Wir gehen auf den 8. Mai zu. Es wäre an das Jahr 1945 zu denken, als der Faschismus bei uns militärisch geschlagen war. Aber in der Ukraine steht der Faschismus erneut in Waffen, diesmal in russischen Uniformen. Ein Kräftespiel, von dem derzeit ganz Europa verändert wird.
…und die Dummheit schämt sich nicht. (Heidi Kastner)
[Vorlauf] Erstaunliches Stückwerk, wenn man zusammensuch, was bisher gelungen ist. Die Bürgerinitiative Wake Up Gleisdorf hat am 20. September 2021 eine Facebook-Gruppe erstellt. Es gab die Petition mit 4.713 Unterschriften, mit angehenden Debatten. Das Thema fand plötzlich breitere Aufmerksamkeit. Die Petition können Sie hier nachlesen: [Link] Zitat: „Und nun werden auch noch am Ende der Schießstattgasse über 11.000 Quadratmeter WALD mit vielen hohen Bäumen verbaut – ein letztes Naturjuwel, in dem sich bis heute noch gerne Rehe aufhalten…“
[Vorlauf] Die Initiative Wake Up Gleisdorf hat eben auf dem umstrittenen Grundstück über der Schießstattgasse eine Menschenkette gebildet, um ihre Einwände gegen die Rodung des Waldes und die Bebauung des Areals auszudrücken.
[Vorlauf] Meine Überzeugung lautet: In einer Kontroverse muß ich genau sein, sonst verkommt sie zum Gezänk. Gezänk finde ich nicht erst seit Corona an jeder Straßenecke. Wie ermüdend! Dann kam Rußlands Überfall auf die Ukraine und es könnte der letzten Schnarchnase dämmern: Freiheit macht Arbeit. Die Demokratie ist uns nicht geschenkt.
Es ist schlüssig, daß Putin sogar in Gleisdorf demonstrativ geschätzt wird, weil er mit seiner Gang für ein rechtsradikales bis neofaschistisches Weltbild steht, das auch in Österreich gefeiert wird; neuerdings geschmeidig mit anderen Protestpositionen vermischt. In Summe eine smart angelegte Attacke auf die Fundamente unserer Republik. Eine Entwicklung, auf die etwa unsere Mandatare ebenso öffentlich antworten sollten, wie dieser kontinuierliche Rechtsruck öffentlich promotet wird.
Setzt man das Puzzle zusammen, auch wenn etliche Steinchen fehlen mögen, wird deutlich, warum in den Reihen der Impfgegnerschaft und sonstiger Unzufriedener auf Gleisdorfs Straßen die Standarte von Präsident Putin plausibel ist.
Zugegeben, es kommt ein wenig plüschig daher, wenn ich hier schon mehrfach notiert habe, die Kinder und Enkel der Nazi-Horden hätten sich mit Kindern und Enkeln der Roten Armee nicht nur verständigt, sondern stellenweise Allianzen gebildet. Das manifestiert sich inzwischen sogar auf Gleisdorfs Straßen, ohne daß in dieser Sache bis heute eine klare Stellungnahme aus dem Rathaus gekommen wäre.
(Beiträge und Fragen zu einer nächsten Kulturpolitik)
Diese Notiz ergänzt meine Glosse „Materia prima“, welche eine Unterscheidung von Politik und Verwaltung betont, eine Forderung nach Rollenklarheit beinhaltet, was auch bedeutet: wir sollten qualitativ zwischen Verwaltung und Bürokratie unterscheiden können. (Mir fehlen die Erörterungen solcher Fragen seit gut 30 Jahren.) Und wir, das Kulturvölkchen?
(Beiträge und Fragen zu einer nächsten Kulturpolitik)
Prolog: Ich verstehe, daß Menschen aus Politik und Verwaltung Definitionshoheit beanspruchen. Es ist Teil ihres Jobs. Wenn sie dabei aber monopolisieren und andere Positionen als Anfechtung deuten, zu sanktionieren versuchen, entsteht mit jemandem wie mir ein individuelles Problem. Weshalb? Ich bin als Autor Teil der Vierten Gewalt im Land. Wer das zu akzeptieren ablehnt, muß sich fragen lassen, welcher Art von Demokratie er oder sie dienen möchte.
Eine Arbeit von Robert Wendl im Gleisdorfer „Marrakesch“
(Beiträge und Fragen zu einer nächsten Kulturpolitik)
Der Ausgangspunkt, eine ungewohnte Situation. Der ranghöchste Kulturpolitiker des Landes hat eine Serie von kulturpolitischen Konferenzen initiiert. Primäre Kräfte der Wissens- und Kulturarbeit sowie der Kunstpraxis gehen in Debatten mit Verwaltungsorganen und politischem Personal, mit Leuten aus Erwachsenbildung und Kulturmanagement.