2017: an der Basis

Eine kleine Programm-Konferenz. Die Detailarbeit einzelner Kulturinitiativen. Eine kulturpolitische Kooperation von drei Dörfern. Es ist ein komplexer Prozeß, der laufend neu nach Konsens-Überprüfungen verlangt.

Wir hatten bei Kunst Ost einmal die Idee verhandelt, Kulturschaffende könnten sich um eine Neugestaltung ihrer Rollen bemühen: Vom Subventionsempfänger zum Kooperationspartner. Das meint eine Haltung, in der Themen eigenständig entwickelt und zu Projekten formuliert werden.

Ab da sei eine Kooperation mit Politik und Verwaltung wünschenswert. In der Folge käme es auch zu Kofinanzierungen durch öffentliche Mittel. Das bedeutet, an der Basis wird Kultur- und Wissensarbeit angelegt und in den Grundlagen sichergestellt. Dort docken dann öffentliche Stellen mit ihren Möglichkeiten an.

Dem gegenüber handelt der „alte Modus“ von einer Position, die etwa so lautet: „Wir würden gerne etwas machen, falls wir eine Subvention bekommen.“ Ist der kategoriale Unterschied klar?

In einer aktuellen Arbeitsanordnung ist dieser neue Modus schon Standard. Gestern tagten wir, um uns über den Jahresauftakt von Fokus Freiberg und vom Kuratorium für triviale Mythen zu verständigen. Das betrifft vorerst die Projekte Aprilfestival [link] und Mythos Puch [link].

Von links: Winfried Lehmann, Ewald Ulrich und Helmut Oberbichler

Zu dieser kulturellen Basisarbeit von Privatpersonen kommt dann eine weitere Ebene, wo die Regionalpolitik sich einbringt, was sich in der erwähnen Kooperation der drei Dörfer zeigt und unter dem Begriff „Dorf 4.0“ (Kunst, Wirtschaft, Wissenschaft) [link] dokumentiert wird.

Das ist der Modus, in dem sich Augenhöhe der Beteiligten als möglich erweist und Zusammenarbeit als partnerschaftlicher Modus gepflegt wird. So ist übrigens das „Bottom up-Prinzip“ beschrieben, das manchen EU-Programmen zugrunde liegt und dessen Umsetzung es ermöglicht, zusätzliche Budgets in die Region zu bringen.

Es ist ferner ein Weg, um über die permanente Zusammenarbeit mehrerer Akteurinnen und Akteure a) große Themenstellungen zu bewältigen und b) eine Kontinuität in der Arbeit zu erreichen, was über einzeln Aktionen nicht leistbar ist, egal, wie glanzvoll sie erscheinen mögen.

Darin zeichnet sich unter anderem ein Thema ab, das ich hier schon an manchen Stellen anklingen ließ: Weltgeschichte berührt Regionalgeschichte…

Über der krusche

jahrgang 56, freischaffender künstler, repräsentant einer "art under net conditions"
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