!

budget! (haben sie noch eines?)

nein, schreckhaft sollte man zur zeit nicht sein. schockstarre wäre überhaupt fatal. der ganze kultur-betrieb kommt in bewegung; nicht gar so freiwillig. schon gegebene zusagen werden zurückgezogen. ratlosigkeit ist populär wie nie. unruhe läßt uns munter werden.

drei landeskulturreferenten in einem arbeitsjahr, das hat grimmigen charme. jedes mal andere teams, andere zugänge, andere prioritäten. und jetzt auch noch viele bereiche, die an einer pleite entlangschrammen. überraschung? keineswegs!

widerstände, grabenkämpfe, budgetverhandlungen ...

seit momanten pfeifen es nicht nur die spatzen von den dächern, unken die unken, quaken alle kröten: die kröten, die kohle, das gerschtl, die marie, das liebe geld, es wird knapp, knapp, knapp. und siehe da, die prognosen waren zutreffend.

wie auch immer, jetzt geht also das gerenne so richtig los. die gründe dafür habe ich in unserem projekt-logbuch skizziert: [link]

damit ist der ruhige ausklang des arbeitsjahres den bach runter, die „stillste zeit im jahr“ werden wir uns vergolden, übers bett hängen und der nachwelt überlassen. ich lese schon die ersten protestnoten, die verschickt wurden. oh, der neue wird sich krümmen vor kummer. nein, der war vorher wirtschaftslandesrat, der hält das schon aus.

ich sag es offen, ich bin im moment zu müde, um mich aufzuregen. kulturpolitische streitgespräche hätten wir ja führen können. na, erinnern sie mich bloß nicht daran! das amüsiert mich jetzt ja wenigstens, wenn ich rückschau auf das 2010er jahr halte und an die debatten denke, die NICHT stattgefunden haben.

sie erkennen vielleicht schon alleine an dieser etwas konfusen erzählung: es ist ernst. und mir schwebt vor: konzentration! was ist augenblicklich vorrangig? wie verschaffe ich unseren plänen eine aussicht und unseren vorhaben stabilität?

ich werde darüber schlafen. und wenn ich was weiß, erzähle ich es. okay?

warum rede ich von politik?

(über die repolitisierung des kulturgeschehens)

als christian eigner vom „büro für perspektivenmanagement“ in ehrenhausen die ergebnisse der evaluierung schon aktiver LEADER-kulturprojekte vorstellte (siehe dazu: „LEADER kultur: steiermarkweit“!), fiel mir ein punkt besonders auf.

er betonte, daß „produktion und vermittlung“ nahe beinander liegen würden. damit meinte er, daß kunstproduktion und kunstvermittlung auf diese art stattfänden, also: kunstschaffende engagieren sich auch für die vermittlungsarbeit.

christian eigner

das ist hier kein „hauptereignis“, aber ein wichtiger aspekt, wenn man nach intentionen fragt. gerade die kunstschaffenden wären ja der primäre interessenskreis, um zu klären, wie und wodurch die kunst einen angemesseneren stellenwert erlangen könne; vor allem aber: WARUM das so sein soll.

sind dazu brauchbare ideen entwickelt, muß herausgefunden werden, welche arten von kooperationen sich dafür realisieren lassen. kooperationen unter den „drei sektoren“: staat, markt und zivilgesellschaft. (warum kooperation? na, wenigstens als gegenentwurf zur oft beklagten situation der „bittstellerei“.)

die position der AVANTGARDE legt solche wege nicht nahe. eigner erwähnte, daß avantgarde sich abgrenze. sie behauptet und fordert. wenn wir aber über „eigenständige regionalentwicklung“ reden, müssen wir feststellen: behaupten und fordern, das hat uns die politik schon vorgemacht, das haben diverse agenturen eingeführt, das ist eine strategie, mit der wir praktisch als KONSERVATIV auftreten würden.

der „bohemien“ ist ein antiquiertes rollenfach. dagegen: die drei erwähnten sektoren in ein adäquates kooperationsverhalten zu reklamieren, das hieße: RE-POLITISIERUNG. politik im klassischen sinn: als wechselspiel von „polis“ und politiké“ per dialog, verhandeln, seine gründe nennen, wechselseitige veratwortung übernehmen.

peter wolf

ich habe beim LEADER-kulturtreffen in ehrenhausen einige dieser aspekte kurz mit dem in kulturfragen höchst erfahrenen peter wolf erörtert; und gemerkt: da wären jetzt endlich einmal einige FRAGEN zu präzisieren, die dann konsequent bearbeitet werden sollten.

und DAS, so behaupte ich, sind probate mittel, um PARTIZIPATION voranzubringen. jene grundlage von DEMOKRATIE: die weitreichende teilnahme möglichst großer bevölkerungsschichten am öffentlichen, kulturellen und politischen leben eines landes.

wir sind die urenkel der gegenreformation und die enkel der tyrannis. in der sache haben wir also noch viel übungsbedarf. das KULTURfeld legt solche zugänge nahe, weil da ohne partizipation und formen der „folgerichtigkeit“ gar nichts geht …

(siehe zu den aktuellen hintergründen auch den eintrag # 324 in meinem projekt-logbuch!)

in bewegung. der kulturbetrieb.

es spricht sich nur sehr langsam herum, scheint aber nun doch bei etlichen leuten angekommen zu sein: „kunst ost“ arbeitet nicht FÜR kunst- und kulturschaffende, sondern nur MIT ihnen. diese soziokulturelle drehscheibe ist demnach auf KOOPERATION ausgelegt, nicht auf SERVICE.

das ist der teil von „kunst ost“, welcher nach AUSSEN wirkung entfaltet. dem gegenüber gibt es auch das LABOR, quasi die „entwicklungsabteilung“, die ein hauptgrund für das bestehen der plattform ist, die selbst nicht gegenstand von „bühnenaktivitäten“ ist.

ein großer teil der arbeitszeit ist bei "kunst ost" nicht einem publikum, sondern den strukturen und strategien gewidmet.

das entwicklen und erproben von methoden und strategien für die verbesserung der bedingungen von GEGENWARTSKUNST im ländlichen raum; ein thema, von dem kurioser weise so manche orts-chefs gar nichts hören wollen.

unter uns: wie sich das leben in den regionen entwickelt, die neue welle der landflucht längst eingesetzt hat, viele kommunen ihre agenda nicht mehr schaffen, keine arbeitsplätze zusammenbringen, zugleich aber vor neuen gemeinde-zusammenlegungen zurückschrecken, wie also der lauf der dinge einen höchst problematischen stand der dinge hervorbringt, sollte man meinen, die funktionstragenden der regionalpoltik seien mehrheitlich heilfroh über jeden engagierten bürger, jede inspirierte bürgerin, denen etwas einfällt, was dem gedeihen des gemeinwesens voranhilft.

dabei muß es den menschen des landes ja freistehen, welchem teil, welchem aspekt des gemeinwesens sie sich in ihrem persönlichen engagement widmen. nach fast zwei jahren mit einem offiziellen LEADER-projekt, welches der KUNST gewidmet ist, kann ich allerdings nicht feststellen, daß diese haltung in der regionalpolitik dominieren würde. kurios! da bleibt doch zu fragen, welche auffassung von politik heute herrscht, wenn funktionstragende es nicht prinzipiell für naheliegend halten, daß bürgerliches engagement zu unterstützen, zu verstärken wäre. (oder wenigstens: nicht aktiv behindert werden sollte.)

dem steht gegenüber, daß auffallend viele kunst- und kulturschaffende immer noch an der idee festhalten, da ja ihr tun für eine gesellschaft wichtig sei, müsse der staat und müsse die gemeinde und müßten auch … was weiß ich. macht nichts! wer in auffassungen verweilen möchte, die nicht einmal mehr freies sichtfeld auf die höhe der zeit ermöglichen, muß das tun dürfen.

kooperation, nicht nur unter kunst- und kulturschaffenden, sondern auch zwischen den verschiedenen sektoren einer gesellschaft: staat, markt und zivilgesellschaft, vorhaben, die in gemeinsamer abstimmung der interessen aller beteiligten ntwickelt werden, all das scheint noch höchst gewöhnungsbedpürftig zu sein. ich halte es für einen vielversprechenden weg, wenn einem daran liegt, daß man entscheidungstragenden anderer bereiche in augenhöhe begegnen will …

wegmarken

(der hauch einer zwischenbilanz)

das projekt „kunst ost“ hat eine lebhafte projektgeschichte. es gibt eine genau benennbare stunde des beginns. am 6. März 2007 begann um 18:00 in gleisdorf jene lebhafte ereigniskette: [link]

das projekt „kunst ost“ hat sehr verschiedene, kontrastreiche, auch turbulente stadien durchlaufen. es waren mehere modi der kooperation zu erproben. kooperationen ganz unterschiedlicher bereiche: kulturschaffende, geschäftsleute, funktionstragende aus politik und verwaltung in EINEM verbindenden ereignis-strang.

der „durchgehende faden“ war über mehrere jahre sicher in den „plenartreffen“ angelegt, die an stets wechselnden orten in der region: [link]

momentan werten wir das zweite arbeitsjahr eines LEADER-kulturprojektes aus. wir sehen uns vergnügt an, was alles gelungen ist. wir nehmen durch, welche fehler uns schlauer machen sollten und nicht mehr wiederholt werden müssen.

