Offene Querverbindungen

Wie erreiche ich in prozeßhafter Arbeit jene Kohärenz, die das Ergebnis von einer beliebigen Nummern-Revue klar unterscheidet? Immerhin haben wir mit Arbeitskraft und Geld sorgsam umzugehen, denn derzeit herrschen im Budgetbereich keine rosigen Zeiten.

Mein Ratgeber in subkulturellen Mobilitätsbelangen: Bernhard Kober (und sein Hutmacher)

Ich habe im vorigen Beitrag [link] eine Formulierung von Günther Marchner und Christine Bärnthaler aufgegriffen: „Wissen schafft Region“. Ahnen Sie den springenden Punkt? Gemeinsam erschlossenes WISSEN als Identifikationsfaktor statt vaterländischem Geraune.

Aus dem 19. Jahrhubdert sitzt uns jene Ideologie im Nacken, die per Deklaration gerne eine Art „Steirertum“ ausrufen läßt, zu dem man sich womöglich noch durch das Tragen von Trachtengewändern bekennen möge.

Ich hab kein Problem mit Trachtengewändern, auch nicht mit Deklarationen. Identitätsbilder sind knifflige Stoffe, da muß Antwortvielfalt zugelassen sein.

Aber als Kulturschaffender muß ich es mit Begriffen etwas genauer nehmen, weil sonst ja völlig unklar bleibt, wovon die Rede ist. Und „Steierertum“ ist schlicht eine antiquierte Kategorie, die aber vielen Menschen am Herzen liegt. Zu diesem Thema brauche ich also nichts beizutragen, es hat eine breite Fan-Gemeinde.

Wenn ich zu historischen Fahrrädern Rat brauche, speziell das 19. Jahrhundert betreffend, frage ich Max Reder.

Ich muß außerdem mit den Wegen der Selbstdefinition und Selbstdarstellung ausreichend höfliche Distanz zum Geplapper aus diversen Werbebüros suchen, weil diese uns vorzugsweise mit simplen, möglichst einfach kommunizierbaren Bildern versorgen, ja gelegentlich zuschütten.

Wenn aber „Wissen“ eine „Region“ schafft, passiert etwas viel Interessanteres. Wissen, das bedeutet, Informationen so zu verwerten, daß ich für mein Denken und Tun daraus Vorteile ziehen kann. Das handelt von Kommunikationsakten und sozialen Prozessen. (Okay, das tut eine Werbekampagne auch 😉

Diese (meine bevorzugte) Art des Wissenserwerbs gedeiht in Gemeinschaft ganz anderes als in Einsamkeit. So gehen wir nun auf diesen Herbst zu. Eine extrem heterogene, lokale und regionale Community. Verständigung ist wichtig. Gemeinsamkeit ist temporär. (Wir gründen keinen neuen Club!)

Wenn nun Kommendes keine beliebige Nummern-Revue sein soll, dann erreichen wir das über Themenstellungen, die uns gemeinsam interessieren. Gemeinsames Interesse ergibt punktuell gemeinsame Aufgabenstellungen.

Mein Konsulent im Bereich "High Performance": Roman Hold

Zu abstrakt? Abwarten! Hier kommuniziert gerade eine sehr bunte Gemeinschaft, um ein paar gemeinsame Schritte herbeizuführen. Kunst- und Kulturschaffende, Geschäftsleute, Funktionstragende der Gemeinde; das Feld könnte kaum kontrastreicher bevölkert sein.

Ich habe, wie schon erwähnt, zwei Angelpunkte, an denen sich allerhand verzweigt, um so auch in die Vorgaben anderer Leute hineinzureichen… vice versa.

Es wird zuerst das Symposion „Südost“ [link] über die Bühne gehen, dann meine „Fünfer-Nacht“, zu der sich inzwischen sehr interessante Verbündete eingefunden haben: [link] Mobilitätsgeschichte, Maschinen und Machismo, Massenkultur und Individualverkehr, wir befassen uns längerfristig mit gesamteuropäischen Kräftespielen…

Über der krusche

jahrgang 56, freischaffender künstler, repräsentant einer "art under net conditions"
Dieser Beitrag wurde unter Feuilleton, Reflexion und Grundlagen abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar