Eine Website aufzubauen und im Web ein Publikum zu gewinnen, das ist, wie ich im ersten Beitrag [link] zu dieser Angelegenheit schon erwähnt habe, viel Arbeit. Reden wir also gelegentlich über Trolle, Trittbrettfahrer und „Web-Marodeure“, die sich solcher Arbeit andrere Menschen gerne bemächtigen.
Unsere Online-Präsenzen ermöglichen Maskeraden und Rollenspiele. Das kann reizvoll sein, das kann Projekte belasten, das kann unter Umständen eine ganze Community gegen die Wand knallen lassen. Es lohnt also, solche Geschichten ab und zu näher anzusehen.
Auf unserer Website sind innerhalb weniger Tage drei Personen aufgetaucht, deren Kommunikationsstil in der Kommentarleiste eines Beitrages von mir [link] sehr schnell irritierend wurde. Da war zuerst ein Th. Scöni („Tom-Production“), dann ein Thomas Heil, schließlich eine Safeta Sulic.
"Balkan" bedeutet nicht nur ein komplexes Geflecht der Konflikte unter südslawischen Leuten und ihren Nachbarvölkern, sondern auch, daß halb Europa dort ausdauernd seine Interessen verfolgt und von außen Konflikte hineingetragen hat
Das sind, wie man hier nachlesen kann, Leute, die sich für Einwände taub machen, die ebenso leichtfertig wie sinnwidrig von ZENSUR faseln, wenn man ihr ungebremstes Monologisieren abstellt. Also hab ich die Suchmaschine angeworfen, um zu sehen, wer mir da am Hacken klebt. Aber im Internet findet sich über diese Personen praktisch nichts von Aussagekraft.
Die Frau scheint vereinzelt in Kommentarleisten einiger Zeitungsartikel zum Themenkomplex Srebrenica/Milosevic auf. Allerdings nur mit sehr kurzen, meist nichtssagenden Statements. Die Männer haben auf unsere Website eine Dokumentensammlung in Sachen Srebrenica promotet, welche kein Impressum hat, zu der keine Herausgeberschaft genannt wird. Allerdings handelt sie von einem konkreten Buch („Srebrenica“ von Alexander Dorin) und einem „Kai Homilius Verlag“, der, naja, sagen wir, nicht gerade unumstritten ist.
Der erste Scöni-Eintrag erfolgte am 26. Dezember 2011 um 19:25 Uhr. Am 29. Dezember 2011 belehrte mich Heil um 11:06 Uhr bezüglich der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“, Artikel 19: “Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und …“ [link]
Statt meinen ursprünglichen Beitrag zu kommentieren und mit mir ihre Ansichten auszutauschen, was ja der eigentliche Sinn dieser Kommentarleiste ist, hatten die beiden sich längst auf das „Trittbrett“ geschwungen und ihre Stoffe zu PUBLIZIEREN begonnen.
Wechselseitige Ressentiments unter den „jugoslawischen“ Volksgruppen haben auch innerhalb der einzelnen Ethnien ihre Entsprechungen, die gehabten Kriege sind in teils überraschenden Frontstellungen noch präsent.
Das heißt, sie führten mit mir eine SCHEINDEBATTE als Vorwand, um auf unserer Website und vor dem von uns erarbeiteten Publikum IHRE Texte zu veröffentlichen. Da so ein Vorgehen mit verdeckten Intentionen natürlich mehr als unredlich ist, maskierten die Herren sich mit der Frage der Meinungsfreiheit.
Es ist fast schon rührend, wie Thomas Heil am 30. Dezember 2011 um 12:11 Uhr postete: „Korrektur: ich hoffe natürlich nicht, dass die Zensurkeule hier zuschlägt.“
Halten wir fest:
ZENSUR ist etwas, das von Regierungen, Companies, von entsprechend ausgerüstete Institutionen durchgeführt werden kann, aber nicht von einer einzelnen Privatperson im Internet. So gesehen polemisiert Heil dummdreist und möchte darüber hinwegtäuschen, daß es mir als Repräsentant des Medieninhabers (Verein „kunst ost“) selbstverständlich frei steht, Nervensägen, Dummschwätzer, Trittbrettfahrer etc. des (virtuellen) Hauses zu verweisen.