das ist eine art reflexions- und revisionsgeschäft, in dem auch allerhand heftige emotionen den lauf der dinge befeuern. (den ausdruck „emo-bombe“ habe ich VOR diesem projekt noch nicht gekannt.)

schneller als das kulturministerium erlaubt: "sterz"-herausgeber gernot lauffer bei einer "kunst ost"-veranstaltung.

es gibt in solchen vorhaben keine „reparatur-phase“ im trockendock. wir machen den kahn gewissermaßen in laufender fahrt flotter. dabei ließ sich unser grundsätzliches programmkonzept bestätigen. doch die einzelnen stationen werden – unseren erfahrungen folgend – adaptiert.

das jahr 2011 wird gemäß dieser grundstrukltur angelegt sein:
+) auftakt-konferenz („konferenz in permanenz“)
+) april-festival (mehrsparten-ereignis an mehreren orten der region)
+) frauenmonat (themenspezifisches veranstaltungs-ensemble)
+) kunst im herbst (schwerpunkt gegenwartskunst im internationalen kontext)
+) schluß-konferenz („konferenz in permanenz“)

rund um diese fixpunkte 2011 entfalten wir über das ganze jahr zahlreiche kleine einzelschritte. ein erheblicher teil der arbeit von „kunst ost“ findet freilich hinter den kulissen statt, ist nicht für die bühne geeignet. (labor, entwicklung, administration etc.)

auf diversen „bühnen“ zeigen wir aber die ergebnisse … in sachen rückschau siehe auch „wo sind wir denn? wie hab’n wir’s denn?“ [link]

wo sind wir denn? wie hab’n wir’s denn?

„kunst ost“ in der auswertung der erfahrungen aus dem 2010er jahr; das dürfte eine längere geschichte werden 😉

das projekt „kunst ost“ ist … genau! ein kulturprojekt! ein projekt hat ein ablaufdatum. da „kunst ost“ das überhaupt erste LEADER-kulturprojekt der steiermark ist, bleibt es an die förderperiode des EU-LEADER-programmes gebunden.

wenn also nichts schief geht und wenn wir es nicht vermasseln, endet dieser teil der geschichte im jahr 2013, in dem auch das LEADER-programm der EU endet. amtlich klingt das etwa so:

>>Die gegenständliche Förderungsvereinbarung bezieht sich auf die für die Durchführung des Schwerpunkts 4 („Leader“) des Österreichischen Entwicklungsprogramms für den ländlichen Raum für den Zeitraum vom 01.01.2007 bis zum 31.12.2013, das vom Bund gemäß Verordnung (EG) Nr. 1698/2005 des Rates vom 20. September 2005 über die Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums durch den …<< etc. etc.

ja, ähem, räusper, es fiel uns auch nicht jederzeit leicht zu verstehen, wie das nun genau gemeint ist, was an amtlichen vorgaben auf dem tisch liegt. wir hätten dafür ein eigenes department gründen können: klärung der regeln, nachdem wir uns zur einhaltung der regeln verpflichtet haben.

das projekt „kunst ost“ ist im kern eine art labor. in diesem „experimentalraum“ soll per theorie und praxis untersucht werden, welche strategien und praktischen methoden sich eignen, der GEGENWARTSKUNST abseits des landeszentrums mehr gewicht zu verschaffen.

fröhlicher trubel beim vortrag von fotograf franz sattler

das handelt zwangsläufig auch von KULTURPOLITISCHEN fragestellungen. es will inzwischen schon niemand mehr von mir hören, daß lokal, regional und landesweit die kulturbudgets eingebrochen sind. ich hör dagegen fast nichts, was denn nun kunst- und kulturschaffende meinen, wie sich diese entwicklung kompensieren läßt.

wo einzelne für sich zu einem wettrennen um verbliebene budgets gestartet sind: viel glück und gute reise! wir haben bei „kunst ost“ nun eher eine tendenz, konzepte kollektiver kreativität auszuloten.

um diesen themen nachzugehen, bringen einige von uns auch gelegentlich erfahrungen und kontakte aus südosteuropa mit. die begegnung mit kulturschaffenden aus bosnien, serbien oder dem kosovo liefern sehr interessante anregungen. in jenen ländern muß ja der kunstbetrieb ganz andere problemlagen aushalten.

besuch der "spaport biennale" in banja luka (bosnien).

meine erfahrung: diese leute sind in etlichen punkten schlauer als wir. es erscheint mir sehr lohnend, sich darüber mit unseren „alten nachbarn“ auseinanderzusetzen … ah ja, und mit uns selbst bleibt auch einiges an nötigen wir anregenden auseinandersetzungen

[zum stichwort „bosnien“ siehe auch den eintrag im mezblog!]