Archiv für den Tag: 4. Dezember 2010

das brauchtum lebt!

ich darf hier zwei aufrufe zu kulturellen angelegenheiten der steiermark publizieren. der eine betrifft das thema „artgerechte weihnachtsbäume“, der andere die oststeirische subkultur-szene „brauchtum mit dem bagger“.

der artgerechte christbaum: sauber ist artgerecht, denn wir sind sauber. so sind wir und so sollen wir bleiben.

das ist die adventbotschaft einer neuen initiative, die eben folgenden aufruf ausgesandt hat:

Hiermit rufe ich alle ernsthaften, rechtgläubigen und auch nicht recht gläubigen Verfechter der Erneuerung alter Unsitten zur erstmals startenden unterparteilichen Aktion „Sauberer Christbaum in der Steiermark“ auf. Die Teilnahme ist an keine Mitgliedschaft gebunden, es werden keine Gebühren eingehoben. Voraussetzungen sind lediglich ein abstaubbarer Christbaum, Größe egal und ein Staubwedel.

Die Größe des Christbaums sollte zweckmäßigerweise der Größe der behandelnden Person(en) oder dem Vorhandensein entsprechender Aufstiegshilfen angepasst sein. Die Teilnahme ist nicht an bestimmte Personen gebunden, sie ist übertragbar (z.B. Putzfrau, Facility Assistentin, etc.)

Wir leisten damit einen echten Beitrag zum Schutz der heimischen Wälder, weil der Baum bei entsprechender Pflege mehrjährig ist und immer wieder verwendet werden kann.

Mit weihnachtlichen Grüßen
für die Aktion „Sauberer Christbaum“
Josef Vuk (e.h.)
(Obmann, Schriftführer, Kassier, Mitgliedervertreter und Aufsichtsrat)

teil II der brauchtumsnachrichten:

der bei uns schon bestens bekannte hansi n. neststreu, brachialdichter und freund der heimat, zeigt sich diesmal im thema ganz prosaisch, doch im engagement feurig. und es reimt sich auffallend, was ihm keinesfalls immer gelingt. seine botschaft, der ein foto geigelegt war:

"baggert mir mit inbrunst, freunde!"

brauch und sitte,
meine bitte,
brauchen sittsam mehr beachtung.
perchtenlauf und santa claus
will ich nicht bei mir zuhaus,
aber unser baggerfahrer
zeigt bei jeder schneeverfrachtung
daß er würde, eleganz
und der wachen augen glanz
in sein kaltes handwerk legt,
welches er begeistert pflegt.
so geht wahres brauchtum, leute!
und drum sage ich ab heute:
baggert mir mit inbrunst, freunde!
schlußreim geht sich keiner aus.

[übersicht]

zwischen landwirtschaft und high tech

ich verstehe die oststeiermark als eine region zwischen landwirtschaft und high tech. das habe ich für unser kommendes april-festival als hintergrundthema herausgestrichen. wir genießen versorgungssicherheit, was meint, die versorgung mit sauberem wasser und ausreichender nahrung ist gesichert. es gibt auch NOCH genug betriebe in der region, wo gute jobs gemacht werden, wo menschen arbeit finden, wodurch wichtige kommunalabgaben generiert werden, auf welche gemeinden dringend angewiesen sind.

das war nicht immer so, ist eigentlich erst nach dem zweiten weltkrieg auf dieses niveau gelangt. das ist außerdem aktuell durchaus bedroht. kein grund, in schreckstarre oder pessimismus zu verfallen. ich treffe momentan, im zuge der vorbereitungen unseres „april-festivals“, laufende menschen, die mit erfahrug und zuversicht gewappnet sind. das ist auch für mich sehr ermutigend.

spannungsfeld bei "elin motoren"

das findet ferner seinen ausdruck bei begegnungen mit leuten etwa des werkes „elin motoren“ [link] oder wenn ich unternehmer der region als kreative akteure für unser vorhaben gewinne. (siehe dazu avantgarden des blühens“!)

bürgermeister werner höfler (links) und tierarzt karl bauer

das „red baron“ in gleisdorf profiliert sich zunehmend als „kunst ost“– besprechungszimmer. eben saß ich dort mit hofstättens bürgermeister werner höfler und tierarzt karl bauer beisammen, um für das „april-festival“ einen „tag der agrarischen welt“ zu skizzieren. bauer merkte an: „was einmal war, interessiert fast niemanden“. höfler nickte. „aber man sollte schon wissen, woher wir gekommen sind.“ und von da aus einen blick in die zukunft werfen.

fachmann in sachen elektromobilität: wolfgang wister

das berühren wir auch im anderen bereich. es dürfte auf einen „tag der elektromobilität“ hinauslaufen. der ingenieur wolfgang wister kommt aus dem flugzeugbau, hat nun jahrzehnte in der automobilentwicklung gewirkt und gehört aktuell dem „e-mobility-ausschuß“ der österreichischen regierung an. er hat sich bereit erklärt, uns als „schlüsselperson“ für diesen themenbereich zur seite zu stehen.

wir erarbeiten uns nun diese themenschwerpunkte, um die aktuelle situation in der „energie-region“ zwischen landwirtschaft und high tech auszuleuchten. das sind „eckpunkte“, auf die dann auch kunstschaffende sich in vielfacher weise beziehen. so initiieren wir einen „prozeß der selbstvergewisserung“. ein stück klärung: was IST denn diese region heute und wodurch ist sie das? dabei möchten wir eine zusammenschau von wissenschaft technik und kunst erreichen, die mit fragen der alltagskultur verknüpft wird.

[april-festival 2011: notizen & reflexionen]