Kategorie-Archiv: Feuilleton

Provinzieller Plauderton

Ich hatte im vorigen Beitrag zu notieren: „Da schwärmt eine Salondame für einen jungen Herren, welcher in Österreich weltberühmt ist. Sie outriert dabei, als stünde sie auf einer Provinzbühne.“ Der Videoclip, in dem Christiane Hörbiger ihr Herz ausschüttet, ist nicht nur formal, sondern auch inhaltlich das zeitgemäße Gegenstück zum Leserbrief auf dem Boulevard. Individuelle Befindlichkeitsprosa ohne spezielle Aussagekraft. (Von der citoyenne d’honneur zur citoyenne en colère?)

Provinzieller Plauderton weiterlesen

Ein Rascheln auf dem Boulevard

Sie war „froh und glücklich“, als Sebastian Kurz Kanzler wurde. Das „ganze Land“ habe sich „irgendwie zum Positiven verändert“, es sei eine „gute, gute Aufbruchstimmung“ gewesen. Christiane Hörbiger meint, wer das anders einschätzt und die Regierung Kurz schließlich beendet sehen wollte, sei von „Haß und Neid“ angetrieben worden, habe damit „die ganze Republik in Frage gestellt, beziehungsweise in schlechte Zeiten geführt“. ( Die Quelle: Ö24 news)

Ein Rascheln auf dem Boulevard weiterlesen

Energische Schelte

Was für eine merkwürdige Begegnung auf dem Postamt. Ich kenne den Mann seit Jahrzehnten aus flüchtigen Begegnungen. Ein Lehrer meiner Generation. Wir haben noch nie eine Unterhaltung geführt, bloß Grußworte gewechselt. Das hat sich gestern geändert. Bei der Gelegenheit mußte ich erfahren, daß Ökologie das wichtigste Unterrichtsfach sei, wenn wir als Art überleben möchten. Davon würde alles andere abhängen.

Energische Schelte weiterlesen

Güterverschiebungen

„Nichts gehört der Vergangenheit an. Alles ist Gegenwart und kann wieder Zukunft werden.“ Diese Aussage wird dem Juristen Fritz Bauer zugeschrieben, der einst als Generalstaatsanwalt in den Frankfurter Auschwitzprozessen exponiert war.

Seine hier formulierte Auflassung ist nicht nur in politischen und zeitgeschichtlichen Kategorien anregend, die hat auch im Kulturbereich einige Brisanz. Damit ist allerdings keinerlei „Traditionsschützerei“ gemeint, auch keine klassizistische Pose. Es läßt darüber nachdenken, wie Denkweisen und Handlungskonzepte über Generationen hinweg wirken, gelegentlich verblassen, auch ruhen, und plötzlich wieder sehr virulent werden.

Tradierte Motive und Antwortvielfalt als kulturelles Grundprinzip: Es fällt vielleicht nicht gleich auf, aber der Baumarkt ist heute ein spezieller Schmelztiegel von Kulturen und kulturellen Konzepten.
Güterverschiebungen weiterlesen

Nonnen-Kitsch

Weshalb mischt sich ein Künstler in diese politischen Angelegenheiten ein? Wozu dieses Exponieren? Wäre es nicht hinreichend, sich in diesem Metier dem Schönen zu widmen und die Menschen zu erfreuen? Oder anders gestrickt: Mindestens die letzten tausend Jahre waren Künstler der Herrschaft dienstbar und bissen nicht die Hände, von denen sie gefüttert wurden.

Der Kowalska-Jesus in Eichkögl
Nonnen-Kitsch weiterlesen