Konvergenz: Konsequenz

Optionen. Damit Dinge vorankommen, müssen Optionen erarbeitet werden. Dies sind Wochen der tausend Gespräche. Autorin Sahra Fötschl hat eben für die Artfaces auf dem steirischen Kulturserver ein Krusche-Interview geliefert, das meine aktuelle Position sehr treffend zusammenfaßt. Ich darf mich ausnahmsweise selbst zitieren:

„Ab dem 19. Jahrhundert kann man gut sehen, was es vorher schon gab: Wie neue Zentren entstanden, indem sie ihre Peripherie zur Provinz machten. Es kam zu einem Wettkampf der Regionen gegen Provinzen um Standortvorteile. Ist ziemlich komisch, dass Legionen von Funktionstragenden heute noch so denken und handeln. Sie zentralisieren, was das Zeug hält. Das kann man für sich natürlich leicht abschaffen. Längst ist die ganze Welt meine Provinz.“
So nachzulesen in „Lost in Cybertrails“ [link]

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Es ist allerhand aufzuräumen, abzuräumen, einzuräumen, auch auszuräumen. Manches darf verworfen werden, anderes gehört in Archive. Im Blick zurück sehe ich die Vitrine, wohin ich heuer unsere „Kulturspange“ legen durfte. Dieser konzeptionelle Ansatz ist von einer neuen Organisations-Variante abgelöst worden, die noch weit offener ist.

Der „Kulturpakt Gleisdorf“ hat sich selbst abgeschafft. Ich hatte im heurigen Frühjahr die Federführung abzugeben, inzwischen ist dieses Experiment verpufft. Die grundlegende Idee bestand darin, daß Kunst- und Kulturschaffende für ihre Vorhaben selbst Verantwortung und Initiative übernehmen.

Aus dieser Haltung heraus seien Projekte zu entwerfen und an den Start zu bringen. Das wäre dann der Punkt gewesen, wo eine Kommune begleitend und verstärkend mitgehen sollte. In diesem Gefüge hätte es auch nahegelegen, einzelne Vorhaben temporär zu vernetzen; gemäß unserem Prinzip: Vernetzung ist kein Inhalt, sondern ein Werkzeug.

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So war das gedacht, eine kulturpolitisch frische Konzeption, die der wachsenden Tendenz entgegenwirkt, wonach der Staat als Serviceeinrichtung gesehen wid. Aber es zeigte sich, daß dieser Ansatz hier in der Provinz keine qualifizierte Basis findet.

Auch gut! Dann also jetzt etwas ganz anderes. Wie erwähnt, eine Neufassung der „Kulturspange“ schien mir naheliegend. Doch dieser Weg einer lockeren Formierung erwies sich als hinfällig, denn was nun an Akteurinnen und Akteuren zugange ist, braucht keinen Dachverband, keine Plattform, keine formelle Drehscheibe.

Unter der Überschrift „Konvergenz“ ist derzeit das Arbeitsjahr 2016 mit einem Ausgangspunkt versehen. Dafür brachte unsere Synergiekonferenz wichtige Klarheiten: [link]

Der Themenkomplex KWW (Kunst, Wirtschaft, Wissenschaft) ergibt eine Hintergrundfolie, die bei der Orientierung helfen soll.

Im Zusammenführen dieser Genres wollen wir uns Arbeitsweisen erschließen, die bei den laufenden Einbrüchen verfügbarer Budgets dennoch mehr Spielraum bringen und inhaltlich Horizonte aufmachen.

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Im Augenblick ist die ganze Geschichte in der Schwebe. Es trennen uns ja auch noch einige Wochen vom nächsten Jahr. Im KWW-Ansatz haben wir derzeit aber schon ein interessantes Setting, das nun in die Praxis kommen sollte.

Im Kernbereich von Kunst Ost und dem Kultur.at: Verein für Medienkultur wirken:
+) Kommunikation & Koordination: Martin Krusche (Künstler)
+) Kuratorium Gegenwartskunst: Mirjana Peitler-Selakov (Kunsthistorikerin)

In den aktuellen Perspektiven verzweigt sich das über autonome Positionen wie folgt:
+) Oststeiermark: Kerstin Feirer (Unternehmerin)
+) Raum Graz: Horst Fickel (Unternehmer)
+) Murtal: Gerald Gigler (Regionalentwickler)
+) Salzkammergut: Günther Marchner (Wissenschafter)

+) Kulturspange [link]
+) Kulturpakt Gleisdorf [link]
+) Konvergenz 2016 [link]

— [Generaldokumentation] —

Über der krusche

jahrgang 56, freischaffender künstler, repräsentant einer "art under net conditions"
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