Im Gegenzug steht es den Heils, Scönis und Sulici dieser Welt vollkommen frei, ihrerseits Websites aufzubauen, sich ein Publikum zu erarbeiten und so ihre Ansichten zu vertreten, in öffentliche Diskurse einzubringen. Fußnote: Zu Fragen der Pressefreiheit und Zensur hat Österreichs Bundesministerium für Unterricht und Kunst Kultur eine anregende Übersicht zusammengestellt: [link]
Ich hab dann am 29. Dezember 2011 um 17:36 Uhr einmal angeregt, vielleicht die Ebene zu wechseln: „ab hier stellt sich nun natürlich unerbittlich die frage, was konkret mit solchem wissen um faktenlagen geschehen soll. wir könnten ja nun diese korrespondenz auf eine reale textlänge von 10 oder 15 metern verlängern, was die qualität einer plauderei unter ein paar leuten kaum überbieten könnte. in welche konkreten schritte kann also derlei wissen nun führen?“
Scöni ging darüber anstandslos hinweg und setzte das Publizieren seiner Texte fort: „Fangen wir also an. Zuerst einmal sollten wir feststellen, wie es überhaupt dazu kam, dass sich die serbische Armee im Juli 1995 dem Stadtrand von Srebrenica näherete. Im Frühjahr…“
Meinen Einwand „ich wiederhole die frage: in welche konkreten schritte kann also derlei wissen nun führen?“ überging er einfach, wie auch sein Kompagnon, der nun schrieb: „Anscheinend haben sich hier einige Leute getroffen, die etwas mit Srebrenica zu tun haben. Und nun gibt es eben einen Austausch zwischen diesen Menschen,…“
Unbestreitbar gab es im Bosnienkrieg auch zivile Opfer einer bosnjakischen Soldateska. Doch das können wir in der Debatte nicht mit den Taten der Einheiten von Ratko Mladic und der "Skorpione" verknüpfen.
Es folgte erneut ein ellenlanger Text im Kommentarfeld. Damit war für mich endgültig klar, die Herren korrespondieren nicht mit mir, die benutzen einfach unsere Website und unser Publikum für sich. Ab dem 30. Dezember 2011 um 17:14 Uhr habe ich zwar noch einige Beiträge der Männer online gelassen, diese aber bis auf die Anfangspassagen gelöscht und mit folgendem Hinweis versehen:
+++++ rest gelöscht. du wirst aufgrund deines kommunikationsverhaltens hier ab nun als persona non grata betrachtet. mein vorschlag: ziehe deine eigene website auf, erarbeite dir ein publikum, ich werde mich auf dort publizierte stoffe gerne beziehen, wenn cih sie interessant finde. martin krusche
Das hat nachts Safeta Sulic dann noch mit dem schon genannten Befund quittiert: „… Diess Herrenmenschengetue ist wirklich völlig abstossend und passt zu keinem aufgeklärten und zivilisierten Menschen. …“ (Fortsetzung folgt!)
Die Jahreswende als Markierung. Wie anstrengend sich 2011 erwiesen hat, weil verschiedene krisenhafte Entwicklungen zur Basis durchgeschlagen haben, ist nun oft genug erzählt worden, findet sich auch als Notiz noch einmal kurz im Presse-Info von Dezember 2011: [link] Das sollte reichen. Es ist uns, wie erwähnt, viel gelungen.
Das verdankt sich vor allem auch einer Reihe höchst unterschiedlicher Persönlichkeiten, die sich jeweils in einem Teilbereich unserer Vorhaben engagiert haben. Das verdankt sich AUCH einer Ausdifferenzierung, in der einzelne Leute ganz eigene Wege gehen, dem größeren Ganzen aber über Berührungspunkte verbunden bleiben.
Die letzte Woche von 2011 haben Themen dominiert, welche unserem „Kuratorium für triviale Mythen“ [link] gehören und die sich im Bereich Mobilitätsgeschichte bündeln lassen.
Schnittpunkte: (von links) Norbert Gall, Franz Sattler und Michael Toson
Außerdem haben sich in den letzten Tagen des Jahres einige verhaltensoriginelle „Web-Marodeure“ auf unserer Website eingefunden. Das gibt einen Anlaß zur Reflexion der Telepräsenz plus authentisches Anschauungsmaterial zu einigen grundlegenden Fragen der Netzkultur: [link]
Ganz ohne Rekreation geht es nicht. Demnach werden wir den Jänner eher ruhig zubringen. Allerdings setzen wir Ende des Monats einen weierführenden Akzent zum Thema „Kunst, Wirtschaft, Wissenschaft“: [link]
Ich hoffe, wir konnten im vergangenen Jahr deutlich machen, daß „kunst ost“ nicht als konventionelle Veranstaltungseinrichtung funktioniert, sondern eher als eine Versuchsstation und Forschungseinrichtung. Die Hauptfrage lautet nach wie vor:
Wovon handelt kulturelles Engagement auf der Höhe der Zeit?
Medieninhaber und Herausgeber: Verein „kunst ost“, Gleisdorf Kulturpolitisches Kompetenzzentrum Florianiplatz 8, 8200 Gleisdorf, Austria ZVR: 084439240
Grundlegende Richtung: +) Kunst und Kultur auf der Höhe der Zeit +) Kompetenzzentrum und soziokulturelle Drehscheibe +) Informationen, Diskurse, Praxis …
Der Verein „kunst ost“ ist als kulturpolitisches Kompetenzzentrum angelegt und arbeitet in der Praxis als soziokulturelle Drehscheibe. Hauptaufgabe des Vereins ist es, der Gegenwartskunst mehr Gewicht zu verschaffen und für die Situation jenseits des Landeszentrums Beispiele von Best Practice zu erarbeiten. Diese Website ist den Reportagen, der Reflexion und der Information gewidmet.