Was kann derzeit über den kulturpolitischen Zustand Gleisdorfs gewußt werden? Im Rathaus findet man offenbar keine guten Gründe, die Situation offen zu kommunizieren.

Immerhin hatte ich mit Kulturreferent Karl Bauer zwei informelle Gespräche, dank derer ich einige wichtige Punkte nun sortieren kann. Es bleiben allerhand irritierende Details offen. Vor allem weil weder der Kulturausschuß Gleisdorfs, noch die zuständige Bereichsleiterin des „Kulturpakt Gleisdorf“ uns Kunst- und Kulturschaffenden bisher etwas Konkretes über den Status quo zu sagen hatten.
Augenhöhe und Kommunikation?
Das heißt, den Kulturreferenten ausgenommen: Politik und Verwaltung kommunizieren nicht mit den Kunst- und Kulturschaffenden, während Gleisdorf aber weiter als „Kulturstadt“ promotet wird. (Zitat Bürgermeister Christoph Stark vom 19.12.2025: „Da merkt man die Intensität des gemeinsamen Anliegens – nämlich der künftige Kulturbetrieb in der Stadtgemeinde Gleisdorf.“)
Faktum ist, daß es derzeit ein hausgemachtes Gleisdorfer Spielstätten-Tohuwabohu gibt, welches sich über Monate in aller Ruhe entfalten konnte, ohne daß Verantwortliche bisher mit einem kohärenten Konzept darauf reagiert hätten. Ich höre, Kulturreferent Bauer wird seinen diesbezüglichen Lösungsvorschlag am 9. Februar öffentlich vorlegen. Doch das sind vorerst nur seine Ideen, die im Rathaus noch keine Bestätigung gefunden haben.
Die Mediensituation?
Weiters ist schon fix, die Stadtjournal-Ausgaben von zwölf Ausgaben im Jahr auf vier zu reduzieren. Damit geht deren PR-Nutzen für die Basis Kunst- und Kulturschaffender in die Nähe von null. Ob es weitere Kulturbeilagen geben wird? Wer weiß das?
Eine teilweise Kompensation dieses Ausfalls, indem Netzkultur angewandt wird, sehe ich nicht kommen. Die offizielle Kulturpakt-Präsenz im Web ist völlig veraltet und hat derzeit minimalen Informationswert. Nichts weist darauf hin, daß sich dort etwas von Relevanz tun werde.
Landesmittel?
Über die verringerten Landesmittel für das Gleisdorfer Kulturgeschehen kann ich nur spekulieren. Vom Rathaus her wird nicht gerne über Geld gesprochen. Wie sollte da auch an der Basis Planungssicherheit entstehen?

Dabei ist in der steirischen Kulturabteilung schon lange alles erledigt und Gleisdorf weiß natürlich, was 2026 an Landesmitteln zur Verfügung steht, denn: „Die Frist zur Bearbeitung beträgt 14 Wochen. Sie beginnt mit dem letzten Tag der Einreichfrist („Einreichtermine“) bzw. sobald der Antrag vollständig aufliegt.“
Demnach sollte der Gleisdorfer Kulturausschuß längst beraten haben, wofür verfügbare Landesgelder heuer verwendet werden. In einer Res publica dürfte das keine Geheimsache sein, zumal ja von uns gemeinsam eine markante Krise zu bearbeiten ist. Dafür sollten alle Betroffenen wissen, mit welchen Mitteln zu rechnen ist.
Ich denke, es wäre eine Angelegenheit, die ganz ohne behördliche Auskunftspflicht abgewickelt werden könnte, zumal es nun vordringlich darum geht, anstehende Probleme mit verteilten Aufgaben zu lösen. Wenn im Rathaus gerne Dialog und Kooperation betont werden, wo und wie werden sich die ereignen?
Kulturpakt-Sitzung
Da für den 09. 02. 2026 eine öffentliche Kulturpakt-Sitzung angekündigt ist, wäre es ja klug, wenn dort alle gut vorbereitet ankämen. Ein professioneller Zugang könnte sich so ereignen: Politik und Verwaltung stellen für die primären Kräfte, die Kunst- und Kulturschaffenden, ein Dossier zur Verfügung, das alle relevanten Fakten enthält, die jemand zur Konzeptarbeit an einer Krisenbeantwortung braucht.
Dazu eventuell ein sehr konkreter Fragenkatalog an die primären Kräfte, was bezüglich zukünftiger Zusammenarbeit nun nötig sei. So könnten engagierte Leute im Februar mit gemachten Hausaufgaben in diese Kulturpakt-Sitzung gehen, um mit der Verständigung und der konkreten Arbeit dort in die Gänge zu kommen, statt irgendwo bei null begonnen zu müssen.
+) Vorlauf
+) Gleisdorf: Kulturpolitik (Übersicht)
Postskriptum
Wäre eventuell offenzulegen, aus welcher kulturpolitischen Position ich argumentiere. Als eine primäre Kraft, die ein Zusammenwirken der drei Sektoren Staat, Markt und Zivilgesellschaft für unabdingbar hält.
+) Kunst, Kultur und Folgerichtigkeit (Eine kulturpolitische Präambel)