Was läßt sich via Social Media erreichen? Womit darf ich rechnen? Es ist primär eine Frage des Standpunktes.

Was läßt sich via Social Media erreichen? Womit darf ich rechnen? Es ist primär eine Frage des Standpunktes.

Ich muß akzeptieren, daß sich auf dem Boulevard gegen übliche Strategien zur Umsatzsteigerung von Zeitschriften direkt kaum etwas ausrichten läßt. Da haut publizistisches Personal Kerbe um Kerbe in unsere Gesellschaft.

Stellen Sie sich ein Ressentiment wie eine Blechkiste vor. Stabiler Deckel, Schloß, Aufschrift. Das Ding ist gut stapelbar. Eine Kiste pro Thema, das Sie bewegt. Babynahrung? Sozialismus? Geländewagen? Epidemien? Mikrowellenherde? Bundeskanzler? Ganz egal!

Es war noch nie so einfach, gekränkt zu sein. So lautete eine Headline zu Philosoph Richard David Precht im „Tagesspiegel“. Der Satz taugt als Bonmot.

Heute ist der dritte November. Dazu hat mir die Erinnerungsmaschine von Facebook zwei Notizen von 2023 aus dem Stapel gezogen, die mir vorzüglich passen.


Hat jemand sein Gehirn auf rigides Denken geeicht, wird der Horizont dieser Person recht schmal. Das kommt unter anderem daher, daß in solchen Denkmustern alles, was die eigenen Erwartungen enttäuscht, irritiert, verunsichert. Was den eigenen Vorstellungen widerspricht, kann als bedrohlich empfunden werden.
Rigides Denken: der Schnösel III weiterlesenFalls Sie bloß Ihre freie Zeit amüsant totschlagen möchten, um ihre unfreien Stunden zu ertragen, brauchen Sie mich nicht.

Was tut sich in den Facebook-Timelines einiger Promis von Wundrakien? Es zählt doch das, wie jemand handelt, letztlich mehr als das, was jemand von sich behauptet.

In der aktuellen Mediensituation erreicht mich vieles, das meinen Unmut auslöst. Wenn ich aber die Kanäle innerhalb meines vertrauten Milieus halbwegs offen halten möchte, gibt es keine passenden Filter, die man dagegen hochfahren könnte.

Die Pandemie hat Kontraste verschärft, die uns jene Umbrüche besser sehen lassen, mit denen wir schon ins 2020er Jahr hineingerutscht sind. Inzwischen neige ich zur Ansicht, daß wir im Kulturbetrieb zwischen 2015 und 2020 das Ende einer Ära erlebt haben.
